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Die Chronik der Teilung Deutschlands umfasst alle Geschehnisse vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zum Zwei-plus-Vier-Vertrag im Jahre 1990. Deutschland wurde aufgrund der Kriegsniederlage in vier Besatzungszonen geteilt, welche von den SiegermÀchten kontrolliert und geleitet wurden.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten 1944

Im Rahmen des Morgenthauplans diskutierten die Alliierten verschiedene Varianten zur Aufteilung Deutschlands.

Auf Basis dieses Plans wurden durch die verschiedenen Fachressorts des britischen und US-amerikanischen Außenministeriums folgende Grenzziehungsvarianten diskutiert.

Insbesondere auf DrÀngen Josef Stalins wurden diese PlÀne jedoch erheblich verÀndert.

Auf Basis des Morgenthauplans diskutierte Grenzziehungsvarianten mit Donauföderation (kleine Lösung)
Auf Basis des Morgenthauplans diskutierte Grenzziehungsvarianten mit Donauföderation (große Lösung)

Bearbeiten 1945

Im Jahre 1945 wurde auf der Konferenz von Jalta vom 4. Februar bis 11. Februar die Aufteilung Europas und Teilung Deutschlands in vier Besatzungszonen beschlossen. Außerdem entschied man Berlin als ehemalige Reichshauptstadt in vier Sektoren zu unterteilen (Viersektorenstadt). Nachdem die sowjetischen Truppen am 16. April 1945 ihren letzten großen Angriff ausfĂŒhrten, trafen sie erstmals am 25. April 1945 an der Elbe bei Torgau auf amerikanische Truppen.
Aufgrund der ersichtlichen Niederlage beging Adolf Hitler am 30. April in Berlin Suizid. Sein von ihm bestimmter Nachfolger als ReichsprĂ€sident Großadmiral Karl Dönitz amtierte formell bis zur Verhaftung der GeschĂ€ftsfĂŒhrenden Reichsregierung am 23. Mai 1945. Am 1. Mai 1945 traf die spĂ€ter so genannte „Gruppe Ulbricht“ mit dem Flugzeug aus Moskau in Deutschland ein und hatte bereits am nĂ€chsten Tag ein erstes Zusammentreffen mit Berliner Kommunisten. In den nĂ€chsten Tagen setzten sie im Auftrage der sowjetischen Kommandantur kommunistische BĂŒrgermeister und Bezirksverwaltungen ein. Vier Tage spĂ€ter, am 5. Mai kapitulierte die deutsche Wehrmacht gegenĂŒber den WestmĂ€chten. Im Zuge dessen ĂŒbernahmen die Alliierten die oberste Regierungsgewalt in Deutschland. Vom 7. Mai bis 9. Mai erfolgte die bedingungslose Gesamtkapitulation aller deutschen StreitkrĂ€fte. Mit der Unterzeichnung der deutschen Kapitulation endete der Zweite Weltkrieg in Europa.

zu den Einzelheiten siehe: Besatzungszone

Bereits am 10. Juni 1945 ließ die Sowjetunion antifaschistische, demokratische Parteien und Gewerkschaften in ihrer Zone zu. So wurden die KPD am 11. Juni, die SPD am 15. Juni, die CDU (Ost) am 26. Juni und die LPD (LDPD) am 5. Juli 1945 neugegrĂŒndet. Am 9. Juli erfolgte die Bildung der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und die Neuerrichtung der LĂ€nder. Vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 fand die Potsdamer Konferenz auf Schloss Cecilienhof in Potsdam statt. Dort wurden unter anderem die Einzelheiten der Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen sowie das Besatzungsrecht in diesen Zonen vereinbart. Die Konferenz endete mit dem Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945. Auf der Basis des Potsdamer Protokolls errichteten die Westalliierten in ihren Zonen ein Mehrparteiensystem und ließen viele demokratische Parteien zu. Am 30. August erfolgte die Bildung des Alliierten Kontrollrates und der Alliierten Kommandantur in der Viersektorenstadt Berlin, außerdem wurden die BundeslĂ€nder von den westlichen MilitĂ€rregierungen gebildet.

