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Disambig-dark.svg Dieser Artikel befasst sich mit der Deutschen Demokratischen Republik. Zu weiteren Bedeutungen der AbkĂŒrzung „DDR“ siehe DDR (BegriffsklĂ€rung).
Deutsche Demokratische Republik
Flagge der DDR
Staatswappen der DDR
Flagge Wappen
Amtssprache Deutsch
Hauptstadt Berlin (gemĂ€ĂŸ Verfassung, aber entgegen alliierter Vereinbarung; faktisch: Ost-Berlin[1])
Staatsform Volksrepublik[2]
Regierungsform Realsozialistische Einparteiendiktatur[3][4]
Staatsoberhaupt Vorsitzender des Staatsrates[5]
Regierungschef Vorsitzender des Ministerrates[6]
FlĂ€che 108.179 kmÂČ
Einwohnerzahl 16,675 Millionen (1988)[7]
Bevölkerungsdichte 154 Einwohner pro kmÂČ
WĂ€hrung 1949–1964: Deutsche Mark
1964–1967: Mark der Deutschen Notenbank
1967–1990: Mark der DDR
(drei Namen, aber dieselbe WĂ€hrung)
nach der WĂ€hrungsunion 1990: Deutsche Mark
UnabhĂ€ngigkeit 7. Oktober 1949 – 3. Oktober 1990[8][9]
Nationalhymne Auferstanden aus Ruinen
Zeitzone UTC +01:00
Kfz-Kennzeichen bis Ende 1973: D, danach: DDR
Internet-TLD .dd (niemals delegiert)
Telefonvorwahl +37 (nicht mehr gĂŒltig; +37x an mehrere Staaten neu vergeben)
DDR-Europe.png

Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) war ein zunÀchst totalitÀr, spÀter dann autoritÀr[10] regierter realsozialistischer Staat in Mitteleuropa. Er bestand von 1949 bis 1990.

Die GrĂŒndung der DDR am 7. Oktober 1949 auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) erfolgte vier Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf Betreiben der Sowjetunion, nachdem zuvor mit UnterstĂŒtzung der drei West-Alliierten auf dem Gebiet ihrer Besatzungszonen (Trizone) die Bundesrepublik Deutschland gegrĂŒndet worden war.

Der Aufbau der DDR wurde maßgeblich durch die Gruppe Ulbricht bestimmt, welche die RĂŒckendeckung Josef Stalins hatte. Im staatlichen SelbstverstĂ€ndnis nach 1952 wurde die DDR als erster deutscher „sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern“ charakterisiert, Wahlen dienten der Legitimation der SED, waren aber von Beginn an manipuliert.[11] Mit der Verwaltungsreform von 1952 wurden anfĂ€nglich enthaltene föderale Elemente im Staatsaufbau aufgegeben.[12] Der „Aufbau des Sozialismus“ nach den Vorgaben der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands als „marxistisch-leninistischer Partei der Arbeiterklasse“ wurde zunehmend autoritĂ€r und zentralistisch durchgefĂŒhrt.

Die friedliche Revolution[13] 1989/90 markierte das wirtschaftliche und politische Scheitern der DDR. Die 1990 erstmals frei gewĂ€hlte Volkskammer beschloss die Wiederherstellung von ostdeutschen LĂ€ndern und den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland als einen Akt der Selbstbestimmung.[14] Die Existenz der DDR wurde damit zum 3. Oktober 1990 mit der deutschen Wiedervereinigung beendet.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Bezirke der DDR (Grenzen und Bezeichnungen aus DDR-Sicht, 1989)

Das Staatsgebiet der Deutschen Demokratischen Republik bestand aus den heutigen deutschen LĂ€ndern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und ThĂŒringen sowie dem Amt Neuhaus in Niedersachsen. Laut Verfassung war Berlin die Hauptstadt der DDR, was einen Verstoß gegen die 1945 von den Alliierten getroffene Vereinbarung auf der Jalta-Konferenz darstellte. Obwohl nach dieser gesamt Berlin als Viersektorenstadt unter gemeinsamer alliierter Kontrolle keiner der deutschen Besatzungszonen und damit nicht einem der beiden daraus entstandenen deutschen Staaten angehören konnte, wurde die schrittweise Vereinnahmung des Ostteils durch die DDR letztlich von den WestmĂ€chten de facto geduldet (siehe auch: Berlin-Frage). Die drei westlichen Alliierten betonten aber stets den staatsrechtlichen Sonderstatus ganz Berlins, der sich aus der von allen vier SiegermĂ€chten ausgeĂŒbten Besatzungshoheit ergebe.[15]

Die DDR erstreckte sich durchschnittlich zirka 450 Kilometer in Nord-SĂŒd-Richtung, die mittlere Ost-West-Ausdehnung betrug rund 250 Kilometer. Im Norden bildete die Ostsee eine natĂŒrliche Grenze, wobei die HoheitsgewĂ€sser der DDR teilweise an die der Bundesrepublik Deutschland, DĂ€nemarks sowie der Volksrepublik Polen (von Nordwesten nach Nordosten gesehen) angrenzten. Mit Polen wurde darĂŒber hinaus die im Osten der DDR gelegene Oder-Neiße-Grenze gebildet, an deren Ende sich im SĂŒdosten das Gebiet der damaligen Tschechoslowakei anschloss. Im SĂŒdwesten beziehungsweise Westen der DDR verlief die innerdeutsche Grenze zur Bundesrepublik. DarĂŒber hinaus umschloss die DDR die inmitten ihres Staatsgebiets gelegene Enklave West-Berlin. Den nördlichsten Punkt der DDR markierte der nordwestlich von Kap Arkona gelegene Gellort auf der Insel RĂŒgen, den sĂŒdlichsten Punkt Schönberg Am Kapellenberg als Ortsteil von Bad Brambach (Vogtland). Der westlichste Punkt lag in der NĂ€he des Dorfes Reinhards in der Rhön, der östlichste in der NĂ€he von Zentendorf zwischen Rothenburg und Görlitz.

Der Norden und die Mitte der DDR waren Teil der eiszeitlich geprĂ€gten Norddeutschen Tiefebene und nahmen drei FĂŒnftel der gesamten LandesflĂ€che ein. Dabei wechselten sich wellige Grund- bzw. EndmorĂ€nenlandschaften wie der Nördliche und SĂŒdliche LandrĂŒcken mit ebenen SanderflĂ€chen und UrstromtĂ€lern ab (Mecklenburgische Seenplatte, MĂ€rkische Seen). Folgerichtig befanden sich die meisten Seen im Tiefland der DDR, wozu mit der MĂŒritz, sowie dem Schweriner See und dem Plauer See auch die grĂ¶ĂŸten BinnengewĂ€sser zĂ€hlten. Der SĂŒden des Landes wurde hingegen von den Mittelgebirgen eingenommen (Harz, ThĂŒringer Wald, Rhön, Erzgebirge, Elbsandsteingebirge, SĂ€chsische Schweiz, Lausitzer Bergland, Zittauer Gebirge), in denen von Norden her ausgeprĂ€gte Beckenlandschaften hineinragten (Leipziger Tieflandsbucht, ThĂŒringer Becken). Die höchsten Erhebungen der DDR waren der Fichtelberg mit 1214 m, gefolgt von Brocken (1142 m) und dem Auersberg (1019 m).

Die beiden grĂ¶ĂŸten Flussgebiete in der DDR waren die Elbe und die Oder, die eine große Bedeutung fĂŒr die DDR-Binnenschifffahrt besaßen und durch verschiedene schiffbare KanĂ€le (Oder-Havel-Kanal, Oder-Spree-Kanal) miteinander verbunden waren. WĂ€hrend die Elbe mit ihren zahlreichen direkten und indirekten ZuflĂŒssen, wie Saale, Havel, Mulde und Spree das gesamte Territorium der DDR durchzog, verkörperte die Oder zusammen mit ihrem Nebenfluss Neiße die Staatsgrenze zum östlichen Nachbarn Polen. Weitere nur zum Teil schiffbare WasserlĂ€ufe in der DDR waren zum Beispiel die Peene, die Warnow und die Werra.

Die flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸten Inseln der DDR waren RĂŒgen, Usedom, Poel und Hiddensee, sowie die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Bevölkerung

Einwohner

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lebten in der Sowjetischen Besatzungszone knapp 19 Millionen Menschen.

Die Bevölkerungszahl nahm in der DDR kontinuierlich ab. Das hatte vornehmlich zwei GrĂŒnde:

  1. Von der GrĂŒndung der DDR bis zum Bau der Berliner Mauer im August 1961 zogen oder flohen viele Menschen in den Westen, vor allem in die Bundesrepublik (Familientrennung, politisch motivierte Flucht und Abwanderung zu besseren Arbeits- und Lebensbedingungen). Auch nach 1961 gelangen einzelne Fluchtaktionen. Die DDR wies Einzelpersonen, unter anderem im Rahmen des Freikaufs politischer HĂ€ftlinge unter Entzug der StaatsbĂŒrgerschaft der DDR aus. Auch der Antrag zur stĂ€ndigen Ausreise aus der DDR ermöglichte im Rahmen eines langwierigen und mit Schikanen verbundenen Antrags die Emigration aus der DDR.
  2. Mit EinfĂŒhrung der schwangerschaftsverhĂŒtenden Pille und der Legalisierung von SchwangerschaftsabbrĂŒchen nahm die Anzahl der Geburten ab („Geburtenknick“, „Pillenknick“). Wie in anderen entwickelten LĂ€ndern auch ging der Trend generell von der Großfamilie hin zu Familien mit ein bis zwei Kindern.
Einwohner und BerufstÀtige der DDR in Millionen Menschen[7]
Jahr Einwohner (Mio.) BerufstÀtige
(ohne Lehrlinge, Mio.)
1950 18,388 7,196
1960 17,188 7,686
1970 17,068 7,769
1980 16,740 8,225
1988 16,675 8,594
Bevölkerungsentwicklung von 1946–1985 (unterschiedliche JahresabstĂ€nde)[16]

Sprachen

Das Gebiet, auf dem sich die DDR befand, gehört zum deutschen Sprachraum. In einigen Kreisen der Bezirke Dresden und Cottbus waren auch die westslawischen Sprachen Obersorbisch und Niedersorbisch als die Sprachen der sorbischen Minderheiten staatlich anerkannt.

Die Benrather Linie teilt das Land von West nach Ost auf der Höhe der Bezirke Magdeburg, Potsdam und Frankfurt (Oder) beziehungsweise auf einer Linie zwischen Nordhausen und Frankfurt (Oder). Nördlich von ihr werden die niederdeutschen Dialekte Mecklenburgisch-Vorpommersch und Mark-Brandenburgisch bzw. MĂ€rkisch gesprochen. An der Grenze zum Bundesland Niedersachsen sind auch ostfĂ€lische bzw. Braunschweig-LĂŒneburgische Dialekte wie ElbostfĂ€lisch und Heideplatt verbreitet. SĂŒdlich der Benrather Linie, wo etwa 60 Prozent der DDR-Bevölkerung lebte, spricht man einen der ostmitteldeutschen Dialekte. Zu dieser Gruppe gehören die Berlin-Brandenburgischen Dialekte, lausitzische Dialekte und die ThĂŒringisch-ObersĂ€chsische Dialektgruppe. Im SĂŒden des Vogtlandes (Kreis Oelsnitz und Kreis Klingenthal) wird der oberdeutsche Dialekt Nordbairisch gesprochen, daneben sind die oberdeutschen Dialekte VogtlĂ€ndisch und Erzgebirgisch verbreitet. Im SĂŒdosten der DDR gab es ein Gebiet, das bis 1945 zu Niederschlesien gehört hatte. Dort hat sich der Schlesische Dialekt erhalten.

Religion

In der DDR gab es verschiedene Religionsgemeinschaften. Die grĂ¶ĂŸten waren die christlichen Kirchen. Neben den seit 1969 im Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR zusammengeschlossenen acht evangelischen Landeskirchen und der römisch-katholischen Kirche gab es folgende Freikirchen: den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR, den Bund Freier evangelischer Gemeinden, die Evangelisch-methodistische Kirche, die Herrnhuter BrĂŒdergemeine, die Mennoniten-Gemeinde und die QuĂ€ker. Hinzu kamen die Evangelisch-Lutherische Freikirche, die Evangelisch-lutherische (altlutherische) Kirche und der Kirchenbund Evangelisch-Reformierter Gemeinden in der DDR.[17] 1950 gehörten etwa 85 Prozent der DDR-BĂŒrger einer evangelischen und etwa 10 Prozent der katholischen Kirche an. Bis 1989 ging der Anteil der Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung deutlich zurĂŒck: noch 25 Prozent der Bevölkerung waren Protestanten und 5 Prozent Katholiken. Der Anteil der Konfessionslosen an der Gesamtbevölkerung stieg von etwa 6 Prozent auf etwa 70 Prozent 1989. WĂ€hrend der Großteil der DDR protestantisch geprĂ€gte Gebiete waren, gab es auch einige traditionell katholische Gegenden: in ThĂŒringen das Eichsfeld, die Rhön um Geisa (gehörte historisch lange zum Bistum Fulda) und die traditionell bikonfessionelle Stadt Erfurt sowie in Sachsen die obersorbischen Siedlungsgebiete im Raum Kamenz/Bautzen.

Daneben gab es jĂŒdische Gemeinden sowie vereinzelt ab den 1980er-Jahren buddhistische, hinduistische und muslimische Gruppen. Die religiösen Organisationen waren die einzigen legalen vom Staat unabhĂ€ngigen Organisationen.

Religionsfreiheit war in der DDR in der Verfassung festgeschrieben und wurde formal auch gewĂ€hrt. Dennoch versuchte die DDR den Einfluss der Kirchen zurĂŒckzudrĂ€ngen und vor allem junge Menschen kirchlichem Einfluss zu entziehen. Ihre schĂ€rfste Form hatte die antikirchliche Politik der DDR Anfang der 1950er-Jahre. Sie gipfelte 1953 in der Kriminalisierung der „Jungen Gemeinden“. Dies fĂŒhrte zu Relegierungen in Schulen und UniversitĂ€ten, auch zu Verhaftungen, die im Juni 1953 jedoch wieder zurĂŒckgenommen wurden. Auch danach blieb fĂŒr bekennende Christen die Möglichkeit, zu studieren bzw. eine staatliche Laufbahn einzuschlagen, erschwert.[18]

Zwar nahm die Zahl religiös gebundener Menschen erheblich ab, dennoch konnte die Politik der DDR nicht verhindern, dass die christlichen Kirchen ein eigenstĂ€ndiger gesellschaftlicher Faktor blieben.[19] Die Geschichte der Jahre 1989/90 zeigte dann, dass sich gerade in den evangelischen Kirchen als halböffentliche VersammlungsrĂ€ume ein großer Teil der Menschen fand, teilweise ohne selber religiös zu sein, die zu den TrĂ€gern der friedlichen Revolution in der DDR wurden.

Siehe auch: Christen und Kirche in der DDR

Staatssymbole

Die Flagge der Deutschen Demokratischen Republik bestand aus drei waagerechten Streifen in den traditionellen deutsch-demokratischen Farben Schwarz-Rot-Gold mit dem Staatswappen der DDR in der Mitte, bestehend aus Hammer und Zirkel, umgeben von einem Ährenkranz als Symbol des BĂŒndnisses von Arbeitern, Bauern und Intelligenz. Erste EntwĂŒrfe des Wappens von Fritz Behrendt enthielten nur Hammer und Ährenkranz, als Ausdruck des Arbeiter-und-Bauern-Staates. Die endgĂŒltige Version beruhte hauptsĂ€chlich auf der Arbeit von Heinz Behling.

Mit Gesetz vom 26. September 1955 wurde das Staatswappen mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz bestimmt, als Staatsflagge weiterhin Schwarz-Rot-Gold. Mit Gesetz vom 1. Oktober 1959 wurde das Wappen in die Staatsflagge eingefĂŒgt. Das öffentliche Vorzeigen dieser Flagge wurde bis Ende der 1960er-Jahre in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin als ein Verstoß gegen Verfassung und öffentliche Ordnung angesehen und durch polizeiliche Maßnahmen verhindert (vergleiche ErklĂ€rung der Innenminister von Bund und LĂ€ndern, Oktober 1959). Erst 1969 verfĂŒgte die Bundesregierung, „dass die Polizei nirgendwo mehr gegen die Verwendung von Flagge und Wappen der DDR einschreiten sollte.“

Auf Antrag der DSU beschloss die erste frei gewÀhlte Volkskammer der DDR am 31. Mai 1990, dass das DDR-Staatswappen innerhalb einer Woche in und an öffentlichen GebÀuden entfernt werden sollte. Dennoch fand es bis zum offiziellen Ende der Republik beispielsweise auf Dokumenten weiter vielfÀltige Verwendung.

Der Text Auferstanden aus Ruinen der Nationalhymne der DDR stammt von Johannes R. Becher, die Melodie von Hanns Eisler. Von Anfang der 1970er-Jahre bis Ende 1989 wurde der Text der Hymne aufgrund der Passage „Deutschland einig Vaterland“ aber nicht mehr gesungen.

Geschichte

Siehe: Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik

Entstehungsphase und Bau der Berliner Mauer

GrĂŒndung der DDR. Das Manifest „Die Nationale Front des demokratischen Deutschland“ wurde verabschiedet. Die jĂŒngste Abgeordnete der Volkskammer, Margot Feist, beglĂŒckwĂŒnscht Wilhelm Pieck zu seiner Wahl als StaatsprĂ€sident

Die Deutsche Demokratische Republik wurde am 7. Oktober 1949, fĂŒnf Monate nach GrĂŒndung der Bundesrepublik Deutschland, durch die von der Sowjetunion eingesetzte Regierung als „sozialistischer Arbeiter- und Bauernstaat“ proklamiert. In politischer Hinsicht wurde von Beginn an eine Parteidiktatur der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) errichtet. Weiter war die DDR Teil des unter der Hegemonie der Sowjetunion stehenden Ostblocks. Otto Grotewohl wurde der erste MinisterprĂ€sident und Wilhelm Pieck der erste und einzige PrĂ€sident der DDR.

