Demontage (frz. démontage) beschreibt (im Gegensatz zur Montage) den Abbau von etwas, insbesondere von Baugruppen, Maschinen oder auch ganzen Produktionsanlagen.
Demontagetechnik ist somit die Umkehrung der Montagetechnik mit dem Ziel der Zerlegung eines komplexen Systems in Subsysteme wie Baugruppen oder einzelne Bauteile. Spezielle Demontagetechniken werden z. B. dann benötigt, wenn atomtechnische Anlagen demontiert werden müssen.
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Bearbeiten Historische Bedeutung
Unter dem historischen Begriff „Demontage“ versteht man in Deutschland den Abbau von Industrieanlagen. So kam es zum Beispiel nach dem Zweiten Weltkrieg in den Besatzungszonen zu Demontagen. Die Alliierten, insbesondere die Sowjetunion, strebten Wiedergutmachung für erlittene Verwüstungen und Schäden an. Außerdem sollte Deutschland durch die Zerschlagung seiner Rüstungsindustrie militärisch geschwächt und dadurch ein erneuter Angriffskrieg unmöglich gemacht werden. Entsprechend dem Potsdamer Abkommen kam zu Demontagelieferungen aus dem Ruhrgebiet an die sowjetische Zone. Im Gegenzug sollte dafür wegen der Lebensmittelknappheit in den Westzonen Nahrung aus der sowjetischen Zone, die überwiegend landwirtschaftliche Erzeugnisse produzierte, in die Westzonen geliefert werden. Ein Großteil der demontierten Anlagen des Ruhrgebiets und der sowjetischen Zone wurde in die Sowjetunion geliefert. In der Bizone und später Trizone wurde wegen der Truman-Doktrin die Politik der Demontagen beendet.
Die Demontage von Industrieanlagen in der amerikanischen Zone wurde nach einem im März 1946 aufgestellten Industrieplan begonnen, nach dem 1.600 Betriebe demontiert werden sollten, um das Produktionsniveau auf rund 63 % von 1938 zurückzuschrauben. Ein Jahr später wurde jedoch bereits der Marshallplan angekündigt und die Aufnahme Westdeutschlands unter die Empfängerländer der Mittel des European Recovery Programs (ERP). Der neue Industrieplan von 1947 sah bereits vor, die Industriekapazitäten annähernd auf das Vorkriegsjahr anzuheben. Deswegen wurde in Westdeutschland auch das Beenden der Demontagen erwartet. Im Oktober 1947 wurde aber wieder eine Demontageliste erlassen, die immerhin noch 682 Betriebe umfasste. Dadurch kam es in den Folgejahren zum Nebeneinander von Demontage und Remontage, dem verstärktem Wiederaufbau von Betrieben.[1]
Die Demontage-Pläne wurden zuletzt im Petersberger Abkommen vom 22. November 1949 revidiert und Ende 1950 wurde die Demontage in der Bundesrepublik eingestellt. Der Gesamtwert der demontierten Anlagen wird für Westdeutschland bis zu 5,4 Mrd. DM geschätzt, für die Sowjetische Besatzungszone bzw. DDR bis zu 5 Mrd. DM.
Bearbeiten Demontage in der Kinobranche
In der Kinobranche versteht man unter Demontage das sachgerechte Trennen (Entkoppeln) der einzelnen Akte einer Filmkopie durch den Filmvorführer, wenn diese zuvor zur kontinuierlichen (d. h. ohne Überblendung) Vorführung des Films „zusammengeklebt“ (montiert, siehe dort) wurden.
Dazu wird der ganze Filmstreifen abgerollt und an den bei der Montage deutlich sichtbar (nur für den Vorführer) markierten Verbindungsstellen wieder aufgetrennt. Beiden Enden der Schnittstelle wird jeweils wieder dessen korrektes (farbkodiertes) Start- bzw. Endband angefügt (angeklebt).
Bearbeiten Siehe auch
Bearbeiten Weblinks
- Bildmaterial: 7. Juni 1949 – Ruhrprotest gegen Demontagen
Bearbeiten Einzelnachweise
- ↑ Wolfgang Benz, Von der Besatzungsherrschaft zur Bundesrepublik. Stationen einer Staatsgründung 1946–1949, Frankfurt 1989, ISBN 3-596-24311-4, S. 80ff.
Bearbeiten Literatur
- C. W. Harmssen: Am Abend der Demontage (1951)
- W. Hasenack: Betriebs-Demontage als Reparationsform (1948)