Mit dem 20. November begannen die NĂŒrnberger Prozesse gegen NS-Kriegsverbrecher.

Bearbeiten 1946

Am 21. und 22. April 1946 fand in Ost-Berlin der Vereinigungsparteitag der KPD und der SPD statt. Auf diesem wurde beschlossen beide Parteien in der Sowjetischen Besatzungszone zur „Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“ (SED) zu vereinen. Zu gleichberechtigten Vorsitzenden wurden Wilhelm Pieck (KPD) und Otto Grotewohl (SPD) gewĂ€hlt. Diese Zwangsvereinigung konnte in West-Berlin durch eine Urabstimmung unter den SPD-Mitgliedern verhindert werden. Vom 8. bis zum 10. Juni 1946 tagte das erste Parlament der „Freien Deutschen Jugend“ (FDJ) in Brandenburg an der Havel. Zum Vorsitzenden wurde Erich Honecker gewĂ€hlt. US-Außenminister Byrnes verkĂŒndete am 6. September in Stuttgart die lĂ€ngerfristige PrĂ€senz westlicher alliierter Soldaten in Deutschland. Am 2. Dezember unterzeichneten die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich VertrĂ€ge ĂŒber die Zusammenlegung der britischen und amerikanischen Zone zur Bizone um ein einheitliches Wirtschaftsgebiet zu erhalten. Die Sowjetunion Ă€ußerte scharfe Kritik an diesen VertrĂ€gen. In den Westzonen fanden außerdem Wahlen zu den Landtagen in den (Bundes-)LĂ€ndern statt. In der Sowjetischen Besatzungszone wurden Betriebe in Industrie und Landwirtschaft enteignet und als Volkseigene Betriebe (VEB) verstaatlicht.

Bearbeiten 1947

Am 12. MĂ€rz 1947 trug Harry S. Truman vor dem amerikanischen Kongress die Truman-Doktrin der USA vor. Sie enthielten eine Ausarbeitung um den Kommunismus einzudĂ€mmen. Der Marshallplan, eine Konkretisierung der Truman-Doktrin zur finanziellen UnterstĂŒtzung europĂ€ischer, „demokratischer“ LĂ€nder wurde am 5. Juni 1947 vorgestellt. Die UnterstĂŒtzung im Bezug auf den Marshallplan wurde auch der Sowjetischen Besatzungszone angeboten, diese schlug das Angebot jedoch aus. Am 30. Juni 1947 wurde die „Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion“, aus der im Jahre 1949 die „Gesellschaft fĂŒr Deutsch-Sowjetische Freundschaft“ wurde, gegrĂŒndet. Zwei Monate spĂ€ter, am 30. September 1947 grĂŒndete sich das Kommunistische InformationsbĂŒro. Vom 25. November bis zum 15. Dezember 1947 tagte die Außenministerkonferenz. Sie wurde aufgrund der Kritik der UdSSR an der Bizone abgebrochen. Außerdem wurde das Saarland im Jahre 1947 abgetrennt.

Bearbeiten 1948

Von Februar bis Juni tagte die Londoner SechsmĂ€chtekonferenz. Die drei westlichen BesatzungsmĂ€chte (USA, Frankreich und Vereinigtes Königreich) sowie die Beneluxstaaten beratschlagten ĂŒber die Selbstverwaltung und erste Organisation von Deutschland (z. B. Landtagswahlen). Sie beschlossen den Inhalt der Frankfurter Dokumente. Der Parlamentarische Rat sollte eine Verfassung ausarbeiten, die ein zukĂŒnftiges Deutschland zu einem föderalistischen und demokratischen Staat machen wĂŒrde. Als Reaktion trat die UdSSR aus dem Alliierten Kontrollrat aus.