Wilhelm Pieck auf einer DDR-Briefmarke
Johannes Dieckmann auf einer DDR-Briefmarke, 1973)

Diese beiden Politiker setzten zuvor die Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED ins Werk, Drahtzieher war jedoch die sogenannte „Gruppe Ulbricht“. Trotz der Vereinigung gab es nun im noch einheitlich verwalteten Berlin weiterhin zwei Arbeiterparteien. Um ihre Zulassung wurde weit oberhalb des Kontrollrats gestritten, was mit einem Kompromiss endete: SED wie SPD wurden mit alliiertem Beschluss vom 31. Mai 1946 in allen vier Sektoren zugelassen. Nach dem Mauerbau 1961 beschloss die Berliner SPD auf Empfehlung des stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Herbert Wehner, ihre KreisverbĂ€nde im Ostsektor der Stadt aufzulösen.[20]

Walter Ulbricht war von 1950 bis 1971 als Erster SekretĂ€r (bis 1953 GeneralsekretĂ€r) des Zentralkomitees (ZK) der SED der faktische Machthaber, 1971 bis 1989 gefolgt von Erich Honecker (ab 1976 mit dem Titel GeneralsekretĂ€r) und zuletzt von Egon Krenz (18. Oktober 1989 bis zum RĂŒcktritt des gesamten PolitbĂŒros der SED am 3. Dezember 1989). Johannes Dieckmann (LDPD) wurde der erste PrĂ€sident der Volkskammer bis 1969. Ihm folgten bis 1976 Gerald Götting (CDU der DDR), bis 1989 Horst Sindermann (SED) und 1990 GĂŒnther Maleuda (DBD).

Bis heute sind die konkreten PlĂ€ne Josef Stalins gegenĂŒber Deutschlands nach dem Krieg nur schwer zu rekonstruieren. Unstrittig ist, dass die Sowjetunion bereits im Herbst 1945 mit der politischen und wirtschaftlichen Umgestaltung in ihrer Besatzungszone begonnen hatte.[21] Unstrittig ist auch, dass Stalin die treibende Kraft hinter der Vereinigungskampagne von KPD und SPD war.[22] Nicht zu widerlegen ist, dass durch Bodenreform[23] und Enteignungen von Unternehmen[24] bewusst tief in das wirtschaftliche Geschehen eingegriffen worden war.

Die Initiative der Bundesrepublik und der WestmĂ€chte Anfang der 1950er-Jahre, die Teilung Deutschlands durch freie gesamtdeutsche Wahlen unter internationaler Kontrolle[25] rĂŒckgĂ€ngig zu machen, scheiterte am Veto der Sowjetunion und am Widerstand der SED-FĂŒhrung.[26] Das Jahr 1952 kann in soweit als entscheidend angesehen werden, da Walter Ulbricht auf der II. Parteikonferenz der SED im Juli[27] den „planmĂ€ĂŸigen Aufbau des Sozialismus“ verkĂŒndete. Die Kollektivierung der Landwirtschaft und die Verstaatlichung der Betriebe wurden vorangetrieben. Ebenso wurden staatliche Beteiligungen an Privatbetrieben gefördert. Kurz darauf wurden mit der Verwaltungsreform von 1952 die LĂ€nder der DDR aufgelöst und durch Bezirke ersetzt.

Am 17. Juni 1953 kam es in Ost-Berlin zu Demonstrationen gegen erhöhte Arbeitsnormen, die sich in weiten Teilen des Landes zu AufstÀnden gegen die Politik der SED ausweiteten. Diese wurden von den in der DDR stationierten sowjetischen Truppen militÀrisch niedergeschlagen, wobei es zu Todesopfern kam.

Die Wirtschaft der DDR entwickelte sich aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen (die DDR leistete umfangreiche Reparationszahlungen an die Sowjetunion und verzichtete auf Grund des Drucks aus Moskau auf finanzielle Leistungen aus dem Marshallplan zum Wiederaufbau Europas), aber auch aufgrund der Kollektivierung sowie der zunehmenden Enteignung der Betriebe und der prinzipiellen MĂ€ngel der Planwirtschaft langsamer als die der Bundesrepublik Deutschland.[28] Unter anderem aufgrund des WirtschaftsgefĂ€lles, aus Furcht vor Repressionen und WillkĂŒrmaßnahmen seitens der sowjetischen Besatzungsmacht und spĂ€ter der DDR-Organe oder auch, weil wesentliche Freiheiten nicht gewĂ€hrt wurden, flohen schon ab 1945 viele BĂŒrger in den Westen. Seit der Errichtung der DDR verließen immer mehr BĂŒrger die DDR. Zwischen 1949 und 1961 flohen etwa 2,6 Millionen Menschen aus der DDR einschließlich Ost-Berlin, davon allein 47.433 noch in den beiden ersten Augustwochen 1961.

Berliner Mauer
Innerdeutsche Grenze zwischen Hessen (links) und ThĂŒringen (rechts)

Diese Abwanderung wurde fĂŒr die DDR wirtschaftlich bedrohlich, da ĂŒberdurchschnittlich viele junge und gut ausgebildete Menschen den Staat verließen, obwohl „Republikflucht“ strafbar war. GeflĂŒchtet wurde in erster Linie ĂŒber Berlin, wo die Sektorengrenze zwischen West- und Ost-Berlin kaum zu kontrollieren war, im Gegensatz zur schon seit 1952 scharf bewachten innerdeutschen Grenze der DDR zur Bundesrepublik. In der Nacht vom 12. auf den 13. August begannen Volksarmisten, Volkspolizisten und Angehörige der Kampfgruppen der DDR, die Grenze rings um West-Berlin mit Stacheldraht und bewaffneten KrĂ€ften „gen Osten“ abzusichern. Alle Verkehrswege, wie der U- und S-Bahn-Betrieb, wurden unterbrochen. Seit dem 13. August 1961 wurde die Grenze durch Sperranlagen, Minensperren, Selbstschussanlagen und gezielt schießende Grenzsoldaten noch umfassender gesichert und die Berliner Mauer gebaut, die zum Symbol der Teilung Deutschlands und Europas wurde. Bei dem Versuch, dieses von der DDR als „antifaschistischer Schutzwall“ bezeichnete Sperrsystem zu ĂŒberwinden, wurden mehrere hundert FlĂŒchtlinge (in der offiziellen DDR-Sprachregelung „Grenzverletzer“) an der innerdeutschen Grenze getötet. Die durch die DDR verĂŒbten Menschenrechtsverletzungen, darunter die an der innerdeutschen Grenze, wurden in der Bundesrepublik Deutschland von der eigens eingerichteten Zentralen Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen in Salzgitter dokumentiert.

Entwicklungstendenzen ab 1961

Im Zuge der Neuen Ostpolitik der bundesdeutschen Regierungen seit 1966, die hauptsĂ€chlich von Willy Brandt (Außenminister 1966–1969 und Bundeskanzler 1969–1974) formuliert wurde, kam es beginnend mit dem Erfurter Gipfeltreffen 1970 zu einer AnnĂ€herung zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Die Bundesrepublik gab ihren Alleinvertretungsanspruch auf; die DDR erkannte an, dass die Deutschen ein Volk sind, das lediglich in zwei Staaten lebte. Daraufhin wurden 1973 beide deutsche Staaten Mitglieder der UNO.

Am 6. April 1968 gab es den ersten und einzigen Volksentscheid zur neuen „Sozialistischen“ Verfassung der DDR. Im Gegensatz zu den sonst ĂŒblichen WahlausgĂ€ngen erreichte hier sogar der Nein-Stimmen-Anteil fĂŒnf Prozent. Die markantesten SĂ€tze in der neuen Verfassung waren, neben der Fixierung der FĂŒhrungsrolle der SED, die Definition der DDR als „sozialistischer Staat deutscher Nation“ und die Formulierung aktueller Ziele wie etwa die „Herstellung und Pflege normaler Beziehungen“ und die „Zusammenarbeit der beiden deutschen Staaten“. Letzteres erzeugte in Moskau Argwohn und man begann dort daraufhin, Erich Honecker als Nachfolger von Walter Ulbricht zu favorisieren; auch durch SĂ€tze wie vom „entwickelten Sozialismus in der DDR“ hatte Ulbricht Missfallen in Moskau ausgelöst. Die Möglichkeit eines solchen Volksentscheides, die bis dahin bestand, wurde mit dieser Verfassungsreform abgeschafft.

Am 3. Mai 1971 erklĂ€rte Ulbricht „aus gesundheitlichen GrĂŒnden“ den RĂŒcktritt von all seinen Ämtern, bis auf das Amt des Staatsratsvorsitzenden, und wurde von Erich Honecker abgelöst. Vorausgegangen war ein interner Machtkampf mit Honecker, der von Moskau unterstĂŒtzt wurde.[29] Ulbricht starb am 1. August 1973.

Am 7. Oktober 1974 kam es zu einer erneuten VerfassungsĂ€nderung. Alle Textpassagen zur Wiedervereinigung als Verfassungsziel wurden entfernt. Die Anbindung an die Sowjetunion deutlicher manifestiert; aus Ulbrichts Satz „Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat deutscher Nation“ wurde „Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern“. Außerdem wurde die Wahlperiode von vier auf fĂŒnf Jahre verlĂ€ngert und die Befugnisse des Staatsrates so stark eingeschrĂ€nkt, dass diesem Organ lediglich ReprĂ€sentationsrechte blieben.

Erich Honecker und weitere Mitglieder der Partei- und StaatsfĂŒhrung der DDR sowie ReprĂ€sentanten aus dem Ausland auf einer EhrentribĂŒne in der Berliner Karl-Marx-Allee anlĂ€sslich der Feierlichkeiten am 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der DDR

In den beiden Jahrzehnten bis 1989 blieb die DDR bedacht auf weitere Abgrenzung gegenĂŒber der Bundesrepublik. Dennoch wurden zahlreiche Abkommen mit ihr geschlossen, die die Kontakte zwischen den Menschen erleichterten, obwohl Moskau diese eher misstrauisch wahrnahm.[30] Der DDR brachte ihre Sonderstellung im innerdeutschen Handel Vorteile und wichtige Devisen ein. Die von Honecker proklamierte „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“ und ein großes Wohnungsbauprogramm sollte den Lebensstandard heben, blieb aber hinter den Erwartungen zurĂŒck und fĂŒhrte zu Verschuldung des Landes. In den Jahren ab 1980 wuchs das Zahlungsbilanzdefizit der DDR bis an kritische Grenzen. Die RĂŒstungsexporte an die Sowjetunion brachen ein, wĂ€hrend diese deutlich höhere Rohstoffpreise verlangte. Nur die Bonner Kredite 1983 konnten eine drastische Wirtschaftskrise verhindern. Der Besuch Honeckers 1987 in Bonn war der Höhepunkt seiner internationalen Anerkennung, als bereits in der DDR die viel zu geringen Erhaltungs- und Erneuerungsinvestitionen dazu fĂŒhrten, dass die Wirtschaft ins Stocken geriet, die AltstĂ€dte verfielen und die Umwelt verkam. Die Zahl der AusreiseantrĂ€ge wuchs an.

Politische Wende und Beitritt zur Bundesrepublik (1989/1990)

→ Hauptartikel: Wende (DDR)

Erster Parteitag der PDS Ende Februar 1990.
Parteivorsitzender Gregor Gysi (links) und der stellvertretende Vorsitzende Hans Modrow, MinisterprÀsident der DDR und ehemaliges Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der SED
Die Alexanderplatz-Demonstration in Ost-Berlin am 4. November 1989

Im Sommer und Herbst 1989 flohen immer mehr BĂŒrger der DDR ĂŒber Ungarn, das am 2. Mai 1989 seine Grenze zu Österreich geöffnet hatte und ab dem 11. September 1989 auch DDR-BĂŒrgern offiziell die Ausreise nach Österreich erlaubte, sowie ĂŒber die Botschaften der Bundesrepublik Deutschland in ostmitteleuropĂ€ischen Staaten, vor allem in Prag. Da die DDR-FĂŒhrung die Umgestaltungspolitik des sowjetischen GeneralsekretĂ€rs Michail Gorbatschow nicht nachvollziehen wollte, destabilisierte sich die DDR zunehmend von innen heraus.

Die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, die sich auch durch einen vom bayerischen MinisterprĂ€sidenten Franz Josef Strauß im Jahr 1983 vermittelten Kredit aus der Bundesrepublik Deutschland nicht hatte aufhalten lassen, und die auf der sowjetischen Perestroika-Politik beruhenden, von Honecker aber enttĂ€uschten Hoffnungen auf freiheitliche VerĂ€nderungen fĂŒhrten im Rahmen der Friedensgebete besonders der Evangelischen Kirche 1989 zu regelmĂ€ĂŸigen Protestdemonstrationen. Diese weiteten sich vor allem in Leipzig, aber auch in anderen StĂ€dten, sehr schnell zu Großdemonstrationen aus, die friedlich blieben – anders als die Protestdemonstrationen wegen der erzwungenen Durchreise der BotschaftsflĂŒchtlinge aus Prag und Warschau, die am Hauptbahnhof Dresden zu heftigen Ausschreitungen fĂŒhrten.

Am 18. Oktober 1989 musste Honecker unter dem Druck der öffentlichen Proteste zurĂŒcktreten, wie wenige Tage spĂ€ter die vollstĂ€ndige DDR-Regierung. Am 9. November wurde die Berliner Mauer geöffnet. Am 17. November wĂ€hlte die Volkskammer Hans Modrow, bisheriger 1. SekretĂ€r der Bezirksleitung der SED Dresden, zum neuen Vorsitzenden des Ministerrates. In dessen Regierungszeit wurden die Runden Tische zur zweiten, demokratischen Diskussionsebene. Die Montagsdemonstrationen der DDR-Bevölkerung und die Maueröffnung fĂŒhrten schließlich zum Zusammenbruch des SED-Regimes. Die unbewaffneten Montagsdemonstranten blieben friedlich, und die bewaffneten Organe der DDR, die vor allem 1989 noch mit PrĂŒgeleien und Verhaftungen auf die Demonstrationen reagiert hatten, verzichteten, wohl auch angesichts der zunehmenden Masse der Demonstranten, weitgehend auf die gewaltsame Auflösung der Versammlungen. Der bewusste Verzicht auf Gewalt wurde am deutlichsten bei der großen Leipziger Demonstration, in deren Vorfeld es dazu öffentliche Absprachen zwischen SED-Bezirksleitung und prominenten DDR-BĂŒrgern (u. a. Kurt Masur) gab. Bei den ersten freien Wahlen zur Volkskammer am 18. MĂ€rz 1990 wurde die Allianz fĂŒr Deutschland, ein WahlbĂŒndnis aus CDU-Ost, DSU und DA, mit 48,15 Prozent der abgegebenen Stimmen Wahlsieger. Auf Basis des Einigungsvertrags trat die Deutsche Demokratische Republik am 3. Oktober 1990 der Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 23 a.F. des Grundgesetzes bei.

Politik

EhrentribĂŒne zur Abnahme der Truppenparade der NVA zum 32. Jahrestag der DDR, 1981. Von links: Horst Sindermann, Willi Stoph, Erich Honecker, Heinz Hoffmann, Erich Mielke

→ Hauptartikel: Politisches System der DDR

Die nachfolgenden AusfĂŒhrungen beziehen sich dort, wo nicht anders vermerkt, auf den Zeitraum des „real existierenden Sozialismus“ in der DDR bis zur Wende 1989/90.

Verfassung

→ Hauptartikel: Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik

Die DDR verstand sich selbst als sozialistischen Staat. Sowohl der Staatsaufbau als auch die Organisation von Parteien und Massenorganisationen folgten den Prinzipien des sogenannten Demokratischen Zentralismus. Die eigentliche Macht ging von der Kommunistischen Partei, der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, und deren Gremien aus.

Dieser „FĂŒhrungsanspruch“ der SED war seit 1968 wie folgt in Artikel 1 der Verfassung der DDR festgehalten:

(Text 1968): „Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat deutscher Nation. Sie ist die politische Organisation der WerktĂ€tigen in Stadt und Land, die gemeinsam unter FĂŒhrung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei den Sozialismus verwirklichen.“
(Änderung 1974): „Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern. Sie ist die politische Organisation der WerktĂ€tigen in Stadt und Land unter FĂŒhrung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei.“
Palast der Republik, Sitz der Volkskammer

Der Ministerrat als Regierung der DDR war laut Verfassung das höchste exekutive Organ des Staates und wurde von der Volkskammer gewÀhlt. Die Minister kamen aus den verschiedenen Parteien der Nationalen Front, jedoch konnten in der Praxis die entsprechenden SekretÀre und Abteilungsleiter im Zentralkomitee der SED den Ministern Anweisungen erteilen.

Der Staatsrat der DDR war – nach dem Tod des ersten und einzigen PrĂ€sidenten Wilhelm Pieck im September 1960 – als kollektives PrĂ€sidial-Gremium das Staatsoberhaupt der DDR. Erster Staatsratsvorsitzender wurde Walter Ulbricht. Den Staatsratsvorsitzenden stellte bis zur Wende immer die SED.

Die Behörden in der DDR wurden als Organe bezeichnet. Gegen Entscheidungen oder Maßnahmen der Organe bestand kein Rechtsschutz, BĂŒrger hatten die Möglichkeit, eine Eingabe (Petition) an Verwaltungen, beispielsweise den Rat der Stadt, Parteigliederungen, die Volkskammer oder auch den Staatsrat zu richten. Berechtigten Eingaben wurde gegebenenfalls entsprochen, allerdings willkĂŒrlich und fĂŒr den BĂŒrger in nicht nachvollziehbarer Weise. Der Obrigkeit unliebsame Eingaben, vor allem in Bezug auf AusreiseantrĂ€ge, konnten zu Repressalien zu Lasten des BĂŒrgers fĂŒhren.

StĂŒrmung der Stasi-Zentrale im Januar 1990

Die entscheidenden Machtstrukturen in der DDR befanden sich auf verschiedenen Ebenen und Arbeitsbereichen innerhalb der SED. Die politische Entwicklung wurde durch das Sekretariat des Zentralkomitees der SED einerseits und dessen PolitbĂŒro andererseits bestimmt. Diesen standen zentralistische Strukturen zur VerfĂŒgung, die in allen Lebensbereichen prĂ€sent waren („Nomenklatura“), einschließlich eines umfangreichen Überwachungsapparats, insbesondere des Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit. Printmedien, Hörfunk und Fernsehen wurden zensiert, politisch Andersdenkende litten unter Repressalien.