Am 20. Juni wurde die WĂ€hrungsreform in den West-Zonen beschlossen. Sie wurde wenig spĂ€ter auch in West-Berlin eingefĂŒhrt. Am 23. Juni folgte die Sowjetische Besatzungszone. Als Reaktion auf die EinfĂŒhrung der D-Mark in den Westzonen, wurden in der Nacht auf den 24. Juni die Berliner West-Sektoren von der Sowjetunion abgeriegelt. Dies war der Beginn der fast einjĂ€hrigen Blockade. Am 26. Juni wurde die Berliner Stadtverwaltung auf Grund von „kommunistischen Störungen“ getrennt.
Die Aufstellung kasernierter PolizeiverbÀnde (DVP, Deutsche Volkspolizei) durch die Sowjetische MilitÀradministration (SMAD) am 3. Juli wurde aus der Sicht der WestmÀchte als Vorstufe einer ostdeutschen Armee angesehen.

Bearbeiten 1949

Am 8. April wurde die Bizone zur Trizone. Die am 24. Juni 1948 gestartete Blockade West-Berlins wurde am 12. Mai beendet. Durch die VerkĂŒndigung des Grundgesetz fĂŒr die Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai wurde die Bundesrepublik Deutschland auf westdeutschem Gebiet konstituiert; handlungsfĂ€hig wurde sie jedoch erst mit der Konstituierung des ersten Deutschen Bundestages am 7. September und dem Amtsantritt der Bundesregierung am 20. September 1949.

Zwischen dem 29. Mai und dem 3. Juni fand der Dritte Deutsche Volkskongress statt. Mehr als 2.000 Mitglieder wĂ€hlten dabei den zweiten Deutschen Volksrat als stĂ€ndiges Organ. Nur 25 % seiner 330 Mitglieder stammten aus den Westzonen. Der Volkskongress nahm die von ihm erarbeitete Verfassung fĂŒr eine Deutsche Demokratische Republik einstimmig an.

Am 14. August fanden die Wahlen zum ersten Deutschen Bundestag statt. Von den 402 Mandaten errang die Union 139, die SPD 131, die FDP 52 und die KPD 15. 8 Abgeordnete aus West-Berlin hatten im Bundestag kein Stimmrecht.

Am 7. September trat der erste Deutsche Bundestag zusammen, der Konrad Adenauer zum Bundeskanzler wĂ€hlte. Als Bundeshauptstadt der Bundesrepublik wurde ĂŒbergangsweise Bonn festgelegt. Konrad Adenauer wurde eine knappe Woche spĂ€ter, am 15. September als Bundeskanzler vereidigt.

Einen Monat spĂ€ter, am 7. Oktober 1949, trat auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone der Zweite Deutsche Volksrat zusammen, konstituierte sich als Provisorische Volkskammer und erklĂ€rte als Akt der StaatsgrĂŒndung die „Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik“ zu geltendem Recht. Damit wurde nun auch die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegrĂŒndet. Wilhelm Pieck wurde zum PrĂ€sident ernannt. Als Hauptstadt wurde durch den Ost-Berliner Magistrat Berlin bestimmt. Am 10. Oktober ĂŒbertrug die Sowjetische MilitĂ€radministration (SMAD) die Verwaltungsfunktionen an die provisorische Regierung – dem spĂ€teren Ministerrat. An die Stelle der SMAD trat die Sowjetische Kontrollkommission (SKK). Gegen Ende des Jahres wurde begonnen Parteien und Massenorganisationen in der DDR zur Einheitsliste der Nationalen Front zusammenzuschließen.