ZusÀtzlich erfolgte eine Politisierung der gesamten Gesellschaft. Mit der Ideologisierung und der damit verbundenen Zensur in Medien, Literatur und Kunst wurde gleichzeitig mit einer neuen Terminologie ein Feindbild propagiert, welches vor allem die Jugend verinnerlichen sollte.

Rechtssystem

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Regelungen des BĂŒrgerlichen Gesetzbuches waren in der DDR zunĂ€chst ĂŒbernommen worden. 1976 wurde dieses durch das Zivilgesetzbuch der Deutschen Demokratischen Republik ersetzt. Eigentums-, Patent- und Erbrecht waren eng begrenzt, das Vertragsrecht war der Planwirtschaft verpflichtet.

Auch die erste Verfassung aus dem Jahre 1949 enthielt noch bĂŒrgerlich demokratische und rechtsstaatliche Prinzipien wie die Gewaltenteilung sowie Grundrechte wie das Recht auf freie MeinungsĂ€ußerung oder die Versammlungsfreiheit, föderaler Aufbau, Rechtsstaatlichkeit wie auch die Pressefreiheit und die Auswanderungsfreiheit wie auch eine UnabhĂ€ngigkeit der Gerichte und Rechtspflege. Einzelne Elemente blieben auch in den spĂ€teren Verfassungen der DDR erhalten, wurden tatsĂ€chlich aber nicht oder nur stark eingeschrĂ€nkt gewĂ€hrt. Der wesentliche Aspekt war der in Artikel 1 festgeschriebene FĂŒhrungsanspruch der SED, der erst 1989 abgeschafft wurde.

Die geringe Bindungswirkung der Verfassung und besonders die nicht unabhĂ€ngige Judikative zeigte sich in Geheimverfahren wie u. a. den Waldheimer Prozessen sowie auch im Umgang mit föderalen Elementen. Die EigenstĂ€ndigkeit der LĂ€nder wurde bereits in den 1950er-Jahren zugunsten des Demokratischen Zentralismus abgeschafft, was in der Verfassung aber erst 1968 beziehungsweise 1974 seinen Niederschlag fand. Neben ihrem vorherrschenden Einfluss auf Gerichte nutzte die SED interne Parteiverfahren (u. a. Paul Merker) zur Sanktionierung ihrer Mitglieder. Diese wurden nicht durch Gerichte sondern durch die Zentrale Parteikontrollkommission durchgefĂŒhrt.

Da keine Verwaltungsgerichtsbarkeit existierte, waren Grundrechte nicht einklagbar – Rechtsschutz gegen staatliches Handeln wurde nicht gewĂ€hrt. Das Planungsrecht war Ausfluss der parteikontrollierten Planwirtschaft, die Austragung von Konflikten verschiedener Gebietskörperschaften und Behörden, wie etwa bei Infrastrukturprojekten, im Umweltschutz und Denkmalrecht nicht vorgesehen beziehungsweise geregelt.

Die fĂŒr einen Rechtsstaat unabdingbare UnabhĂ€ngigkeit der Gerichte war ebenfalls nicht gegeben. Das Rechtswesen der DDR entsprach damit nicht rechtsstaatlichen Standards. RechtsanwĂ€lte konnten ihre TĂ€tigkeit in politisch relevanten Verfahren nicht unabhĂ€ngig gemĂ€ĂŸ ihrer berufsrechtlichen Verpflichtungen ausĂŒben, Akteneinsicht wurde nicht oder nur willkĂŒrlich gewĂ€hrt, MandantengesprĂ€che mitunter vereitelt oder nur ĂŒberwacht zugelassen. Hiervon gab es jedoch Ausnahmen, wie der auch an West-Berliner Gerichten zugelassene Rechtsanwalt und als DDR-UnterhĂ€ndler im Kalten Krieg tĂ€tige Rechtsanwalt Vogel.

FĂŒr die Rechtsprechung waren vor allem das Strafgesetzbuch und die Strafprozessordnung der DDR maßgeblich. Im Bereich des Strafrechts wurde von der DDR-Justiz zum Teil auf Basis vager und unbestimmter TatbestĂ€nde wie „Staatsfeindliche Hetze“, „Öffentliche HerabwĂŒrdigung“, „BeeintrĂ€chtigung staatlicher und gesellschaftlicher TĂ€tigkeit“, „Rowdytum“, „Asoziales Verhalten“ oder „Ungesetzliche Verbindungsaufnahme“ politisch unerwĂŒnschtes Verhalten kriminalisiert. Aufgrund ihrer offenen und unscharfen Formulierungen widersprachen diese TatbestĂ€nde insofern dem rechtsstaatlichen Bestimmtheitsgrundsatz. Hinzu kam eine extensive und kaum vorhersehbare Auslegung derartiger TatbestĂ€nde. Besonders in den ersten Jahren der DDR wurden vielfach wegen „Boykotthetze“ Ă€ußerst harte Strafen fĂŒr objektiv harmlose Handlungen verhĂ€ngt. Gerichte und die Staatsanwaltschaft waren in politisch bedeutsamen Verfahren aufgrund von konkreten Vorgaben von Seiten der SED mitunter faktisch gezwungen, entgegen der Rechtslage zu handeln.

Rechtliche Verpflichtungen der DDR gegenĂŒber dem Ausland, wie etwa die im Rahmen der KSZE anerkannte Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten wie auch die 1968 nachtrĂ€glich in die DDR-Verfassung eingefĂŒgte Freiheit des religiösen Bekenntnisses verschafften Oppositionellen und Dissidenten einen gewissen Freiraum.

Wie in allen sozialistischen Staaten bildete sich in der DDR ein gesellschafts- und fachĂŒbergreifendes Arbeitsrecht heraus. Dies war grundsĂ€tzlich vonnöten, da ja gerade aus der Arbeiterbewegung heraus die Vermarktung der Arbeitskraft auf einem freien Arbeitsmarkt als Ausbeutung abgelehnt wurde.

Parteien und Massenorganisationen

DDR-Briefmarke zum 20-jÀhrigen Bestehen der SED
Fackelzug der FDJ zum 40. Jahrestag der DDR

Von 1949 bis 1989 waren die Parteien und Massenorganisationen unter politischer AbhĂ€ngigkeit von der SED in der dem Demokratischen Block ĂŒbergeordneten Nationalen Front vereint.

Parteien
Massenorganisationen

Die staatlichen und politischen Strukturen der DDR enthielten formal Elemente einer bĂŒrgerlichen Demokratie. In der Volkskammer waren neben der SED und von ihr dominierten Massenorganisationen auch die Blockparteien vertreten. Deren Mitglieder waren auf das Programm der SED verpflichtet und in die Exekutive eingebunden. Die Wahlen wurden mit einer Einheitsliste der Nationalen Front entwertet, in deren Resultat ein umfassender FĂŒhrungsanspruch der SED gesichert wurde. Die Einheitsliste umfasste die in der Nationalen Front organisierten Blockparteien und Massenorganisationen. Die Möglichkeit zur Wahl einzelner Personen oder Parteien bestand nicht.

1945/49 sollte absichtlich kein Einparteiensystem wie in der UdSSR eingerichtet werden, um den demokratischen Schein zu wahren[31] und eine pluralistische Demokratie vorzutÀuschen.[32]

Neben der Volkskammer existierten Volksvertretungen auf Bezirkstagsebenen, Kreisebenen und kommunalen Ebenen. Die zu diesen Gremien stattfindenden Wahlen waren aber weder frei noch geheim, da nur eine vorher erstellte einheitliche Kandidatenliste existierte und der Wahlakt unter der Beobachtung von Wahlhelfern erfolgte. Die Verteilung der Mandate und Ämter auf die Parteien und Organisationen war von den Wahlen unabhĂ€ngig und blieb ĂŒber lange Zeiten konstant. Der Einfluss der SED in der Volkskammer wurde zusĂ€tzlich dadurch gesichert, dass die meisten Abgeordneten der Massenorganisationen auch SED-Mitglieder waren. In der 9. Wahlperiode (1986–1990) setzte sich die Volkskammer aus folgenden 500 Abgeordneten zusammen (S. 401):[7]

  • SED: 127
  • DBD: 52
  • CDU: 52
  • LDPD: 52
  • NDPD: 52
  • FDGB: 61
  • DFD: 32
  • FDJ: 37
  • Kulturbund: 21
  • VdgB: 14

Davon waren 271 Abgeordnete als Arbeiter, 31 Bauern, 69 Angestellte, 126 Angehörige der Intelligenz und drei als sonstige Abgeordnete ausgewiesen. In der Geschichte der Volkskammer kam es bis zum Wendejahr 1989 lediglich einmal zu Gegenstimmen, und zwar 1972 aus der CDU bei der Liberalisierung der Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch.

Im Wendejahr 1989 kam es zu zahlreichen NeugrĂŒndungen von Parteien,[33] unter anderem Neues Forum, Demokratischer Aufbruch, Sozialdemokratische Partei in der DDR und andere. Die SED versuchte sich im Dezember 1989 durch eine programmatische Umbenennung in Partei des Demokratischen Sozialismus von ihrem stalinistischen Erbe zu befreien. Am 18. MĂ€rz 1990 traten diese Parteien zur ersten und einzigen freien Volkskammerwahl an.

Öffentlichkeit und politische Auseinandersetzungen

Propagandaplakat in Dresden, Oktober 1985

Eine von der SED unabhĂ€ngige freie Meinungsbildung, Öffentlichkeit und zivilgesellschaftliche Elemente waren im „gelenkten Einheitsstaat“[34] der DDR nicht vorgesehen (siehe hierzu auch den Hauptartikel Zensur in der DDR). Erhard Eppler schrieb von einem in der DDR auf die Spitze getriebenen Anspruch einer verwissenschaftlichten Politik[35] – mit dem Anspruch einer alles umgreifenden Regelung ĂŒber die Parteilinie. Das DDR-Strafgesetzbuch stellte „staatsfeindliche Hetze“ und den „Missbrauch der Medien fĂŒr die bĂŒrgerliche Ideologie“ unter Strafe, was Autoren und Journalisten disziplinierte und neben den monopolisierten Ressourcen Nachzensur und Repressionen[36] von Printmedien, BĂŒchern, Radio und Fernsehen, Satire, Kunst und Wissenschaft ermöglichte.[37] Dies betraf die gesamte Presselandschaft der DDR, bestehend aus 39 Tageszeitungen mit einer tĂ€glichen Gesamtauflage von 9,7 Millionen Exemplaren sowie ein Vielfaches an Zeitschriften, Wochentiteln, Betriebszeitungen, MitteilungsblĂ€ttern und weiteren Presseerzeugnissen. Mangel im Zeitschriftenangebot gab es vor allem im Bereich der Wochen- und Hobbyzeitschriften.[38] Illustrierte Zeitschriften, wie zum Beispiel das Magazin „Neues Leben“ oder die Fernsehzeitschrift „FF-Dabei“ waren nur sehr schwer erhĂ€ltlich. Auch beliebte Medien, etwa „Das Magazin“, die einzige Zeitschrift, die Aktfotos im Programm hatte, war in der DDR in ihrer Auflage begrenzt. AuffĂŒhrungen der wenigen politischen Kabaretts der DDR (u. a. Die Distel und die Leipziger PfeffermĂŒhle) waren zwar auf Jahre hin ausverkauft, die Vorstellungen im Radio oder TV aber nur in Ausnahmen und ausschnittsweise ĂŒbertragen. Bei BĂŒchern, insbesondere Belletristik, fĂŒhrte das Druckgenehmigungsverfahren de facto zu einer Vorzensur und einer werkspezifischen Steuerung. So war das Buch Spur der Steine mit realistischen Szenen aus dem DDR-Alltag unerwartet ein Bestseller geworden, der dazugehörige Film jedoch aus demselben Grund kurz nach Erscheinen verboten worden.

Das Nichtvorkommen politischer Skandale[39] wird als Zeichen diktatorischer[40] UnterdrĂŒckung einer eigenstĂ€ndigen Öffentlichkeit gesehen. Vereinzelte skandaltrĂ€chtige öffentliche Auseinandersetzungen, etwa um TheaterauffĂŒhrungen der 1950er- und 1960er-Jahre,[41] 1976 die Selbstverbrennung des Pfarrers BrĂŒsewitz, die AusbĂŒrgerung Wolf Biermanns wie auch die DDR-Kaffeekrise ab 1977, blieben Ausnahmen. Sie stehen auch in engem Zusammenhang mit DDR-BĂŒrgern zugĂ€nglichen Veröffentlichungen in Westmedien. Zum Ende der DDR wurde zudem versucht, den Zugang zu einzelnen Medien aus der Sowjetunion, wie etwa dem russischen Pressespiegel Sputnik, einzuschrĂ€nken.

JĂŒrgen Kocka[37] und Detlef Pollack[42] betonen, der ambitiöse Anspruch der DDR-Obrigkeit auf totale und allumfassende diktatorische politische Steuerung sei faktisch nicht durchzusetzen gewesen. Es habe weiterhin gesellschaftliche Teilbereiche gegeben, allen voran die Kirchen, die informelle Netzwerke und FreirĂ€ume zugelassen hĂ€tten. Auch die UnwĂ€gbarkeiten der Planwirtschaft hĂ€tten die Wahrnehmung individueller Eigeninteressen und informelle Selbsthilfe eher gefördert. Die programmatisch vorgegebene Westabschottung habe die faktische Westorientierung der Bevölkerung nicht beseitigt und alles in allem, so Pollack, wĂ€re die staatliche Repression in funktional bedingten Grenzen verblieben.

So ermöglichten wirtschaftliche Vorgaben und persönliche ZugĂ€nge auch unkonventionellen Wissenschaftlern wie Cuno Hoffmeister, Werner Hartmann oder Manfred von Ardenne zumindest zeitweise grĂ¶ĂŸere FreirĂ€ume.[37] Auch einige Institutionen aus der FrĂŒhzeit der DDR wie die Blockparteien ermöglichten einen gewissen Freiraum. Erhard Eppler beispielsweise hĂ€lt es fĂŒr verwunderlich, wie einfach deren ÜberfĂŒhrung in die westdeutschen Organisationen gelang und wie schnell die DDR-Vertreter die westdeutschen politischen Gepflogenheiten ĂŒbernahmen. Er nennt[35] (etwa in Vergleich zu England) eine am schriftlichen Ausdruck orientierte Rhetorik, Obrigkeitsdenken, Mangel an politischem Gestaltungswillen, wenig Freiheitsliebe und geringe Debattenkultur als gesamtdeutsche Gemeinsamkeiten.

Die wohl wichtigste Rolle spielte die Teilhabe der DDR an der westdeutschen Öffentlichkeit.[37] Mit Ausnahme des sogenannten Tal der Ahnungslosen waren Informationen, von Werbung, Musikprogrammen bis hin zu politischen Skandalen und Debatten ĂŒber westdeutsche Rundfunk- und Fernsehprogramme verfĂŒgbar.[43] Auch gerade nach dem Mauerbau trugen politische Programme wie „Kennzeichen D“ oder „Kontraste“ mit Korrespondentenberichten aus der DDR zur Information ĂŒber VerĂ€nderungen in der DDR bei. Sie ermöglichten der DDR-Bevölkerung Teilhabe und Zugang zu der öffentlichen Diskussion auch sie unmittelbar angehender Fragen. Diese Informationen wurden in der DDR auch offen angesprochen und genutzt.[44] Die DDR-Obrigkeit war gezwungen, darauf intern zu reagieren und auch in den DDR-Medien – propagandistisch etwa in der Sendung „Der schwarze Kanal“ – darauf einzugehen. Eine faktisch gesamtdeutsche Öffentlichkeit nutzte auch der RocksĂ€nger Udo Lindenberg, der seinen ĂŒber Jahre verweigerten Wunsch in der DDR aufzutreten, 1983 in einen Schlager umsetzte und erfolgreich verwirklichen konnte.

Politische Opposition und Widerstand

Samisdat-Zeitschrift der oppositionellen Umweltbibliothek, Oktober 1989

Der Begriff DDR-Opposition wird heute in verschiedener Weise benutzt. Teilweise werden sehr heterogene Strömungen als Opposition in der DDR zusammengefasst.[45]

Die BĂŒrgerrechtler der DDR traten fĂŒr eine Reform, seltener fĂŒr die Abschaffung der DDR ein und mussten dafĂŒr Überwachung und teilweise Repressionen durch das Ministerium fĂŒr Staatssicherheit der DDR (MfS, ugs. „Stasi“) in Kauf nehmen, da ein offenes Auftreten als illegal galt oder gar eine parlamentarische Vertretung einer Opposition nicht geduldet wurde. Viele von ihnen grĂŒndeten wĂ€hrend der Wendezeit 1989 politische Parteien und BĂŒrgerbewegungen wie beispielsweise das Neue Forum oder den Demokratischen Aufbruch. Nach der Wende schlossen sich BĂŒrgerrechtler – je nach unterschiedlichen persönlichen Motiven ihrer oppositionellen Haltung – unterschiedlichen Parteien an oder blieben parteilos.

Die damals grĂ¶ĂŸte oppositionelle Samisdat-Zeitschrift Telegraph erscheint bis heute in Berlin.

Politisch Andersdenkende wurden im flĂ€chendeckenden staatlichen Überwachungssystem insbesondere mit Hilfe der offiziellen und inoffiziellen EinsatzkrĂ€fte des Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit ermittelt und beobachtet, um bereits AnfĂ€nge einer öffentlichen DDR-kritischen AktivitĂ€t sogleich unterbinden zu können . Je nach Grad des aus Sicht der Sicherheitsorgane zu erwartenden Widerstands reichte die politisch motivierte Verfolgung in der DDR von bloßer EinschĂŒchterung ĂŒber Drangsalierung und Zersetzung bis hin zu langjĂ€hriger Haft. Bei „ÜberlĂ€ufern“ aus den Reihen des MfS und Fluchthelfern kam es auch zu EntfĂŒhrungen und Morden[46] im geheimen Auftrag des MfS. Folter und Einzelhaft gehörten insbesondere in den sogenannten Untersuchungshaftanstalten des MfS zu den vielfĂ€ltigen Zwangsmitteln des MfS, um politische Gefangene gefĂŒgig und gestĂ€ndig zu machen. Zumindest bis in die 1960er-Jahre wurde eher die physische Folter angewandt. SpĂ€ter wurden mehr und mehr psychologische Foltermethoden praktiziert, um politische HĂ€ftlinge zu zermĂŒrben und ihren Willen zu brechen. Ein Grund fĂŒr diese Entwicklung war, dass sich die Anwendung psychologischer Folter schwieriger beweisen lĂ€sst.

Außen- und Entwicklungspolitik

Zentrales Moment ihrer Außenpolitik war der Anspruch der DDR, gegenĂŒber der westdeutschen Hallstein-Doktrin international als eigenstĂ€ndiger Staat anerkannt zu werden. Der Grundlagenvertrag mit der Bundesrepublik 1972 erkannte die Existenz zweier deutscher Staaten an und ermöglichte die Aufnahme der DDR und der Bundesrepublik Deutschland am 18. September 1973 als Vollmitglied in die Vereinten Nationen. Eine wichtige symbolische Komponente des Anspruchs auf staatliche Anerkennung war die Teilnahme an internationalen Sportveranstaltungen. Bei den Olympischen Spielen trat die DDR ab 1968 mit einer eigenen Mannschaft an und konnte im Folgenden nicht nur 1972 bei den Olympischen Spielen in MĂŒnchen und 1974 der Fußballweltmeisterschaft in Westdeutschland signifikante sportliche und indirekt politische Erfolge erzielen.

Die DDR war international im Warschauer Pakt und im Rat fĂŒr gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) eingebunden und hatte ĂŒber den innerdeutschen Handel indirekt einen Zugang zur EuropĂ€ischen Wirtschaftsgemeinschaft. Innerhalb des RGW war die Sowjetunion der dominierende Partner. AnsĂ€tze zu einer stĂ€rkeren wirtschaftlichen Integration der RGW-Staaten scheiterten Mitte der 1960er-Jahre[47] am Widerstand RumĂ€niens, die bilateralen Beziehungen DDR zur Sowjetunion gestalteten sich nach dem Antritt Leonid I. Breschnews deutlich schwieriger. Es gelang der DDR unter erheblichen Anstrengungen 1967 im Rahmen der Ulbricht-Doktrin mit anderen RGW-Staaten wie der Tschechoslowakei, Polen, Ungarn und Bulgarien beiderseitige UnterstĂŒtzungsvertrĂ€ge abzuschließen und damit einer Intensivierung der Beziehungen der osteuropĂ€ischen Nachbarn mit Westeuropa zuvorzukommen.[47] Die Ostpolitik Willy Brandts war zunĂ€chst mit der Sowjetunion ausgehandelt worden, die DDR wurde zum Verdruss Walter Ulbrichts dabei von beiden Seiten zunĂ€chst ĂŒbergangen.[48] 1983 hingegen fĂŒhrten die innerdeutschen Beziehungen im Zusammenhang mit einem westdeutschen Milliardenkredit fĂŒr die DDR zu Irritationen bei der sowjetischen FĂŒhrung.

Ab Mitte der 1960er-Jahre wurde die DDR außenpolitisch auch in der Ausbildung von SicherheitskrĂ€ften und im Aufbau militĂ€rischer Infrastruktur, die RĂŒstungsexporte begleiteten, fĂŒr eine Reihe von Regierungen und Revolutionsbewegungen tĂ€tig.[49] Dabei waren Anfang der 1980er-Jahre mehrere Tausend Soldaten der NVA[50] vor allem als MilitĂ€rberater in Afrika und dem Mittleren Osten stationiert. Die AuslandsprĂ€senz der NVA wurde im Warschauer Pakt nur von den sowjetischen und kubanischen AuslandseinsĂ€tzen ĂŒbertroffen. Echte KampfeinsĂ€tze regulĂ€rer Truppeneinheiten wurden von der DDR vermieden, die DDR-typische Kombination von Wirtschaftspolitik mit MilitĂ€r- und Infrastrukturprojekten erregte aber frĂŒh internationales Aufsehen.[51]

Die EinsĂ€tze und RĂŒstungsprojekte im Ausland wurden auf höchster Ebene unterstĂŒtzt, um den Devisenmangel zu beheben, der ab Mitte der 1970er-Jahre immer schmerzhafter wurde und zu erheblichen Versorgungskrisen fĂŒhrte. Die Sowjetunion war auch zunehmend nicht mehr in der Lage oder willens, finanzielle Verpflichtungen der RGW-Partner abzudecken und Rohstoffe gĂŒnstig zur VerfĂŒgung zu stellen. Diese Spannungen[47] bewirkten eine Neuorientierung innerhalb des RGW.

Vertragsarbeiter aus Mosambik 1987 in Mittweida

In den 1970er-Jahren fand deswegen auch eine deutliche Intensivierung und Ökonomisierung[52] der DDR-Außen- und Entwicklungspolitik[53] jenseits des RGW statt. TauschgeschĂ€fte mit Parallelen zum klassischen Kolonialhandel,[54] so von Waffen und Lkw aus der DDR gegen Rohkaffee und Energierohstoffe aus ausgewĂ€hlten PartnerlĂ€ndern, insbesondere Vietnam, Mosambik, Äthiopien und Angola, wurden angestrebt. Bis heute wirkt die bedeutende Rolle von Vertragsarbeitern und der Ausbildung auslĂ€ndischer ziviler und militĂ€rischer FachkrĂ€fte[55] in den deutschen Beziehungen etwa zu Vietnam, Angola, Namibia, Mosambik und Äthiopien fort.[56]

Die AuslandsaktivitĂ€ten waren einer erheblichen Geheimhaltung unterworfen, die Auswahl der Spezialisten fand weniger nach fachlichen,[54] als nach Sicherheits- und in Hinsicht auf eine Republikflucht – VerlĂ€sslichkeitskriterien statt. Handels- und Entwicklungskonzepte wurden so gut wie nicht öffentlich diskutiert, private Entwicklungsinitiativen waren auf kleinere kirchliche AuslandsaktivitĂ€ten reduziert.[54] Die DDR war nicht in der Lage, ĂŒber den Erfahrungsaustausch der RĂŒckkehrer theoretische Überlegungen wie propagandistische Verlautbarungen zu korrigieren und eine breitere eigenstĂ€ndige außenpolitische Kompetenz aufzubauen.[54]

Der Verlust der beiden ZK-Mitglieder Werner Lamberz und Paul Markowski bei einem Hubschrauberabsturz nahe Tripolis 1978 war kaum auszugleichen. Eine 1977 geplante intensive Wirtschafts-und RĂŒstungszusammenarbeit mit Libyen kam nicht zum Tragen.[57]

Hans-Joachim Döring konstatiert am Beispiel von Mosambik den beispielhaft gescheiterten Versuch einer breiten wirtschaftlichen Zusammenarbeit, gekennzeichnet durch utopische und mangelhaft vorbereitete Großprojekte[54] etwa beim Steinkohlebergbau. Moatize in Mosambik stellte dabei die einzige grĂ¶ĂŸere Kolonie von DDR-BĂŒrgern außerhalb des RGW-Auslands dar, wobei die entsandten deutschen BeschĂ€ftigten rigide abgeschottet wurden. Unter diesen UmstĂ€nden habe sich auch latenter Rassismus[54] manifestiert.

Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland

Die Bundesrepublik Deutschland hatte die DDR völkerrechtlich zu keinem Zeitpunkt anerkannt, da sie als ein Teil Gesamtdeutschlands nicht Ausland sein könne. Die PrĂ€ambel des Grundgesetzes von 1949 enthielt die Aufforderung, die Einheit des deutschen Volkes in Freiheit zu vollenden. Dies war mit einer Betrachtung der DDR als Ausland unvereinbar, die Wiedervereinigung musste das politische Fernziel jeder Bundesregierung bleiben (→ Wiedervereinigungsgebot). Bis zur neuen Ostpolitik ab 1969 erhob die Bundesrepublik einen Alleinvertretungsanspruch fĂŒr das gesamte deutsche Volk. Die Bezeichnung „Deutsche Demokratische Republik“ wurde daher in der westdeutschen Öffentlichkeit bis weit in die 1960er-Jahre möglichst vermieden. Man sprach stattdessen weiterhin von der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) oder nutzte umgangssprachliche Wendungen wie „Sowjetzone“, „Ostzone“ oder „Zone“.[58] Mit dem Grundlagenvertrag wurde die DDR 1973 staatsrechtlich anerkannt. Das nach wie vor besondere VerhĂ€ltnis der beiden deutschen Staaten kam aber immer noch zum Ausdruck. Es gab keine Botschaften in Ost-Berlin und Bonn, sondern StĂ€ndige Vertretungen. Von Seiten der Bundesregierung waren Angelegenheiten mit DDR-Bezug nicht Sache des AuswĂ€rtigen Amtes, sondern des Bundesministeriums fĂŒr innerdeutsche Beziehungen.

Es gab aus Bonner Sicht bis zuletzt nur eine deutsche StaatsbĂŒrgerschaft; jeder DDR-BĂŒrger war automatisch berechtigt, alle BĂŒrgerrechte der Bundesrepublik wahrzunehmen. Gerade dieses Festhalten versuchte Honecker 1980 in den Geraer Forderungen auszuhebeln und setzte als Druckmittel die Erhöhung des Zwangsumtausches ein. FĂŒr die DDR wirtschaftlich interessant war der Aspekt, dass ihre Grenze zur Bundesrepublik Deutschland fĂŒr den Westen keine Staatsgrenze und daher nicht zollpflichtig war.

Sicherheitspolitik

Truppenparade zum 30. Jahrestag der GrĂŒndung der DDR mit einer Formation Flugabwehrraketen vom Typ SA-2 Guideline, 1979

Schon bald nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam es in den neu gegrĂŒndeten beiden deutschen Staaten vor dem Hintergrund des aufziehenden Kalten Krieges zur sogenannten „Wiederbewaffnung“, das heißt zur erneuten EinfĂŒhrung militĂ€rischer Strukturen. Dieser Aufbau vollzog sich in der DDR unter Anleitung der Sowjetunion und ab 1955 im Rahmen des Warschauer Paktes:

1948 entstanden mit den kasernierten Bereitschaften die ersten bewaffneten Einheiten nach dem Krieg. Diese wurden 1952 in die Kasernierte Volkspolizei (KVP) ĂŒberfĂŒhrt. Am 1. MĂ€rz 1956 – knapp ein Jahr nach der GrĂŒndung der Bundeswehr – wurde die Nationale Volksarmee (NVA) gegrĂŒndet. Beim Aufbau der StreitkrĂ€fte der DDR spielten auch ehemalige Offiziere der Wehrmacht wie auch Waffen-SS[59] eine Rolle. Sie hatten sich ĂŒberwiegend bereits wĂ€hrend der sowjetischen Kriegsgefangenschaft dem Nationalkomitee Freies Deutschland zur VerfĂŒgung gestellt.

Sowjetische StreitkrÀfte in der DDR

Der Großteil der StreitkrĂ€fte in der DDR wurde mit mehr als 300.000 Soldaten durch die Sowjetunion gestellt, durch die Gruppe der Sowjetischen StreitkrĂ€fte in Deutschland (GSSD), welche aus den sowjetischen Besatzungstruppen hervorgegangen war. Die Truppen der GSSD waren der NVA und anderen militĂ€rischen Organisationen ĂŒbergeordnet. Ihre Aufgabe bestand zentral in der Sicherung der DDR gegen den Westen. Die GSSD verfĂŒgte ĂŒber offensive Bewaffnung, unter anderem auch mit Atomwaffen. Einer Studie zufolge war seit den 1960er-Jahren im Kriegsfalle der breite und prĂ€emptive Einsatz taktischer Nuklearwaffen in Deutschland vorgesehen.[60] Mit dem Schwenk der sowjetischen Politik unter Michail Gorbatschow erfolgte 1986 eine Abkehr von der offensiven Ausrichtung der GSSD. In der DDR jedoch sei noch in der NVA-Übung „Stabstraining 1989“ der massive Einsatz von großkalibrigen Nuklearwaffen durchgespielt worden. [60]

Nationale Volksarmee

→ Hauptartikel: Nationale Volksarmee

Ehrenwache des Wachregimentes Friedrich Engels der NVA am Mahnmal fĂŒr die Opfer des Faschismus und Militarismus (Neue Wache) in Berlin im Exerzierschritt

Die Nationale Volksarmee (NVA) war von 1956 bis 1990 die Armee der DDR. Sie bestand aus den LandstreitkrĂ€ften, der Volksmarine und den LuftstreitkrĂ€ften. Nach EinfĂŒhrung der Wehrpflicht 1962 lag die PersonalstĂ€rke der NVA bei etwa 170.000 Soldaten.

Ihrem SelbstverstĂ€ndnis nach war die NVA in der DDR das „Machtinstrument der Arbeiterklasse“ zum Schutz und zur Sicherung der „sozialistischen Errungenschaften“ vor Angriffen von außen. Sie sollte der Verteidigung der DDR und der im Warschauer Pakt mit ihr verbĂŒndeten anderen sozialistischen Staaten gegen eine eventuelle „imperialistische Aggression“ dienen. Die NVA entwickelte sich von einer binnenorientierten, sehr stark politisch kontrollierten Parteiarmee zunehmend zu einem Instrument einer zunehmend eigenstĂ€ndigeren Außenpolitik. Nach Kuba und der Sowjetunion war die DDR der drittstĂ€rkste Truppensteller bei AuslandseinsĂ€tzen des Warschauer Pakts, so in verschiedenen afrikanischen LĂ€ndern. Die DDR war dabei bemĂŒht, militĂ€rische Konfrontationen zu vermeiden und setzte SicherheitskrĂ€fte und MilitĂ€rberater vor allem im Rahmen von RĂŒstungsexporten und Wirtschaftsprojekten ein.

Die SED sicherte sich durch die Politische Hauptverwaltung (PHV) und eine spezielle Struktur von Parteiorganisationen die politische FĂŒhrung der StreitkrĂ€fte. Die Offiziere und FĂ€hnriche waren bis auf wenige Ausnahmen Mitglieder der SED. Auch bei den Unteroffizieren wurde ein hoher Anteil an SED-Mitgliedern angestrebt.

WĂ€hrend ihres Bestehens waren NVA-VerbĂ€nde an keinem Krieg beteiligt. Teile der NVA waren aber 1968 fĂŒr militĂ€rische Aktionen zur Niederschlagung des Prager FrĂŒhlings vorgesehen. Es gab PlĂ€ne, sich mit zwei Divisionen am Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die Tschechoslowakische Sozialistische Republik zu beteiligen. Wegen der zu erwartenden verheerenden außenpolitischen Wirkungen – es wĂ€re der erste Kampfeinsatz deutscher Truppen im Ausland nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen − beschrĂ€nkte man sich auf eine logistische UnterstĂŒtzung der Niederschlagung des Prager FrĂŒhlings.

Grenztruppen

Die Grenztruppen der DDR waren fĂŒr die Bewachung der Grenzen der DDR zustĂ€ndig. Sie wurden als Grenzpolizei 1946 aufgebaut und hatten 1948 eine PersonalstĂ€rke von 10.000 Personen. 1956 wurde die Grenzpolizei der NVA als Teilstreitkraft Grenztruppen konzipiert. Im Rahmen des Helsinki-AbrĂŒstungsprozesses wurde nach außen eine SelbstĂ€ndigkeit der Grenztruppen postuliert, um sie nicht zur regulĂ€ren HeeressstĂ€rke zu zĂ€hlen. Sie waren aber weiter wie die Nationale Volksarmee dem Ministerium fĂŒr Nationale Verteidigung (MfNV) unterstellt und wĂ€ren im Ernstfall als motorisierte SchĂŒtzen eingesetzt worden. Der weitaus grĂ¶ĂŸte Teil der Truppen diente der Bewachung der innerdeutschen Grenze zur Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin und hier vor allem der Unterbindung von Fluchtversuchen von DDR-BĂŒrgern in den Westen. Hierbei wurden von Angehörigen der Grenztruppen aufgrund des Schießbefehls mehrere hundert Menschen getötet. Eine Sonderstellung nahm die 6. Grenzbrigade KĂŒste bezĂŒglich der Sicherung der Seegrenze an der Ostsee ein.

Vergleichsweise geringe KrĂ€fte kontrollierten die Oder-Neiße-Grenze zur VR Polen und die Grenze zur ČSSR.

Ab 1. Januar 1972 wurde zwischen der DDR und Polen sowie der ČSSR ein visafreier Grenzverkehr eingerichtet, der von den BĂŒrgern der DDR rege genutzt wurde. Allein zwischen Frankfurt (Oder) und SƂubice (Polen) ĂŒberschritten vom 1. Januar bis 20. September 1972 exakt 2.773.612 polnische und DDR-BĂŒrger die Grenze.[61] Auch nach Ungarn, RumĂ€nien und Bulgarien waren Reisen relativ unkompliziert möglich. Voraussetzung dafĂŒr war, dass die einbezogenen sozialistischen LĂ€nder ihre Grenzen (einschließlich HĂ€fen und FlughĂ€fen) zum Westen genauso verschlossen hielten wie die DDR. Da das beispielsweise in Jugoslawien nicht der Fall war, konnten DDR-BĂŒrger dorthin nur in den AusnahmefĂ€llen reisen, die fĂŒr westeuropĂ€ische LĂ€nder auch galten. Da die DDR-FĂŒhrung die Streikbewegung und das politische Erstarken der systemkritischen Gewerkschaft Solidarnoƛć mit grĂ¶ĂŸter Sorge sah und ein Überschwappen auf die DDR befĂŒrchtete, wurden im November 1980 Reisen nach Polen wieder stark erschwert, notwendig war nun eine persönliche Einladung, die von den polnischen Behörden auszustellen war. Im visafreien Grenzverkehr beschrĂ€nkten sich die Grenztruppen in den meisten FĂ€llen auf die Kontrolle der Personalausweise, wĂ€hrend die Zollorgane der DDR umso intensiver nach Ein- und Ausfuhren verbotener Waren suchten. Darunter fielen nicht nur die ĂŒblichen Waffen-, Geld- oder Rauschgiftverbote, sondern auch westliche BĂŒcher, Zeitungen, Zeitschriften und sogar Schallplatten.