Bearbeiten 1950

Im Jahr 1950 wurde die DDR Mitglied im RGW (Rat fĂŒr gegenseitige Wirtschaftshilfe, COMECON), der Wirtschaftsgemeinschaft der sozialistischen LĂ€nder.
Am 9. August plĂ€dierte Winston Churchill auf einer Tagung des Europarats in Straßburg fĂŒr die Aufstellung einer westeuropĂ€ischen Armee. Konrad Adenauer formulierte daraufhin am 17. August ein Memorandum, das ohne Kenntnis des Bundestags den westlichen Alliierten ĂŒbermittelt wurde. Adenauer forderte darin die VerstĂ€rkung alliierter Besatzungstruppen und die Integration deutscher StreitkrĂ€fte in ein westliches VerteidigungsbĂŒndnis. Der amerikanische PrĂ€sident Harry S. Truman ordnete am 9. September die Aufstellung einer westdeutschen Armee unter Oberbefehl der NATO an.
Gustav Heinemann trat aus Protest gegen die geheimen Verhandlungen zur Wiederbewaffnung Deutschlands am 9. Oktober als Innenminister zurĂŒck. Am 20. Oktober protestierten auf der Prager Konferenz die Ostblockstaaten gegen eine westdeutsche Wiederbewaffnung. Der französische Außenminister RenĂ© Pleven legte der Nationalversammlung am 24. Oktober einen Plan fĂŒr die Aufstellung einer westeuropĂ€ischen Armee unter gemeinsamen Oberbefehl vor. Der Pleven-Plan bezog deutsche Truppenkontingente mit ein. Am 26. Oktober wurde durch Ernennung von Theodor Blank zum „Beauftragten des Bundeskanzlers fĂŒr die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhĂ€ngenden Fragen“ das Amt Blank gegrĂŒndet. Hieraus wurde einige Jahre spĂ€ter die Bundeswehr.

Bearbeiten 1951

Zum ersten Januar wurde der erste DDR-FĂŒnfjahresplan verabschiedet. Die DDR ist nun in die Planwirtschaft der UdSSR einbezogen. Am 15. September appellierte die Volkskammer der DDR an den Deutschen Bundestag, gemeinsame Beratungen ĂŒber eine Wiedervereinigung und freie gesamtdeutsche Wahlen aufzunehmen, nachdem Adenauer einen gleichlautenden Brief von Grotewohl negativ beantwortet hatte.
Auf einer Konferenz in Washington, D.C. beschlossen die Außenminister der drei Westalliierten am 24. September die Aufhebung des Besatzungsstatuts und eine Beteiligung der Bundesrepublik an der EuropĂ€ischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG).

Bearbeiten 1952

In der Stalin-Note schlug die Sowjetunion am 10. MĂ€rz GesprĂ€che ĂŒber einen Friedensvertrag vor, der ein neutrales, vereintes Deutschland vorsieht. Am 26. Mai wird der Deutschlandvertrag unterzeichnet. Mit der Ratifizierung der EuropĂ€ischen Verteidigungsgemeinschaft hĂ€tte dies das Ende des Besatzungsstatuts fĂŒr Westdeutschland bedeutet. Am nĂ€chsten Tag wurde der EVG-Vertrag in Paris unterzeichnet. Am gleichen Tag wurden auf Anordnung der SED-FĂŒhrung die Telefonleitungen zwischen West-Berlin und der DDR gekappt.
Zum Abschluss der II. Parteikonferenz der SED wurde am 12. Juli der „Aufbau des Sozialismus“ zur grundlegenden Aufgabe in der DDR erklĂ€rt.

Bearbeiten 1953

Nachdem die Ostberliner BVG entgegen westlichen Vorschriften auf Linien nach West-Berlin Straßenbahnfahrerinnen einsetzt, wird am 15. Januar der Straßenbahnverkehr in der Viersektorenstadt geteilt. Am 5. MĂ€rz stirbt Josef Stalin. Am 17. Juni rebelliert die Bevölkerung der DDR in Berlin und anderen StĂ€dten gegen die Lebensbedingungen in der DDR (17. Juni 1953).

Bearbeiten 1954

Die Sowjetunion gewĂ€hrte der DDR ab dem 25. MĂ€rz „SouverĂ€nitĂ€t“.

Am 30. August lehnte die französische Nationalversammlung den EVG-Vertrag ab. Wegen der Bindung an diesen Vertrag wurde damit auch der Deutschlandvertrag nichtig. Infolge der Ratifizierung der Pariser VertrÀge wird die Bundesrepublik Deutschland am 23. Oktober Mitglied der NATO (NATO-Vertrag, zweiter Deutschlandvertrag). Der Bundestag billigte die VertrÀge im Februar 1955.