Weitere SicherheitskrÀfte

Das Wachregiment Feliks Dzierzynski war der militĂ€rische Arm des Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit. Da das Regiment offiziell nicht den StreitkrĂ€ften angehörte, konnte es so trotz des Vier-MĂ€chte-Status-bedingten Stationierungsverbots in Berlin stationiert werden. Die Mannschaften bestanden aus Wehrpflichtigen, die sich zu einem dreijĂ€hrigen Wehrdienst verpflichteten und „politisch zuverlĂ€ssigen“ Familien entstammten. Die Aufgaben umfasste unter anderem die Sicherung von Staats- und Parteieinrichtungen auf dem Gebiet Ost-Berlins sowie der Waldsiedlung bei Wandlitz, wo die Partei- und StaatsfĂŒhrung wohnte. Die PersonalstĂ€rke betrug in den 1980er-Jahren etwa 10.000 Mann.

Die Kasernierte Einheiten, zu denen die VP-Bereitschaften (Bataillone) gehörten, waren eine militĂ€rische Gruppierung, die nicht zu den Dienstzweigen der Volkspolizei (VP) gehörten, aber ebenfalls dem Innenministerium unterstand (Stellvertreter des Ministers und Leiter der Hauptabteilung Bereitschaften/ Kampfgruppen). Der Schwerpunkt ihrer Ausrichtung Ende der 1960er-Jahre, die BekĂ€mpfung hinter der Front operierender Diversions-AufklĂ€rungsgruppen in Kriegszeiten, verschob sich immer mehr zugunsten einer BefĂ€higung zur AufgabenerfĂŒllung bei der Beseitigung von „Störungen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit“. Die Angehörigen waren Wehrpflichtige.

Die Kampfgruppen der Arbeiterklasse waren eine besondere militĂ€rische Organisation, die hauptsĂ€chlich aus mĂ€nnlichen SED-Mitgliedern bestand und in Betrieben, staatlichen Einrichtungen, LPGs sowie Hoch- und Fachschulen organisiert waren. Die Angehörigen nahmen in ihrer Freizeit mehrmals im Jahr, meist an Freitagen oder Wochenenden, an militĂ€rischen Übungen oder Schulungen in Uniform teil, die durch VP-Offiziere angeleitet wurden. Die Kampfgruppen trugen so zur Militarisierung der DDR-Gesellschaft bei. Im Verteidigungszustand waren die BezirkskampfkrĂ€fte zur Eingliederung in die NVA-VerbĂ€nde vorgesehen.

Der historisch wichtigste Einsatz der Kampfgruppen war die Absicherung des Baus der Berliner Mauer 1961. Des Weiteren wurden sie zum Beispiel zur UnterstĂŒtzung der Volkspolizei mobilisiert, wenn Sowjetsoldaten mit Munition fahnenflĂŒchtig waren. PrĂ€senz zeigten die Kampfgruppen insbesondere bei den jĂ€hrlichen Paraden zum 1. Mai.

Als Polizei und Nachrichtendienste bestanden:

Frauen- und Familienpolitik

→ Hauptartikel: Frauen- und Familienpolitik der DDR

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie war fĂŒr Frauen in der DDR selbstverstĂ€ndlich. Bis 1989 waren nahezu 92 Prozent der Frauen in das Erwerbsleben integriert, was eine deutlich höhere Erwerbsquote der Frauen als in der Bundesrepublik Deutschland darstellte. Allerdings waren Frauen in Leitungspositionen deutlich unterreprĂ€sentiert. Als GrĂŒnde sind zu nennen, dass die sozialistische Frauenpolitik die wirtschaftliche TĂ€tigkeit als Basis weiblicher UnabhĂ€ngigkeit von mĂ€nnlicher Herrschaft sieht und dass die DDR zu wenig ArbeitskrĂ€fte hatte.

Die BerufstĂ€tigkeit von Frauen wurde staatlich gefördert und die notwendigen Rahmenbedingungen beispielsweise durch die Versorgung mit ausreichend Kinderkrippen- und HortplĂ€tzen und spezielle Lehr- und StudienplĂ€ne fĂŒr studentische Familien geschaffen. Im Rahmen der Familienpolitik förderte der Staat Ehepaare in erster Linie, wenn sie Kinder bekamen. Dies geschah durch spezielle Kredite und eine deutliche Bevorzugung bei der Zuteilung einer eigenen Wohnung. Auch wenn die DDR ebenfalls vom so genannten Pillenknick betroffen war und die Abtreibungsregelung deutlich liberaler als im Westen war, blieben die Geburtenraten im Vergleich zur Bundesrepublik etwas höher und stiegen in den 1980er-Jahren sogar wieder leicht an.

Umweltpolitik

In einer neuen Studie von 2009 wird die ökologische Bilanz der DDR als „katastrophal“ bezeichnet.[62] Durch die Verwendung von Rohbraunkohle hatte das Land den höchsten Ausstoß von Schwefeldioxid und die höchste Staubbelastung aller europĂ€ischer Staaten. Durch die Luftverschmutzung lag die Sterblichkeit bei MĂ€nnern an Bronchitis, Lungenemphysem und Asthma mehr als doppelt so hoch wie im europĂ€ischen Durchschnitt. Rund 1,2 Millionen Menschen hatten keinen Zugang zu Trinkwasser, das der allgemeinen GĂŒternorm entsprach. Nur 1 Prozent aller Seen und 3 Prozent aller FlĂŒsse galten 1989 als intakt. Bis dahin waren nur 58 Prozent der Bevölkerung an eine KlĂ€ranlage angeschlossen. 52 Prozent aller WaldflĂ€chen galten als geschĂ€digt. Mehr als 40 Prozent des MĂŒlls wurden nicht ordnungsgemĂ€ĂŸ entsorgt. FĂŒr SondermĂŒll gab es keine Hochtemperaturverbrennungsanlagen. Mit der BegrĂŒndung, die Umweltdaten wĂŒrden vom Klassenfeind zur Diskreditierung benutzt, wurden ab 1970 die Daten als „Vertrauliche Verschlusssache“ und ab Anfang der 1980er-Jahre als „Geheime Verschlusssache“ eingestuft und so der Öffentlichkeit vorenthalten. Kritik an der Umweltpolitik wurde rĂŒcksichtslos unterdrĂŒckt.[62]

Verwaltungsgliederung

→ Hauptartikel: Bezirk (DDR)

Bezirke der DDR und Ost-Berlin ab 1952

Seit ihrer GrĂŒndung war der Verwaltungsaufbau der DDR durch eine starke Zentralgewalt geprĂ€gt. Allerdings konstituierte die erste Verfassung von 1949 eine föderale Struktur mit den LĂ€ndern Mecklenburg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, ThĂŒringen und Sachsen. Mit der Verwaltungsreform von 1952 wurden die LĂ€nder ihrer Funktion enthoben. Als neue mittlere Ebene der staatlichen Verwaltung traten 14 Bezirke an ihre Stelle. Zugleich wurde im Rahmen einer Kreisreform die Anzahl der Stadt- und Landkreise stark erhöht. 1958 wurden die LĂ€nder schließlich auch formal abgeschafft. Der Staatsrat der DDR stellte Ost-Berlin im Jahr 1961 mit den Bezirken gleich.[63] Bis zum Ende der DDR bestanden die folgenden Bezirke (bb lt. Gemeindenummer-SchlĂŒssel bbkkgg; bb: Bezirk (numerisch); kk: Kreis (numerisch); gg: Gemeinde (numerisch)):

Siehe auch: Liste der StĂ€dte und Gemeinden der DDR, Liste der grĂ¶ĂŸten StĂ€dte in der DDR

Wirtschaft

BodenschÀtze und Industrie-Standorte der DDR. Stand August 1990
Das VerwaltungsgebĂ€ude des Kombinates Industrieglas Ilmenau, ein typisches Beispiel fĂŒr Industriebauwerke dieser Zeit
HO-Einkaufszentrum in Salzwedel (Januar 1990)
Konsum-Dorfladen, 1960
Schaufenster einer Apotheke in Salzwedel
Juwel-Zigarettenpackung, 1988
Mit dem staatlichen Wohnungsbauprogramm von 1972 wurde der Plattenbau zum wichtigsten Neubautyp erhoben

Die DDR war trotz der ihr auferlegten Reparationsleistungen an die Sowjetunion das wirtschaftlich am weitesten entwickelte Land des RGW und hatte einen höheren materiellen Standard als viele der entwickelten Staaten der Erde. Sie litt jedoch trotzdem stĂ€ndig unter Devisenknappheit. Es herrschte teilweise eine Notlösungswirtschaft. Das vorherrschende Wirtschaftssystem war eine Planwirtschaft mit FĂŒnfjahrplĂ€nen, betrieblichen Fonds und staatlichen Betrieben und Großbetrieben (Kombinate). In sehr kleinem Umfang wurden auch privatwirtschaftliche Kleinstbetriebe geduldet, die nicht vollstĂ€ndig der Planung unterworfen waren.

Siehe auch: KonsumgĂŒterproduktion in der DDR, Architektur in der Deutschen Demokratischen Republik

Produktion

Der erste FĂŒnfjahrplan von 1951 bis 1955 verfolgte hauptsĂ€chlich das Ziel, die Folgen der Kriegszerstörungen, Demontagen und Reparationen zu beseitigen und die Produktion speziell der Energiewirtschaft, der Schwer- und chemischen Industrie zu steigern. 1955 existierten in der DDR noch ĂŒber 13.000 Privatbetriebe, und in der Landwirtschaft war die Kollektivierung erst 1960 abgeschlossen.

1957 erreichten die Produktionszahlen der DDR die doppelte Höhe der vor dem Zweiten Weltkrieg auf ihrem spĂ€teren Gebiet erbrachten Leistungen. Im gleichen Jahr wurden in der DDR 213 Mio. Tonnen Rohbraunkohle gefördert (50 Prozent der Weltförderung), 32,7 Mrd. Kilowattstunden Strom produziert, 2,9 Mio. Tonnen Stahl (14 mal so viel wie noch 1947), in der Chemieproduktion hatte die DDR weltweit die zweithöchste Produktionsrate und war der grĂ¶ĂŸte Maschinenexporteur aller Ostblockstaaten, bis 1965 erreichte die Industrieproduktion etwa das fĂŒnffache des Vorkriegsstandes.

Anfang der 1970er-Jahre war die DDR fĂŒr kurze Zeit das zehntgrĂ¶ĂŸte Industrieland der Erde,[64] gemessen an ihrer Produktionsleistung; z. B. ĂŒberstieg das Pro-Kopf-BIP 1980 das von Großbritannien zu damaliger Zeit. Zur Zeit der Wende nahm sie noch einen Platz unter den fĂŒnfundzwanzig stĂ€rksten Industrienationen ein.

„Die Verschleierung des wirtschaftlichen Potentials der DDR wurde erst nach und nach gelĂŒftet. Die Legende, die DDR sei die zehntgrĂ¶ĂŸte Industrienation der Erde, beruhte auf Informationsdefiziten.“[65]

1972 gab es auf Beschluss des Ministerrates eine letzte Verstaatlichungswelle. Der Anteil der Privatbetriebe sank auf unter zwei Prozent. Doch erst 1976 war die Verstaatlichung mit der Enteignung aller PrivatwÀlder abgeschlossen.

Nationaleinkommen der DDR in Milliarden Mark der DDR nach vergleichbaren Preisen (Basis 1985, S. 13):[7]

Jahr gesellschaftliches
Gesamtprodukt
produziertes
Nationaleinkommen
1950 98,186 30,352
1960 240,271 79,379
1970 405,477 121,563
1980 655,212 193,644
1988 810,963 268,410

Einkommen und Konsum

Dennoch waren einige KonsumgĂŒter in der DDR fast immer knapp. Preise und Löhne wurden ĂŒberwiegend staatlich festgelegt. Der Staat subventionierte mit einem einheitlichen Verkaufspreis besonders grundlegende Dinge des tĂ€glichen Bedarfs. Technische GerĂ€te und andere Waren, die auch gegen Devisen exportiert werden konnten, waren dagegen (an der Kaufkraft der Bevölkerung gemessen) oft sehr teuer. Ein Farbfernseher kostete in den 1980er-Jahren zwischen 3.500 und 6.900 Mark, ein Brötchen fĂŒnf Pfennige.

Hochwertige Waren („Waren des gehobenen Bedarfs“) wurden in eigenen Ladenketten zu sehr hohen Preisen angeboten: Lebensmittel in Delikat-LĂ€den, insbesondere modische Kleidung in Exquisit-LĂ€den. In der Einzelhandelskette Intershop konnten Waren aus dem „nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet“ oder aus Gestattungsproduktion gegen konvertierbare WĂ€hrungen, nicht aber gegen Mark der DDR erworben werden.

Im Bereich der Medizin- und Arzneimittelversorgung konnte die DDR auch aus Devisenmangel den neuesten Stand nicht oder zumindest nicht ĂŒberall gewĂ€hrleisten. Die medizinische Leistung in der DDR war dadurch teilweise unzulĂ€nglich.

FĂŒr einen Autokauf musste man sich beispielsweise anmelden, um dann, je nach Modell, bis zu 15 Jahre warten zu mĂŒssen (zu vergleichsweise hohen Preisen). Ein „Schwarzmarkt“ wurde teilweise geduldet, sodass die Wartezeit durch Zahlung eines höheren Preises umgangen werden konnte. Ein typisches Auto wie der Trabant kostete 10.000 Mark fĂŒr den Neuwagen mit Wartezeit und 30.000 Mark ohne Wartezeit (die Preisspanne fĂŒr einen Wartburg betrug 20.000 bis ĂŒber 30.000 Mark). 1988 besaßen 55 Prozent aller Haushalte mindestens ein eigenes Auto, wĂ€hrend es 1969 14 Prozent und 1980 38 Prozent gewesen waren. Im Vergleich dazu besaßen im Jahr 1988 61 Prozent der Haushalte in Westdeutschland ein oder mehrere Autos.

Die Kaffeekrise als Versorgungsengpass des Konsumguts Kaffee Ende der 1970er-Jahre war kennzeichnend fĂŒr die Knappheit von KonsumgĂŒtern. Der Versorgungsengpass dieser nur gegen Devisen auf dem Weltmarkt zu erhaltenden Ware fĂŒhrte zu BĂŒrgerprotesten und Unmut.

Die Kaltmiete fĂŒr eine Wohnung betrug je nach Ausstattung etwa 30 bis 120 Mark im Monat. Der Bau von EinfamilienhĂ€usern wurde zunĂ€chst wegen Materialknappheit in nur engen Grenzen ermöglicht (es gab zum Beispiel Vorschriften zur verbauten Menge an Steinen und vorgeschriebene Haustypen in AbhĂ€ngigkeit von der FamiliengrĂ¶ĂŸe), erlebte aber durch den nicht ausreichenden staatlichen Wohnungsbau vor allem in den 1980er-Jahren einen gewissen Aufschwung.
Geringe Mieten und der Aufschwung im staatlichen Wohnungsbau sind im Zusammenhang mit dem effektiv erbrachten Bauaufkommen zu sehen. Eine Analyse der Bausubstanz zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs der DDR macht deutlich, dass die in der DDR vollbrachten Bauleistungen nicht ausreichend waren, um eine funktionsgerechte Bausubstanz zu sichern. Neben Defiziten an Baulichkeiten war auch ein „seit langem zunehmender Bestand stark geschĂ€digter Bauwerke zu konstatieren. Der Bedarf an Bauleistungen ĂŒberstieg also deutlich das in der DDR effektiv erbrachte Bauaufkommen.“[66][67] Ernstzunehmende SchĂ€tzungen stuften 1991 20 Prozent des GebĂ€udebestands als „unrettbar“ ein.[68]

Die Wohnviertel waren weniger nach Einkommensgruppen homogenisiert als heute in vielen westlichen LÀndern. Angehörige verschiedener sozialer Schichten wohnten oft dicht zusammen. Allerdings wurden die Parteinomenklatura und die Mitarbeiter vieler Staatsorgane in bestimmten Wohngebieten durch staatliche Wohnungszuteilungen konzentriert.

Das Einkommen einer VerkĂ€uferin (mit etwa 600–800 Mark), eines Ingenieurs (etwa 500–1.200 Mark) und eines Bauarbeiters (etwa 900–1.800 Mark) unterschied sich in der Höhe und damit auch im Sparpotenzial (Residualeinkommen), die Einkommensschere klaffte aber nicht so stark auseinander wie in den westlichen IndustrielĂ€ndern. Gefragte Handwerker verdienten nicht selten mindestens so gut wie leitende Ärzte. Man konnte diese Unterschiede im tĂ€glichen Leben an StatusgegenstĂ€nden kaum ausmachen, da diese wegen dauernden Mangels kaum erhĂ€ltlich waren. Sie spielten daher eine weniger beachtete Rolle (Ausnahmen waren beispielsweise Ärzte, die z. B. aufgrund von Bereitschaftsdiensten bevorzugt TelefonanschlĂŒsse erhielten). Trotzdem gelang es vielen, die es sich leisten konnten, sich durch hĂ€ufige Reisen innerhalb des Ostblocks sowie nach Kuba und teilweise durch westliche Konsumwaren aus der breiten Masse hervorzuheben.

Berufsgruppen mit erwartungsgemĂ€ĂŸ geringem Zulauf von Auszubildenden wurden besonders gefördert, die Lehrstellen- und Studienplatzvergabe wurde anhand des errechneten Bedarfs zentral geplant und ĂŒber die Schulen als Lenkorgan realisiert. Die gesetzlich festgeschriebene Bildungsfreiheit war durch diese Voraussetzungen teilweise nur mit grĂ¶ĂŸeren Hindernissen fĂŒr den Auszubildenden zu realisieren.

Die Versorgung mit knappen GĂŒtern wie TelefonanschlĂŒssen oder Baumaterial hing vielfach von Beziehungen oder Zufall ab, nicht selten spielte auch die jeweilige politische Einstellung eine Rolle. 1989 waren lediglich 24,6 % der Bevölkerung mit einem Telefonanschluss ausgestattet.[69]

Gescheiterte Wirtschaftsreformen

Honecker leitete zu Beginn seiner Amtszeit vor allem soziale Reformen ein, die sogenannte „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“, die auf dem VIII. Parteitag der SED 1971 beschlossen wurde. Er ließ etwas mehr politischen und kulturellen Freiraum, womit auch die Verhandlungen um eine internationale Anerkennung der DDR befördert werden sollten und versuchte, den staatlichen Betrieben mehr FreirĂ€ume zu lassen. Honecker galt daher anfangs als HoffnungstrĂ€ger. Zugleich ließ er aber in zwei Wellen in den 1970er-Jahren bis auf Kleinhandwerker alle Betriebe verstaatlichen, indem sie gezwungen wurden, eine staatliche Mehrheitsbeteiligung zu akzeptieren.