Bearbeiten 1955

Am 5. Mai trat der modifizierte Deutschlandvertrag in Kraft – das Ende des Besatzungsstatuts fĂŒr Westdeutschland wurde damit zwar bekrĂ€ftigt, einige Alliierte Vorbehaltsrechte bestehen jedoch weiterhin. Vier Tage spĂ€ter trat die Bundesrepublik der NATO bei. Die DDR und weitere osteuropĂ€ischen Staaten beschlossen am 14. Mai den Warschauer Pakt zu grĂŒnden.
Am 7. Juni wurde die Bundeswehr gegrĂŒndet, indem das Amt Blank in das „Bundesministerium fĂŒr Verteidigung“ (BMVg) umgewandelt wurde. Erster Verteidigungsminister wurde Theodor Blank. Auf Chruschtschows Einladung besuchte Konrad Adenauer am 14. September Moskau. Der Kreml lehnte Adenauers Anspruch der Alleinvertretung fĂŒr Deutschland ab. Nach langwieriger Verhandlung nahm die Bundesrepublik diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion auf.
Am 29. November erklĂ€rte die SU, dass der sowjetische Sektor von Berlin (Ost-Berlin) Bestandteil der DDR sei und nicht mehr der Kontrolle durch die Alliierten unterliege. Die WestmĂ€chte wiesen dies unter Hinweis auf den ViermĂ€chte-Status der Stadt zurĂŒck. Mit der Hallstein-Doktrin erklĂ€rte die Bundesrepublik im Dezember, dass die diplomatischen Beziehungen zu jedem Staat abgebrochen wĂŒrden, der die DDR anerkenne. Nach Angaben des Bonner Ministeriums fĂŒr Gesamtdeutsche Fragen wurden in dem Jahr 1955 mehr als 250.000 FlĂŒchtlinge aus der DDR und Ost-Berlin gezĂ€hlt.

Bearbeiten 1956

Zum 2. Januar wurden die ersten 1000 Soldaten in die TeilstreitkrĂ€fte Heer, Luftwaffe und Marine der Bundeswehr einberufen. Die Volkskammer der DDR reagierte am 18. Januar mit dem Beschluss ĂŒber die Aufstellung einer Nationalen Volksarmee (NVA). In Westdeutschland entstand aus der Organisation Gehlen am ersten April der Bundesnachrichtendienst als westdeutscher Auslandsgeheimdienst. Erster PrĂ€sident war der ehemalige Generalmajor Reinhard Gehlen, der in der Zeit des Nationalsozialismus die Abteilung Fremde Heere Ost geleitet hatte.
Am 21. Juli wurde in der Bundesrepublik die allgemeine Wehrpflicht eingefĂŒhrt. Im West-Berliner Notaufnahmelager in Marienfelde traf am 20. September der einmillionste FlĂŒchtling ein. Insgesamt sollen bis zu diesem Datum seit GrĂŒndung der DDR 1,72 Millionen Menschen die DDR verlassen haben. Nach der Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn wurden in Ost-Berlin am 6. Dezember Professor Wolfgang Harich, der Leiter des Aufbau-Verlages Walter Janka und der Kulturredakteur Gustav Just wegen der „Bildung einer konspirativen Gruppe“ verhaftet und zu Freiheitsstrafen verurteilt.

Bearbeiten 1957

Am 1. Januar wird das Saarland ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Mit Unterzeichnung der Römischen VertrĂ€ge am 25. MĂ€rz werden die EuropĂ€ische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die EuropĂ€ische Atomgemeinschaft (EAG) gegrĂŒndet, nachdem 1951 bereits die EuropĂ€ische Gemeinschaft fĂŒr Kohle und Stahl (EGKS), die sogenannte Montanunion, ins Leben gerufen worden war. In allen drei Gemeinschaften ist die Bundesrepublik 12 Jahre nach Kriegsende neben Frankreich, Italien und den Benelux-Staaten eines der sechs PartnerlĂ€nder.