Die erste Ölkrise in den 1970er-Jahren traf die DDR-Wirtschaft mit deutlicher Verzögerung. Anfangs profitierte die DDR sogar von der verzögerten Anpassung der Ölpreiserhöhungen im RGW-Handel, da sie ĂŒber die Veredlung sowjetischen Erdöls mehr Devisen im Westen erwirtschaften konnte. In diese Zeit fĂ€llt auch die stĂ€rkste Wirtschaftsleistung der DDR und wichtige außenpolitische Erfolge und Anerkennung. Honeckers Sozialpolitik ließ die Sozialausgaben ab 1972 stĂ€rker steigen als das dem Bruttosozialprodukt vergleichbaren Nationaleinkommen. DemgegenĂŒber kĂŒrzte die Sowjetunion aber wegen eigener wirtschaftlicher Probleme 1981/82 die Rohöl-Liefermengen von 19 auf 17 Mio. Tonnen[70] und ließ die Ölpreise im RGW wĂ€hrend des Ölpreissturzes 1985 weitgehend unverĂ€ndert. Die DDR war wieder zunehmend auf die heimische Braunkohle angewiesen, zusĂ€tzlich machten ihr Energie-, Umwelt- und Devisenprobleme zu schaffen. Neben den bekannten Devisenbeschaffungsmaßnahmen wie den Außenhandelsbetrieben, den Intershops und dem sogenannten „Zwangsumtausch“ wurden auch geheim gehaltene DevisengeschĂ€fte durch den Bereich Kommerzielle Koordinierung verstĂ€rkt. Auch wurde versucht durch RĂŒstungsexporte, neben dem Hauptabnehmer Sowjetunion auch in Afrika und dem Mittleren Osten weitere Devisen zu erwirtschaften und − weitgehend vergeblich − außerhalb des RGWs Wirtschaftsvereinbarungen ĂŒber Energierohstoffe zu erzielen. Bereits Anfang der 1980er-Jahre war im Westen von der notwendigen Stabilisierung der DDR die Rede, Bayerns MinisterprĂ€sident Franz Josef Strauß initiierte einen Kredit ĂŒber eine Milliarde DM ĂŒber die Bayerische Landesbank.

Mit dem insbesondere militĂ€risch orientierten Mikroelektronikprogramm ab 1977 zum Aufbau einer eigenen Mikroelektronikindustrie bis 1990 wurden etwa 15 Milliarden DDR-Mark investiert.[71] Die Sowjetunion nahm aber die RĂŒstungsprodukte ab Mitte der 1980er-Jahre nicht mehr ab und die zwangsweise Umstellung auf rein zivile Produktion fĂŒhrte wegen der boykottbedingten mangelnden VerfĂŒgbarkeit westlicher Basistechnologien zu absurden Kostenstrukturen.

In den 1980er-Jahren wurde die DDR-Volkswirtschaft mehr und mehr durch Staatsmonopolunternehmen (= Kombinate)[72] gelĂ€hmt. Diese wiesen eine hohe Fertigungstiefe mit geringer Arbeitsteilung auf (u. a. eigener Ratiomittelbau). Die hohe Fertigungstiefe wiederum fĂŒhrte zu Effizienzverlusten und geringer ProduktivitĂ€t:

„[
] Denn in zahlreichen Betrieben gab es endlose Verschleiß- und Reparaturprobleme, da die Mittel fĂŒr eine modernisierte AusrĂŒstung fehlten. Eine verhĂ€ngnisvolle Folge davon war die nicht abreißende Serie von UnfĂ€llen, darunter viele mit tödlichem Ausgang. Als weitere Folge stellte sich ein drastischer Ausfall von Arbeitsstunden ein, deren Zahl durch das hĂ€ufige Ausbleiben von Materiallieferungen noch vermehrt wurde“

– Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte – Von der GrĂŒndung der beiden deutschen Staaten bis zur Vereinigung 1949–1990[73]

Planziele wurden so kaum erreicht. So konnte im Wohnungsbau zwischen 1975 und 1989 nur 60 % des geplanten Neubaubestandes errichtet werden.[74] Nicht nur die Industrieproduktion lag bereits in den 1970er-Jahren deutlich hinten den Erwartungen der Planer. So mussten im Zeitraum von 1971 bis 1981 fĂŒr rund 15 Milliarden Valutamark Getreide- und Futtermittel aus dem NSW importiert werden, da die Landwirtschaft, u. a. wegen schlechter Ernten (1969) und der weiteren Umgestaltung,[75] keine ÜberschĂŒsse mehr produzierte.[76] Ende der 1970er-Jahren erfolgte eine weitere Spezialisierung der Landwirtschaft. Die sowohl horizontale als auch vertikale Integration[77] konnte bei vergleichsweise hohem Personalbestand nur geringe positive Skaleneffekte vorweisen. Die Folgen wie Bodenerosion, Grundwasserbelastung und hohes GĂŒlleaufkommen waren der ökologische Preis der Industrialisierung der Landwirtschaft. Wie auch die Kombinate litten die landwirtschaftlichen Betriebe an Kapital- und Investitionsmangel. Verschlissene Anlagen konnten nur schleppend ersetzt werden, da landwirtschaftliche Maschinen ein wichtiges Exportgut waren. Änderungen der InvestitionsplĂ€ne fĂŒhrten wiederum zu Mangel oder KĂŒrzungen an anderer Stelle. Deutlich zeigte sich, dass sowohl Anreize eines funktionierenden Kapitalmarktes sowie aufgrund der hoch subventionierten Grundnahrungsmittel Preissignale am Nachfragemarkt fehlten. Die Spezialisierung in der Landwirtschaft fĂŒhrte zu noch stĂ€rkerer AbhĂ€ngigkeit, da Pflanzen- und Tierproduktion getrennt worden waren.[78]

Im Vergleich zur Bundesrepublik war die Infrastruktur (Kapitalstock) verschlissen, die ArbeitsproduktivitĂ€t gering und die Produktionsmethoden ineffizient. Das geheime „SchĂŒrer-Papier“ vom 30. Oktober 1989 verdeutlichte unmissverstĂ€ndlich die Lage in der DDR:

„Im Zeitraum seit dem VIII. Parteitag (1971) wuchs insgesamt der Verbrauch schneller als die eigenen Leistungen. Es wurde mehr verbraucht als aus eigener Produktion erwirtschaftet wurde zu Lasten der Verschuldung im NSW, die sich von 2 Mrd. VM 1970 auf 49 Mrd. VM 1989 erhöht hat. Das bedeutet, daß die Sozialpolitik seit dem VIII. Parteitag nicht in vollem Umfang auf eigenen Leistungen beruht, sondern zu einer wachsenden Verschuldung im NSW fĂŒhrte.“[79]

In dem Gutachten wurde ausgehend von der aktuellen Staatsverschuldung, sowohl in Mark der DDR als auch in Devisen (49 Milliarden Valutamark), sowie der voraussichtlichen Entwicklung der Rohstoff- und Weltmarktsituation eine kritische Entwicklung der Staatsfinanzen prognostiziert. Um die Neuverschuldung in harter WĂ€hrung einzudĂ€mmen, wĂ€ren 1990 laut SchĂŒrer-Papier KonsumeinschrĂ€nkungen in der GrĂ¶ĂŸenordnung von 25 bis 30 % nötig gewesen.[80] Dabei wurde der Bedarf fĂŒr andere notwendige Investitionen – wie ĂŒberfĂ€llige Stadtsanierungen, dringend notwendige Ersatzbeschaffung von KapitalgĂŒtern und Neuinvestitionen - ĂŒberhaupt nicht berĂŒcksichtigt, was weitere konsumtive EinschrĂ€nkungen bedeutet hĂ€tte. Wenn auch diese Zahlen im Detail nicht bekannt waren, so war dennoch die Gesellschaft im Herbst 1989 von einer tiefen Vertrauenskrise gegenĂŒber der SED-FĂŒhrung gekennzeichnet.[81] Die Massenflucht in die Bundesrepublik verschĂ€rfte die wirtschaftliche Situation zudem. Die Schlußfolgerungen der Analyse zur Vermeidung eines Staatsbankrottes kamen nicht mehr zur AusfĂŒhrung. Da die geheimen AußenstĂ€nde und Devisenreserven, die unter anderem vom Bereich Kommerzielle Koordinierung angelegt worden waren, unwissentlich nicht mitberĂŒcksichtigt wurden, betrug die Auslandsverschuldung jedoch nur 20 Milliarden DM.[82] Die tatsĂ€chliche Auslandsverschuldung war der WirtschaftsfĂŒhrung aufgrund der DDR-internen Informationsverschleierung nicht bekannt.

Die WĂ€hrungsunion kurz vor der Wiedervereinigung basierte, entgegen den RatschlĂ€gen von Fachleuten wie Karl Otto Pöhl und Alfred Herrhausen, auf einem Umtauschkurs von 1:1. Sie setzte die geschwĂ€chte DDR-Wirtschaft in direkte Konkurrenz zur Bundesrepublik. Die Binnennachfrage nach in der DDR gefertigten Waren brach ein und die Exporte in den RGW-Raum kamen 1990 fast zum Erliegen. Dies fĂŒhrte zum Verlust vieler tausender ArbeitsplĂ€tze.

Arbeits- und Sozialrecht

Typisch fĂŒr sozialistische Gesellschaften war die Regelung eines einheitlichen Arbeitsrechts. Es basierte – nicht auf der Vertragsfreiheit vergleichbar nach dem BGB – sondern auf Rechten und Pflichten des Individuums gegenĂŒber der Gesellschaft; siehe hierzu das Arbeitsrecht in der DDR.

Die Sozialversicherung, einschließlich der Kranken- und Rentenversicherung, oblag fĂŒr Arbeiter und Angestellte als einheitliche Pflichtversicherung der Sozialversicherung des FDGB sowie fĂŒr selbststĂ€ndige Unternehmer der Staatlichen Versicherung der DDR.

Außenhandel

Multicar: 70 % der Produktion wurden exportiert
MZ Motorrad

Die DDR war als hochindustrialisiertes Land auf den Import diverser Waren, NahrungsgĂŒter und Rohstoffe angewiesen. EinkĂ€ufe auf dem Weltmarkt musste sie mangels einer konvertierbaren WĂ€hrung ĂŒber TauschgeschĂ€fte oder selbst erwirtschaftete Devisen erwirtschaften und erzielte dabei zunehmende Außenhandelsvolumina (Angaben in Milliarden Valutamark, effektive Preise; S. 32):[7]

Jahr Außenhandels-
umsatz
gesamt
davon in
sozialistische
LĂ€nder
davon in
Entwicklungs-
lÀnder
davon in
kapitalistische
IndustrielÀnder
1950 3,678 2,660 0,014 1,004
1960 18,487 13,799 0,791 3,897
1970 39,597 28,340 1,601 5,346
1980 120,101 79,810 7,331 32,960
1988 177,337 122,549 5,889 48,898

Eines der Hauptprobleme der DDR-Volkswirtschaft war, dass Exporte in das „nichtsozialistische Ausland“ (NSW) mit enormem Aufwand subventioniert werden mussten. So verdoppelte sich zwischen 1980 und 1988 der Exportaufwand: Zum einen, da die Grund- und Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt stark angestiegen waren, zum anderen wurde in die eigene Volkswirtschaft nicht ausreichend investiert, wodurch der ProduktivitĂ€tsabstand zwischen Westeuropa und der DDR weiter anwuchs. Zudem hatte die DM (= Valutamark) in der Zwischenzeit gegenĂŒber dem US-Dollar stark aufgewertet.[83] Devisenknappheit und Schwierigkeiten in der Rohstoffbeschaffung waren zum Ende der DDR ein immer drĂ€ngenderes Problem, gegen das auch unkonventionelle Devisenbeschaffungsmaßnahmen nicht halfen.

Die wichtigsten Außenhandelspartner waren noch vor den sozialistischen BruderlĂ€ndern die Sowjetunion und die Bundesrepublik. Die vergleichsweise kleine DDR war mit einem Anteil von 11 Prozent am Außenhandel der Sowjetunion deren grĂ¶ĂŸter Handelspartner. Umgekehrt betrug der sowjetische Anteil am DDR-Außenhandel 40 Prozent. Der Warenaustausch mit der Sowjetunion wuchs von 1,5 Milliarden Valutamark (1950) ĂŒber 7,9 Milliarden Valutamark (1960) und erreichte einen Wert von 71 Milliarden Valutamark im Jahr 1987. Fielen in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg noch Reparationsleistungen darunter, entwickelte sich unabhĂ€ngig davon ein reger Warenaustausch. Der war bedingt durch die industrielle LeistungsfĂ€higkeit wie auch den Rohstoffbedarf der DDR. Diese war z. B. von Steinkohlelieferungen aus dem Ruhrgebiet und dem frĂŒheren Oberschlesien abgeschnitten worden und musste dies technisch substituieren. Sie war im RGW – neben der heimischen Braunkohle – vor allem auf Erdöl aus der UdSSR als Basis ihrer Energiewirtschaft und chemischen Industrie angewiesen. Die Sowjetunion ihrerseits hatte einen bedeutenden Bedarf an Industrie- Konsum- und (auch militĂ€rischen) ElektronikgĂŒtern.

Mit dem Beitritt der DDR in den Rat fĂŒr gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW/COMECON) im Herbst 1950 wurde versucht, die Volkswirtschaften der MitgliedslĂ€nder arbeitsteilig zu koordinieren und mit einer internationale Spezialisierung und Kooperation Mangelerscheinungen zu beseitigen. Die DDR-Wirtschaft hatte unter anderem die Aufgabe, den Industrialisierungsbedarf der Sowjetunion zu decken. Dies betraf die Infrastruktur, landwirtschaftliche Maschinen und TransportausrĂŒstungen, Schiffe, Reisezugwagen, Werkzeugmaschinen und Krane. DarĂŒber hinaus lieferte die DDR ĂŒber die dafĂŒr gegrĂŒndete Wismut AG Uranpechblende in die UdSSR, die fĂŒr die Atomwaffenproduktion eingesetzt wurde. Der 1983 gefasste Entschluss, im Rahmen der sogenannten Mikroelektronikinitiative, die MilitĂ€rindustrie und RĂŒstungsexporte erheblich zu erweitern, kam aufgrund der Politik Gorbatschows nicht mehr zum Tragen.

15 Prozent des DDR-Außenhandelsvolumens wurden zollfrei im sogenannten Interzonenhandel mit der Bundesrepublik abgewickelt und getauscht. Die DDR ermöglichte damit Technologietransfer aus dem Westen in die Sowjetunion und konnte indirekt auch auf den westeuropĂ€ischen Markt zugreifen. In den 1970er-Jahren profitierte die DDR erheblich vom Zwischenhandel mit sowjetischem Rohöl und davon abgeleitenen Chemierohstoffen und Treibstoff mit dem Westen. Ein weiteres wichtiges Importgut war Kaffee, dessen Rationierung schließlich in der DDR-Kaffeekrise gipfelte. Die Einstellung der sowjetischen Kaffeelieferungen 1954 fĂŒhrte zu einer der ersten DDR-Versorgungskrisen, wodurch Kaffee bis in die 1970er-Jahre zu einem der wichtigsten Posten im Haushaltsbudget der DDR-Haushalte wurde.[84] Ein durch Missernte ausgelöster Preisanstieg 1977 verringerte merklich das Angebot und die notwendigen drastischen Preiserhöhungen und der Versuch, ersatzkaffeehaltige Kaffeemischungen[85] einzufĂŒhren, fĂŒhrten zu breiten und ungewohnt heftigen Protesten der Bevölkerung und einem erheblichen Gesichtsverlust der politischen FĂŒhrung. Ein wichtige StĂŒtze der Kaffeeversorgung waren dabei die sogenannten „Westpakete“, mittels welcher 1979 rund 9300 Tonnen Kaffee in die DDR verschickt wurden.[86]

Technik und Wissenschaft

→ Hauptartikel: Wissenschaft und Technik in der DDR

Als Industrieland versuchte die DDR sich auf vielen industriellen und technischen Gebieten vom Westen unabhĂ€ngig zu machen und ihre technischen Aufgaben im Rahmen des RGW und der „sozialistischen Integration“ zu erfĂŒllen. Eine wesentliche Rolle sollten dabei Wissenschaftler und Techniker der DDR spielen. Auf einigen Gebieten waren erhebliche Erfolge zu verzeichnen. Die Forschung und Wissenschaft in der DDR war erheblich anwendungsorientiert und praxisbezogen.

Bekannte Wissenschaftler und Techniker der DDR:

Weitere Personen siehe auch Liste der Wissenschaftler, Techniker, Erfinder und Forscher der DDR

Verkehr

Straße

→ Hauptartikel: Straßen in der DDR

Eisenbahn

→ Hauptartikel: Deutsche Reichsbahn (DDR)

Kultur, Bildung, Sport

Kultur

→ Hauptartikel: Kultur in der DDR

Ausschnitt aus dem Buntglasfenster im Berliner StaatsratsgebÀude

Der Kultur wurde große Aufmerksamkeit gewidmet. Es war erklĂ€rtes Ziel, als sozialistische Kultur zur ideologischen Erziehung und Gestaltung eines sozialistischen Weltbildes beizutragen. Entsprechend streng war die Zensur.

Semperoper, 1960

Gab es 1957 allein 86 Theater, 40 Sinfonieorchester, 11.092 Bibliotheken, 284 Heimat- Kunst- und Naturkundemuseen, 803 KulturhĂ€user, 451 KlubhĂ€user, 6 hauptberufliche Volkskunstensembles und 3078 Kinos, so zĂ€hlte man 1988 18.505 staatliche, Gewerkschafts- und wissenschaftliche Bibliotheken, 1.838 Kultur- und KlubhĂ€user, 962 Jugendklubs, 111 Musikschulen, 213 Theater, 88 Orchester, 808 Kinos, 10 Kabaretts, 741 Museen und 117 zoologische oder HeimattiergĂ€rten (S. 318–328).[7]

Die Auftragskunst der DDR und fast sĂ€mtliche im Staatsbesitz befindlichen Kunstwerke der DDR wurden kurz vor der Wiedervereinigung vom letzten Kulturminister der DDR Herbert Schirmer aus allen StĂ€dten, Volkseigenen Betrieben, Schulen, KulturhĂ€usern, PionierhĂ€usern, Klubs etc. eingezogen und in die Burg Beeskow gebracht. Es waren 23.000 Werke, bestehend aus 1500 GemĂ€lden, 12.000 Grafiken, 2000 Zeichnungen, aus Fotos, Plakaten, Plastiken, und Gastgeschenken an staatliche Stellen und Betriebe. Seitdem wurden diese Werke vom Kunstarchiv Beeskow verwaltet, das damit regelmĂ€ĂŸig Ausstellungen zusammenstellt.

Jugendkulturen

→ Hauptartikel: Jugendkultur in der DDR

Betriebs-Disko, 1977
Betriebs-Singegruppe, 1978
Struktur des Schulsystems der DDR

Das Bildungssystem und die intensive Begabtenauswahl im Sport stellte hohe Erwartungen an das systemkonforme Verhalten von Jugendlichen. Die an der bĂŒndischen Jugendbewegung und den politischen Jugendorganisationen Anfangs des Jahrhunderts orientierte Freie Deutsche Jugend (FDJ) knĂŒpfte an Jugenderfahrungen der DDR-FĂŒhrungsschicht an. Neben dieser offiziösen Jugendkultur existierten stets auch verschiedene Subkulturen[87] und umfangreiche Wechselwirkungen.

FĂŒr die DDR-Jugendkultur prĂ€gend waren unter anderem Filme wie Die Legende von Paul und Paula und Heißer Sommer Ende der 1960er-Jahre. 1964 wurde das DDR-Jugendradio DT64 gegrĂŒndet, das auch im Westen AnhĂ€nger fand. Nach diesem Aufleben einer DDR-eigenen Beatbewegung mit Gruppen wie den Sputniks, den Butlers und des Diana Show Quartetts sah die DDR-FĂŒhrung diese Bewegung ab 1965 kritischer. Es kam zu strengen Kontrollen, Auflagen und Verboten, die zur Leipziger Beatdemo fĂŒhrten. Bekannt wurde Walter Ulbrichts Aussage „Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, nu kopieren mĂŒssen? Ich denke, Genossen, mit der Monotonie des Je-Je-Je, und wie das alles heißt, ja, sollte man doch Schluss machen.“

Anfang der 1970er-Jahre wurde Ulrich Plenzdorfs Die neuen Leiden des jungen W. zu einem Dokument einer DDR-spezifischen Außenseiterkultur. Im Rahmen von Veranstaltungen in der Bundesrepublik wie dem Festival der Jugend ergab sich eine intensive Wechselwirkung mit dem Westen, so durch Bands wie die Puhdys, Karat und Pankow, die Singebewegung und die DDR-spezifische Liedermacherkultur. Ein wesentlicher Bruch war die AusbĂŒrgerung Wolf Biermanns 1976.

Nonkonformistische Jugendliche engagierten sich zunehmend innerhalb der kirchlichen Jugendarbeit, einschließlich den Punks in der DDR. Seit etwa 1985 entstand die Grufti-Bewegung.[88] Mitte der 1980er-Jahre gab es in allen ostdeutschen GroßstĂ€dten Skinhead-Gruppen. Rechtsextreme Jugendliche sammelten sich unter anderem im Umfeld einiger Fussballclubs.[89]

Bildungswesen

→ Hauptartikel: Schulsystem der DDR

1957 gab es in der DDR 10.471 allgemeinbildende Schulen (darunter 1150 Mittelschulen und 373 Oberschulen, d. h. EOS. Durch Zentralisierung und Erhöhung der Klassenzahlen wurde die Anzahl der allgemeinbildenden Schulen (POS, EOS, Sonderschulen) bis 1988 auf 5907 gesenkt (S. 304).[7]

In der Berufsausbildung vollzog sich eine Ă€hnliche Entwicklung. Waren es 1950 noch 1583 Berufsschulen, zĂ€hlte man 1988 noch 955 (S. 306).[7] Es war garantiert, dass jeder SchulabgĂ€nger eine Lehre annahm oder zum Studium an eine Hoch- oder Fachschule beziehungsweise an eine UniversitĂ€t ging. 1957 gab es 307 Fachschulen, 46 Hochschulen (darunter sechs UniversitĂ€ten) und fĂŒnf Akademien. Im Jahr 1988 zĂ€hlte man noch 237 Fachschulen und 53 Hochschulen und UniversitĂ€ten (S. 312 f.).[7]

Das Bildungssystem der DDR war im Wesentlichen als ein einheitliches Gemeinschaftsschulsystem konzipiert, mit anschließenden tertiĂ€ren Bildungseinrichtungen. Aufbauend auf der Vorschulerziehung im Kindergarten und der ab den 1950er-Jahren fĂŒr alle Kinder verbindlichen zehnklassigen polytechnischen Oberschule (POS)[90] folgten

  • eine zwei- bis dreijĂ€hrige Berufsausbildung (Abschluss Facharbeiter)
  • eine dreijĂ€hrige Berufsausbildung (Facharbeiterbrief mit Abitur) oder
  • eine Abiturausbildung auf der Erweiterten Oberschule (EOS). Diese begann bereits nach der 8. Klasse der POS und fĂŒhrte in vier Jahren zum Abitur. Erst ab Beginn der 1980er-Jahre schlossen sich zwei Jahre EOS an die Beendigung der zehnjĂ€hrigen POS an.

Wesentliche Merkmale des Schulsystems der DDR waren

  • einheitliche Bildungsinhalte fĂŒr alle Kinder bis Klasse 8 (spĂ€ter 10) und Beginn der Ă€ußeren Differenzierung nach Klasse 10; diese Einheitlichkeit war die Grundlage der AbschlussprĂŒfungen der 10. Klasse und des Abiturs;
  • die gezielte Vorbereitung auf die spĂ€tere Arbeitswelt durch polytechnische Ausbildung und eine Schwerpunktsetzung auf die mathematisch-naturwissenschaftlichen FĂ€cher, wĂ€hrend die geisteswissenschaftlichen FĂ€cher stark ideologisch ausgerichtet waren;
  • das BemĂŒhen um eine Einheit von Bildung und Erziehung mit dem Ziel der vollstĂ€ndigen Integration der Absolventen in die sozialistische Gesellschaft (und geringer Toleranz fĂŒr Andersdenkende).

Trotz einer Ausbildungs- und Arbeitsplatzgarantie und einem sehr hohen Anpassungsdruck auf nicht der Norm entsprechende Jugendliche gab es eine signifikante Anzahl von Ungelernten[91] in der DDR. Der Anteil der SchulabgÀnger mit Hochschulreife war in der DDR deutlich geringer als im Westen.[92]

Wehrerziehung

Ab 1978 mussten MĂ€dchen und Jungen der 9. und 10. Klasse am Wehrunterricht teilnehmen, eine Freistellung war nicht möglich, FDJ-Mitglieder mussten in Blauhemden erscheinen. Hier wurde in einem theoretischen Teil militĂ€risches und politisches Grundlagenwissen ĂŒber die NVA und die „sozialistische Landesverteidigung“ vermittelt. Wesentlicher Teil des praktischen Wehrunterrichts war ein Wehrlager fĂŒr die Jungen oder ein Lehrgang fĂŒr Zivilverteidigung fĂŒr MĂ€dchen sowie fĂŒr Jungen, die nicht am Wehrlager teilnahmen.

Die vormilitĂ€rische Ausbildung setzte sich fĂŒr alle Jugendlichen in der Berufsausbildung und an den EOS sowie im Studium fort. Die Gesellschaft fĂŒr Sport und Technik (GST) trainierte nicht nur Jugendliche auf freiwilliger Basis in militĂ€rischen Sportarten, sondern war auch fĂŒr einen Großteil der vormilitĂ€rischen Ausbildung fĂŒr alle Jugendlichen verantwortlich.

Sport

Katarina Witt, EiskunstlÀuferin

→ Hauptartikel: Sport in der DDR

Der Sport nahm eine besondere Rolle im System der DDR ein. In KindergĂ€rten und Schulen gab es sportliche Ausbildungsprogramme. Das diente einerseits der Volksgesundheit, aber bereits hier wurde auch eine systematische Talenteschau durchgefĂŒhrt mit dem Ziel, Hochleistungssportler zu gewinnen. Die Ausbildung erfolgte in besonderen Sportschulen und spĂ€ter in Leistungszentren. Der Sportmedizinische Dienst der DDR war ein speziell eingerichtetes medizinisches Netzwerk.

Gefördert wurde zum einen der Breitensport. Walter Ulbricht prĂ€gte den Satz: „Jedermann an jedem Ort, einmal in der Woche Sport“, bei dem spĂ€ter das „einmal“ durch „mehrmals“ ersetzt wurde. Im Jahr 1988 gab es z. B. 10.674 Sportgemeinschaften mit fast 3,8 Millionen Aktiven, 159.006 Schieds- und Kampfrichtern und 264.689 Übungsleitern. Es gab 330 Sportstadien und 1.220 SportplĂ€tze. An den Kreis- und Bezirksspartakiaden nahmen 1988 insgesamt 1.064.000 Kinder und Jugendliche teil (S. 330f).[7]

Die DDR-FĂŒhrung vermochte zum anderen, mit den Erfolgen im Leistungssport die Anerkennung ihres Staates in den Augen der eigenen Bevölkerung und international zu verbessern. Allein bei Olympischen Spielen errangen die DDR-Sportler 1968 in Mexiko 25 Medaillen, 1972 in MĂŒnchen schon 66 und 1988 in Seoul 102 Medaillen. Von 1986 bis 1988 brachten sie 90 Weltmeister und 77 Europameister hervor (S. 332f).[7] Daher setzte die DDR-FĂŒhrung auch gezielt Doping ein, um die Ergebnisse zu steigern, und etablierte ab 1974 unter der Bezeichnung „Staatsplanthema 14.25“ ein umfassendes Dopingsystem.

Feiertage

Siehe: Feiertage in der DDR

Gesellschaftliche Organisationen

Die ĂŒberwiegende Mehrheit der DDR-BĂŒrger im schulpflichtigen oder erwerbstĂ€tigen Alter war in einer oder mehreren dieser Organisationen Mitglied:

Briefmarke zu Ehren des 25-jÀhrigen Bestehens der DSF

Siehe auch

Portal Portal: DDR – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema DDR

Literatur

  • Per Ketman, Andraeas Wissmach: DDR. Ein Reisebuch in den Alltag. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg 1986, ISBN 3-499-17568-1.
  • Karl-Heinz Rother: Parteiverfahren fĂŒr Marx. Hier irrten Kurt Hager und andere. Dietz, Berlin 1990, ISBN 3-320-01590-7.
  • Gernot Schneider: Wirtschaftswunder DDR, Anspruch und RealitĂ€t, 2. Aufl. 1990, bund-Verlag, ISBN 3-7663-2190-0.
  • Klaus Schroeder, Steffen Alisch: Der SED-Staat. Geschichte und Strukturen der DDR 1949–1990, Hanser, MĂŒnchen 1998, ISBN 3-446-19311-1.
  • Georg FĂŒlberth: Berlin – Bonn – Berlin. Deutsche Geschichte seit 1945. Papyrossa, Köln 1999, ISBN 3-89438-168-X.
  • Stefan Wolle: Die heile Welt der Diktatur. Alltag und Herrschaft in der DDR 1971–1989. MĂŒnchen 1999, ISBN 3-612-26650-0.
  • Siegfried Wenzel: Was war die DDR wert? Und wo ist dieser Wert geblieben? Das Neue Berlin, Berlin 2000, ISBN 3-360-00940-1
  • Olaf Klenke: Ist die DDR an der Globalisierung gescheitert? Autarke Wirtschaftspolitik versus internationale Weltwirtschaft. Das Beispiel Mikroelektronik. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2001, ISBN 3-631-38204-9
  • Beate Ihme-Tuchel: Die DDR, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2002 ISBN 3-534-14733-2
  • Hermann Weber: Geschichte der DDR. area Verlag, Erftstadt 2004, ISBN 3-89996-026-2 (2. Aufl. zuerst 2000)
  • Stefan Wolle: DDR. Fischer, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-16122-3.
  • AndrĂ© Steiner: Von Plan zu Plan. Eine Wirtschaftsgeschichte der DDR. DVA, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-421-05590-4
  • Hermann Weber: Die DDR 1949–1990, Oldenbourg, 4. Aufl., MĂŒnchen 2006, ISBN 3-486-57928-2.
  • Heiner Timmermann: Die DDR in Europa: Zwischen Isolation und Öffnung, LIT Verlag, Berlin/Hamburg/MĂŒnster 2005, ISBN 3-8258-8884-3.
  • Ulrich MĂ€hlert: Kleine Geschichte der DDR. C. H. Beck, 5. Aufl., MĂŒnchen 2007, ISBN 3-406-47550-7.
  • Christian HĂ€rtel, Petra Kabus (Herausgeber): Das Westpaket – Geschenksendung, keine Handelsware. 2. Auflage, Christoph Links Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-86153-221-2.
  • Inga Markovits: Gerechtigkeit in LĂŒritz – Eine ostdeutsche Rechtsgeschichte. Verlag C. H. Beck, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-406-55054-1.
  • Deutsches Kulturforum östliches Europa e.V. (Hrsg.): Geschichte als Tabu. Die DDR und die Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Dokumentation des Potsdamer Forums vom 25. April 2002 im Alten Rathaus Potsdam, Potsdam 2003, ISBN 978-3-936168-04-4.
  • Jean-Paul Cahn, Ulrich Pfeil (Hg.): Allemagne 1945–1961. De la «catastrophe» Ă  la construction du Mur, Villeneuve d’Ascq, Septentrion, 2008, 250 Seiten, ISBN 978-2-7574-0056-2.
  • Jean-Paul Cahn, Ulrich Pfeil (Hg.): Allemagne 1961–1974. De la construction du Mur Ă  l’Ostpolitik, Villeneuve d’Ascq, Septentrion, 2009, 402 Seiten, ISBN 978-2-7574-0107-1.
  • Jean-Paul Cahn, Ulrich Pfeil (Hg.): Allemagne 1974–1990. De l’Ostpolitik Ă  l’unification, Villeneuve d’Ascq, Septentrion, 2009, 329 Seiten, ISBN 978-2-7574-0107-1.