Bearbeiten 1958

In der Zweiten Berlin-Krise fordert die Sowjetunion am 27. November mit dem Berlin-Ultimatum (Chruschtschow-Ultimatum) die Umwandlung West-Berlins in eine „Freie Stadt“.

Bearbeiten 1961

Der US-PrĂ€sident John F. Kennedy verkĂŒndete am 25. Juli die drei Grundfreiheiten fĂŒr Berlin: Anwesenheit westlicher Truppen in Berlin, freier Zugang von und nach Berlin, Freiheit und LebensfĂ€higkeit der Stadt.

Am 12. August ĂŒberschritten 3290 Menschen die Sektorengrenze nach West-Berlin. Um den Verlust an Einwohnern zu stoppen, riegelte die DDR schließlich die Grenzen zu West-Berlin und der Bundesrepublik vollstĂ€ndig ab. Mit dem Bau der Berliner Mauer wurde am 13. August begonnen. Der Betrieb der Berliner S-Bahn und U-Bahn zwischen beiden StadthĂ€lften sowie aus den Westsektoren ins Umland wurde eingestellt. Bis zum 9. November 1989 blieb Berlin geteilt.

Bearbeiten 1962

Die WestmÀchte protestieren am 24. August bei der UdSSR gegen die Tötungen an der Mauer.

Bearbeiten 1963

Auf dem 6. Parteitag bekrĂ€ftigt die SED ihren Anspruch das „gesamte gesellschaftliche Leben der Republik zu leiten“. Vom 23. bis zum 26. Juni besuchte der amerikanische PrĂ€sident John F. Kennedy West-Berlin. In seiner Rede vor der Bevölkerung an der Berliner Mauer spricht er die berĂŒhmten Worte „Ich bin ein Berliner“. Im selben Jahr wurde Ludwig Erhard der Nachfolger Adenauers als Bundeskanzler. Er erklĂ€rte, dass die Bundesrepublik zu großen materiellen Opfern fĂŒr die Wiedervereinigung bereit sei. Am 17. Dezember erfolgte das Passierscheinabkommen zwischen der DDR und West-Berlin. Die West-Berliner konnten nun befristet Verwandte in der DDR besuchen.

Bearbeiten 1964

Das DDR-Jugendgesetz wird verabschiedet. Demnach ist es „Aufgabe jeden jungen BĂŒrgers, auf sozialistische Art zu arbeiten, zu lernen, zu leben“. Am 13. MĂ€rz wurde der Chemie-Professor an der Ostberliner Humboldt-UniversitĂ€t Robert Havemann wegen regimekritischer Äußerungen des Amtes enthoben. Der Kommunist und WiderstandskĂ€mpfer gegen die Nationalsozialisten hatte die dogmatische VerhĂ€rtung von Ideologie und Politik in der DDR kritisiert. Nach Inkrafttreten einer Passierscheinregelung besuchten die ersten Rentner am 2. November aus der DDR wieder ihre Verwandten in West-Berlin und der Bundesrepublik.

Bearbeiten 1965

Im nichtsozialistischen Ausland erhĂ€lt die DDR die außenpolitische Anerkennung. Im selben Jahr besuchte Walter Ulbricht Ägyptens PrĂ€sidenten Nasser.

Bearbeiten 1966

Aus der Bundestagswahl 1966 geht Kurt Georg Kiesinger (CDU) als Bundeskanzler hervor. Es regiert erstmals eine Große Koalition in Deutschland. Am 13. August feiert die DDR das 5-jĂ€hrige Bestehen der Mauer.

Bearbeiten 1967

Am 20. Februar verabschiedet die Volkskammer das Gesetz ĂŒber die StaatsbĂŒrgerschaft der DDR, das die bisherige deutsche StaatsbĂŒrgerschaft ablösen sollte. Ost-Berlin war in diese Regelung einbezogen.

Bearbeiten 1968

Der Prager FrĂŒhling wird durch den Warschauer Pakt niedergeschlagen. NVA-VerbĂ€nde der DDR sind ebenfalls beteiligt. FĂŒr den Reise- und Transitverkehr zwischen der Bundesrepublik und West-Berlin wird die Pass- und Visapflicht eingefĂŒhrt. Auf dem Kongress der „Gesellschaft fĂŒr Sport und Technik“ (GST) wird die vormilitĂ€rische Ausbildung fĂŒr alle Jugendlichen in der DDR beschlossen.

Bearbeiten 1969

Aus der Wahl des 6. Deutschen Bundestags am 28. September 1969 geht Willy Brandt als Sieger hervor. Zusammen mit dem neuen Außenminister Walter Scheel (FDP) leitet er die neue Ostpolitik mit dem Ziel „Wandel durch AnnĂ€herung“ ein.

Bearbeiten 1970

An der Grenze zur Bundesrepublik beginnt die DDR mit der Installation von Selbstschussanlagen, Typ SM-70. Vom 19. MĂ€rz bis zum 21. Mai fand ein Treffen von Brandt und Willi Stoph in Erfurt und Kassel statt. Dies war der Beginn einer vorsichtigen AnnĂ€herung zwischen Bundesrepublik und DDR. Am 12. August besuchte Willy Brandt Moskau. Beide Seiten vereinbaren dort erstmals nach Kriegsende Gewaltverzicht und den Verzicht auf GebietsansprĂŒche (Moskauer Vertrag). Im Warschauer Vertrag erkennen Polen und die Bundesrepublik am 7. Dezember die Oder-Neiße-Linie faktisch als polnische Westgrenze an.

Bearbeiten 1971

Im ViermÀchteabkommen werden Berlin am 3. September freie Zufahrtswege garantiert. Ab dem 17. Dezember regelt ein Transitabkommen den Reiseverkehr von und nach West-Berlin.

Bearbeiten 1972

Am 6. Oktober erließ die FĂŒhrung zum Anlass des 23. Jahrestages der DDR-GrĂŒndung eine Amnestie fĂŒr politische und kriminelle StraftĂ€ter. Nach offiziellen Angaben wurden mehr als 30.000 Personen entlassen, ein Teil von ihnen in den Westen. Der am 21. Dezember vereinbarte Grundlagenvertrag regelte von nun an die Beziehungen zwischen Bundesrepublik und der DDR.

Bearbeiten 1973

1973 besuchte der sowjetische KPdSU-Chef Leonid Breschnew die Bundesrepublik.

Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik werden Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (UNO).

Bearbeiten 1976

Erich Honecker wird GeneralsekretĂ€r des Zentralkomitees der SED (ZK) und Vorsitzender des Staatsrats der DDR. Am 16. November wird der kritische Liedermacher Wolf Biermann aus der DDR ausgebĂŒrgert.

Bearbeiten 1989

40 Jahre nach der VerkĂŒndigung des Grundgesetzes feiert die Bundesrepublik am 23. Mai ihr 40-jĂ€hriges Bestehen. Die DDR folgt am 7. Oktober mit ihrer 40-Jahr-Feier.
Am 9. November fÀllt nach 28 Jahren Trennung die Berliner Mauer.

Bearbeiten 1990

Mit der Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrags durch die vier SiegermÀchte in Moskau wird die Wiedervereinigung von Bundesrepublik und DDR völkerrechtlich legitimiert und die alliierten Vorbehaltsrechte aufgehoben. Die volle staatliche SouverÀnitÀt tritt am 15. MÀrz 1991 in Kraft.

Bearbeiten Siehe auch

Bearbeiten Literatur

  • Westermann (Hrsg.): Durchblick. 1. Auflage. westermann, Braunschweig 1998 (GSW Geschichte/Politik, 9/10), ISBN 3-14-114264-5.

Bearbeiten Weblinks