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. ↑ Siehe dazu das Kapitel „Geografie“.
  2. ↑ Ab 1968 als Selbstbezeichnung „sozialistischer Staat“
  3. ↑ Bernhard Marquardt: Rolle und Bedeutung der Ideologie, integrativer Faktoren und disziplinierender Praktiken in Staat und Gesellschaft der DDR, Bd. 3., in: Materialien der EnquĂȘte-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“ im Deutschen Bundestag, 9 Bde. in 18 TeilbĂ€nden, Nomos Verl.-Ges., Baden-Baden 1995, ISBN 3-7890-4006-1, S. 379, 730, 1541; GĂŒnther Heydemann: Die Innenpolitik der DDR, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2003, ISBN 3-486-55770-X, S. 57.
  4. ↑ In der Geschichtswissenschaft wird mitunter – zumindest fĂŒr die ersten zwei Dekaden – auch von einer „stalinistischen Diktatur“ geschrieben; siehe z. B. Hermann Weber: Die DDR 1945–1990, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2006, ISBN 3-486-57928-2, S. 136.
  5. ↑ Offiziell war der Staatsrat der DDR das kollektive Staatsoberhaupt. Protokollarisch wurde aber der Staatsratsvorsitzende als Staatsoberhaupt angesehen. 1949 bis 1960 war Wilhelm Pieck als PrĂ€sident der DDR Staatsoberhaupt, nach der Auflösung des Staatsrats 1990 war Sabine Bergmann-Pohl als PrĂ€sidentin der Volkskammer das letzte Staatsoberhaupt der DDR.
  6. ↑ Als MinisterprĂ€sidenten der DDR wurden Otto Grotewohl von 1949 bis 1964 sowie Lothar de MaiziĂšre 1990 bezeichnet.
  7. ↑ a b c d e f g h i j k Statistisches Jahrbuch der DDR, Staatsverlag der DDR, 1. Auflage, Juni 1989, S. 8 und 17, ISBN 3-329-00457-6
  8. ↑ Vgl. dazu Lerche, in: Isensee/Kirchhof, Handbuch des Staatsrechts, Bd. VIII, § 194 Rdnrn. 45, 47; vgl. auch Klein, a.a.O., § 198, S. 560f.
  9. ↑ Wolfgang SchĂ€uble, Der Einigungsvertrag – Vollendung der Einheit Deutschlands in Freiheit, in: ZG 1990, S. 289 (294).
  10. ↑ Eckhard Jesse: War die DDR totalitĂ€r? In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 40 (1994), S. 12–23.
  11. ↑ Hermann Matern, Mitglied des PolitbĂŒros der SED, kommentierte die 1949 erstellte Leitlinie folgendermaßen: „Sollen wir vielleicht erlauben, dass uns die Bourgeoisie und ihre Parteien mit dem Stimmzettel die Macht wieder wegnehmen könnten? Dann wĂ€ren wir doch Trottel!“, in: Neues Deutschland, 16. MĂ€rz 1958
  12. ↑ Hermann Weber, Die DDR 1945–1990, Oldenbourg, 2. Aufl., MĂŒnchen 1993, S. 38.
  13. ↑ Zum revolutionĂ€ren Charakter des Geschehens in der Schlussphase der DDR: Hans Hugo Klein, VerfassungskontinuitĂ€t im revolutionĂ€ren Umbruch? Die Verfassung der DDR zwischen dem 7. Oktober 1989 und dem 3. Oktober 1990, in: Peter Badura und Rupert Scholz (Hrsg.), Wege und Verfahren des Verfassungslebens, Festschrift fĂŒr Peter Lerche zum 65. Geburtstag, C.H. Beck, MĂŒnchen 1993, S. 459–474.
  14. ↑ Klaus Stern, Der Staatsvertrag im völkerrechtlichen und verfassungsrechtlichen Kontext, in: ders./Bruno Schmidt-Bleibtreu (Hrsg.): VertrĂ€ge und Rechtsakte zur Deutschen Einheit, Bd. I: Staatsvertrag zur WĂ€hrungs-, Wirtschafts- und Sozialunion, 1990, S. 3.
  15. ↑ Reinhold Zippelius: Kleine deutsche Verfassungsgeschichte: Vom frĂŒhen Mittelalter bis zur Gegenwart, 7., neu bearb. Aufl., Beck’sche Reihe, C.H. Beck, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-406-47638-4, S. 164.
  16. ↑ Alexander Fischer (Hrsg.): Ploetz. Die Deutsche Demokratische Republik. Daten, Fakten, Analysen, KOMET Verlag, Köln 2004, S. 265 (nach Statistischen JahrbĂŒchern der DDR)
  17. ↑ Konrad-Adenauer-Stiftung: Freikirchen in der ehemaligen DDR
  18. ↑ Klaus Schroeder: Der SED-Staat. Geschichte und Strukturen der DDR, MĂŒnchen 1998, S. 474. Dass Angela Merkel in der DDR eine Karriere machen konnte, lag an ihrer nicht zu leugnenden Hochbegabung und vermutlich an ihrer FDJ-Mitgliedschaft, die als eine Entscheidung fĂŒr den Staat angesehen wurde. Es gab aber bis zum Ende der DDR FĂ€lle, in denen der Übergang zur EOS wegen einer fehlenden Jugendweihe nicht ermöglicht worden ist.
  19. ↑ Konrad-Adenauer-Stiftung: Mythos: „Die Kirchen waren in das System der SED-Diktatur integriert“
  20. ↑ Manfred Rexin, Die SPD in Ost-Berlin von 1946 bis 1961, Franz-Neumann-Archiv e. V. Berlin, Heft 5, Berlin 1989, S. 24.
  21. ↑ Andreas Malycha, Peter Jochen Winters, Die SED: Geschichte einer deutschen Partei, Beck, MĂŒnchen, ISBN 3-406-59231-7, S. 26 ff.
  22. ↑ Andreas Malycha, Peter Jochen Winters, Die SED: Geschichte einer deutschen Partei, Beck, MĂŒnchen, ISBN 3-406-59231-7, S. 26 ff.
  23. ↑ Hermann Weber, Die DDR, 1945–1990, Oldenburg 2006, ISBN 3-486-57928-2, S. 157.
  24. ↑ Hermann Weber, Die DDR, 1945–1990, Oldenburg 2006, ISBN 3-486-57928-2, S. 13.
  25. ↑ Bundesarchiv: Gesamtdeutsche Frage und Sowjetnoten (online; abgerufen am 5. Februar 2010).
  26. ↑ 16. Januar 1952: Die DDR verweigert der UN-Kontrollkommission fĂŒr freie gesamtdeutsche Wahlen die Einreise (online).
  27. ↑ 9.–12. Juli 1952
  28. ↑ Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 5: Von der GrĂŒndung der beiden deutschen Staaten bis zur Vereinigung 1949–1990, C.H. Beck Verlag, MĂŒnchen 2008, S. 91–95.
  29. ↑ Peter Przybilski: Tatort PolitbĂŒro. Die Akte Honecker, Berlin 1991, S. 101–115.
  30. ↑ H.J. Hertle/K. Jarausch: Risse im Bruderbund. Die GesprĂ€che Honecker – Breshnew 1974 bis 1982, Links, Berlin 2006
  31. ↑ Rainer Eppelmann, Hans-Joachim Veen, Horst Möller, Udo Margedant, Peter Maser, Lexikon des DDR-Sozialismus. Das Staats- und Gesellschaftssystem der Deutschen Demokratischen Republik. Schöningh, Paderborn 1996, S. 170.
  32. ↑ „WĂ€hrend im Parteiensystem die Dominanz der SED ab 1950 eindeutig war, kamen den Blockparteien auch weiterhin bestimmte Aufgaben zu. Sie hatten eine Alibifunktion (Verschleierung der kommunistischen Einparteienherrschaft und VortĂ€uschung einer pluralistischen Demokratie), [
]“, B. „Aufbau des Sozialismus“ in der DDR 1949–1961, in: Hermann Weber: Die DDR 1945–1990, Oldenbourg, 4., durchges. Aufl., MĂŒnchen 2006, S. 35.
  33. ↑ Parteien und politische Bewegungen im letzten Jahr der DDR, Oktober 1989 bis April 1990. Hrsg. B. Musiolek/C. Wuttke, Berlin 1991, ISBN 3-86163-004-4.
  34. ↑ Rainer Eppelmann, Hans-Joachim Veen, Horst Möller, Udo Margedant, Peter Maser, Lexikon des DDR-Sozialismus. Das Staats- und Gesellschaftssystem der Deutschen Demokratischen Republik. Schöningh, Paderborn 1996
  35. ↑ a b Erhard Eppler Kavalleriepferde beim Hornsignal. Über Sprache und Politik, 1992, ISBN 3-518-11788-2
  36. ↑ Presse in der DDR, in: „Damals in der DDR“, mdr.de
  37. ↑ a b c d Wissenschaft und Politik in der DDR, in: JĂŒrgen Kocka u. Renate Mayntz (Hrsg.): Wissenschaft und. Wiedervereinigung. Disziplinen im Umbruch. Berlin 1998
  38. ↑ Werner Weidenfeld, Karl-Rudolf Korte (Hrsg.): Handbuch zur deutschen Einheit, 1949–1989–1999, Campus Verlag, 1999, ISBN 3-593-36240-6, S. 561
  39. ↑ Martin Sabrow (Hrsg.): Skandal und Diktatur. Formen öffentlicher Empörung im NS-Staat und in der DDR, Wallstein Verlag, Göttingen 2004
  40. ↑ Frank Bösch: Politische Skandale in Deutschland und Großbritannien, Juni 2006, Das Parlament
  41. ↑ Adolf Dresen: Der Fall Faust (1968) – Der letzte öffentliche Theater-Skandal in der DDR. In: Freitag, 19. November 1999
  42. ↑ Detlef Pollack, Modernization and Modernization Blockages in GDR Society. In: Konrad Jarausch (Hrsg.): Dictatorship as Experience: Towards a Socio-Cultural History of the GDR. New York/Oxford 1999, S. 27–45.
  43. ↑ Siehe hierzu: Peter Hilger, Aufbruch in die Bedeutungslosigkeit? Zur Marginalisierung der Oppositionsgruppen in der DDR im Jahr der „Wende“, Hannover 1995, S. 65, der diesbezĂŒglich von einer „eigenstĂ€ndige[n] Öffentlichkeit fĂŒr die DDR“ spricht.
  44. ↑ Christoph Dieckmann: Deutschlands Medien und ostdeutsche Öffentlichkeit, Politik und Zeitgeschichte (APuZ 40/2005)
  45. ↑ Übersichtswerk: Ehrhardt Neubert: Geschichte der Opposition in der DDR 1949–1989, BpB, 2. Aufl., Bonn 1998, ISBN 3-89331-294-3
  46. ↑ MfS beim Deutschen Historischen Museum
  47. ↑ a b c Germany (East), Library of Congress Country Study, Appendix B: The Council for Mutual Economic Assistance Studie zum RGW der Library of Congress
  48. ↑ William R. Smyser: How Germans Negotiate. Logical Goals, Practical Solutions. United States Institute of Peace Press, Washington D.C. 2003
  49. ↑ Gareth M. Winrow, The Foreign Policy of the GDR in Africa. In: Cambridge Russian, Soviet and Post-Soviet Studies, Cambridge University Press, 1990, ISBN 978-0-521-38038-6
  50. ↑ Joachim Nawrocki: Honeckers Volksarmisten in Afrika und Nahost. In: Die Zeit, 08/1980
  51. ↑ Ernst Hillebrand, Das Afrika-Engagement der DDR. In: MĂŒnchner Studien zur internationalen Entwicklung, Band 5, Frankfurt am Main, Bern, New York 1987, ISBN 978-3-8204-0077-9.
  52. ↑ Hans-Joachim Döring: Entwicklungspolitik und SolidaritĂ€t in der DDR, dargestellt an Beispielen der staatlichen Zusammenarbeit mit Mosambik und Äthiopien und der entwicklungsbezogenen Bildungsarbeit unabhĂ€ngiger Gruppen, Diss., TU Berlin, 2007.
  53. ↑ Afrika und das andere: AlteritĂ€t und Innovation Von Vereinigung von Afrikanisten in Deutschland Jahrestagung, Heike Schmidt, Albert Wirz Veröffentlicht von LIT Verlag Berlin-Hamburg-MĂŒnster, 1998 ISBN 3-8258-3395-X, 978-3-82583-395-4.
  54. ↑ a b c d e f Hans-Joachim Döring: „Es geht um unsere Existenz“. Die Politik der DDR gegenĂŒber der Dritten Welt am Beispiel von Mosambik und Äthiopien, in: Forschungen zur DDR-Gesellschaft, Christoph Links Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-86153-185-2.
  55. ↑ Laut einer Publikation der IHK Köln („LĂ€nderschwerpunkt Vietnam 10/2003“) waren ĂŒber 100.000 Vietnamesen zu Arbeit, Ausbildung und Studium in der DDR, wobei die ĂŒber 10.000 Akademiker davon bis in die Gegenwart einen bedeutenden Anteil der vietnamesischen Elite ausmachen.
  56. ↑ Siehe auch Eva-Maria, Lothar Elsner: AuslĂ€nderpolitik und -feindschaft in der DDR 1949–1990. Texte zur politischen Bildung H. 13, Rosa Luxemburg-Verein, Leipzig 1994, S. 53 ff. (im Dok.teil zahlreiche Gesetzestexte und bilaterale Abkommen mit den Entsendestaaten), ISBN 3-929994-14-3.
  57. ↑ „Als die Verhandlungen in eine konkrete Phase traten, ernannte Erich Honecker das Mitglied seines PolitbĂŒros Werner Lamberz zum ‚Sonderbotschafter des ZK der SED‘ fĂŒr die GesprĂ€che mit Gaddafi. Am 12. Dezember 1977 traf sich Lamberz mit dem libyschen RevolutionsfĂŒhrer. ZunĂ€chst bat er Gaddafi um die Herstellung von Kontakten zu den Befreiungsbewegungen in Tschad, Oman und Dhofar und zur Polisario in der Westsahara. Auf Bitte Fidel Castros hatte sich die DDR nĂ€mlich bereit erklĂ€rt, den von Kuba unterstĂŒtzten Guerrillaorganisationen Waffen zu liefern. Außerdem, versicherte Lamberz, sei die SED-FĂŒhrung einverstanden, dem libyschen Volksstaat militĂ€rische Hilfe zu gewĂ€hren. Wir sind bereit, Offiziere und Unteroffiziere, Flugzeug- und Hubschrauberpiloten, Raketen und Artilleriespezialisten und AufklĂ€rer in der DDR oder Libyen auszubilden.‘ Umfangreiche Waffenlieferungen seien kein Problem. Die DDR lieferte bisher Waffen an Äthiopien, sie unterstĂŒtzte mit Waffen die Befreiungsbewegungen Simbabwes, PalĂ€stinas und Namibias.“ Jochen Staadt, Libysche Hilfe fĂŒr die DDR, FAZ vom 21. April 2008, S. 5
  58. ↑ Auch in den folgenden Jahrzehnten tat man sich mit der offiziellen Bezeichnung der DDR schwer, vor allem mit Hinblick auf den Widerspruch zwischen dem Wort demokratisch im Landesnamen und der politischen Wirklichkeit im Osten Deutschlands. Daher nutzten besonders konservative und rechte Kreise den Begriff der sogenannten „DDR“. In Publikationen des Verlags Axel Springer wurde die AbkĂŒrzung DDR bis Ende der 1980er-Jahre in AnfĂŒhrungszeichen gesetzt.
  59. ↑ Buchrenzension auf der WSWS.org von Hendrik Paul 21. April 2001 zu Joachim Lapp, Ulbrichts Helfer, Bernard & Graefe Verlag, Bonn 2000, ISBN 3-7637-6209-4
  60. ↑ a b Neue ZĂŒrcher Zeitung vom 13. September 2008, S. 9, Der Warschaupakt plante den nuklearen Überfall auf Westeuropa, von Hans RĂŒhle und Michael RĂŒhle (NZZ-Online). Bei den Autoren Hans und Michael RĂŒhle handelt es sich um den ehemaligen Chef des Planungsstabes im Bonner Verteidigungsministerium und den Leiter des Planungsstabes der politischen Abteilung der NATO in BrĂŒssel.
  61. ↑ MĂ€rkische Oderzeitung. Frankfurter Stadtbote 9. Januar 2008, S. 14
  62. ↑ a b Klaus Schroeder: 20 Jahre nach dem Mauerfall – eine Wohlstandsbilanz. In: Gutachten fĂŒr die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. (PDF), S. 22–27.
  63. ↑ Ordnung ĂŒber die Aufgaben und die Arbeitsweise der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin und ihrer Organe, Erlass des Staatsrates der DDR vom 7. September 1961 (GBl. SDr. 341, S. 3).
  64. ↑ „Denn die MĂ€r von der DDR als einer der zehn stĂ€rksten Industrienationen der Welt hatte auch in der Bundesrepublik und in der westlichen Welt insgesamt viele AnhĂ€nger und NacherzĂ€hler gefunden.“ Zit. n. Mathias Schlegel, 20 Jahre Mauerfall. Die BankrotterklĂ€rung. Im Herbst 1989 ist die DDR auch wirtschaftlich am Ende – Planungschef SchĂŒrer legt dem SED-PolitbĂŒro ungeschminkte Fakten vor. In: Der Tagesspiegel vom 30. Oktober 2009 (abgerufen am 10. November 2009); siehe auch Oskar Schwarzer, Sozialistische Zentralplanwirtschaft in der SBZ/DDR. Ergebnisse eines ordnungspolitischen Experiments (1945–1989). Reihe: Vierteljahresschrift fĂŒr Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Beihefte 143, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-515-07379-5, S. 9.
  65. ↑ Eckard Wandel, Transformationsprobleme bei der deutschen Wiedervereinigung, in Struktur und Dimension, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-515-07066-9, S. 311.
  66. ↑ Bernd Bartholmai, Manfred Melzer, Lutz Uecker: Bauwirtschaft im Gebiet der ehemaligen DDR: mögliche Entwicklung der Kostenstruktur im Zuge der Neuordnung nach der Wirtschaftsunion. Duncker & Humblot, 1991, ISBN 3-428-07178-6
  67. ↑ Katja Neller: DDR-Nostalgie: Dimensionen der Orientierungen der Ostdeutschen gegenĂŒber der ehemaligen DDR, ihre Ursachen und politischen Konnotationen. Springer, 2006, ISBN 3-531-15118-5, S. 43
  68. ↑ Bernd Bartholmai, Manfred Melzer: KĂŒnftige Perspektiven des Wohnungsbaus und der Wohnungsbaufinanzierung fĂŒr das Gebiet der neuen LĂ€nder, Duncker & Humblot, 1991, ISBN 3-428-07176-X, S. 30
  69. ↑ Christoph Gehrmann (2006): (Nah)Sprechen – (Fern)Sehen: Kommunikativer Alltag in der DDR, Frank & Timme GmbH, ISBN 3-865-96099-5, S. 126.
  70. ↑ „Die Plan(los)-Wirtschaft der DDR.“ Artikel im Fluter (Magazin der Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung), Nr. 30, S. 19
  71. ↑ Die Gesamtkosten fĂŒr Forschung und Entwicklung einschließlich Sachinvestitionen beliefen sich wahrscheinlich auf 50 Milliarden Mark der DDR. Siehe hierzu Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte – Von der GrĂŒndung der beiden deutschen Staaten bis zur Vereinigung 1949–1990, Bd. 5, C.H. Beck, MĂŒnchen 2008, ISBN 3-406-52171-1, S. 99.
  72. ↑ „Kommunistische Monopolunternehmen“, siehe Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte – Von der GrĂŒndung der beiden deutschen Staaten bis zur Vereinigung 1949–1990, Bd. 5, C.H. Beck, MĂŒnchen 2008, ISBN 3-406-52171-1, S. 97.
  73. ↑ Bd. 5, C.H. Beck, MĂŒnchen 2008, ISBN 3-406-52171-1, S. 100.
  74. ↑ Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte – Von der GrĂŒndung der beiden deutschen Staaten bis zur Vereinigung 1949–1990, Bd. 5, C.H. Beck, MĂŒnchen 2008, ISBN 3-406-52171-1, S. 99.
  75. ↑ „GrĂŒneberg-Plan“ = Trennung von Tier- und Pflanzenproduktion, siehe Gerhard GrĂŒneberg.
  76. ↑ Oskar Schwarzer, Sozialistische Zentralplanwirtschaft in der SBZ/DDR, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-515-07379-5, S. 154.
  77. ↑ Anmerkung: horizontale Integration = grĂ¶ĂŸere FlĂ€chen, riesige StĂ€lle; vertikale Integration = landwirtschaftliche Betriebe mit eigener verarbeitenden Industrie
  78. ↑ Arnd BauernkĂ€mper, Strukturwandel und Alltagsleben, Agrarwirtschaft und lĂ€ndliche Gesellschaft, in: Helga Schultz, Hans-JĂŒrgen Wagener (Hrsg.), Die DDR im RĂŒckblick: Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur. Forschungen zur DDR-Gesellschaft, Ch. Links Verlag, Berlin 2007, ISBN 3-86153-440-1, S. 217 ff.
  79. ↑ Gerhard SchĂŒrer/Gerhard Beil/Alexander Schalck/Ernst Höfner/Arno Donda, Analyse der ökonomischen Lage der DDR mit Schlußfolgerungen, Vorlage fĂŒr das PolitbĂŒro des Zentralkomitees der SED, 30. Oktober 1989; SAPMO-BA, DY 30/J IV 2/2A/3252 (online; abgerufen am 30. Januar 2010).
  80. ↑ „Wenn der Anstieg des Â»Sockels« verhindert werden soll, mĂŒĂŸte 1990 ein Inlandsprodukt von 30 Mrd. M aufgewendet werden, was dem geplanten Zu­wachs des Nationaleinkommens von 3 Jahren entspricht und eine Reduzierung der Konsumtion um 25–30 % erfordert.“ Gerhard SchĂŒrer/Gerhard Beil/Alexander Schalck/Ernst Höfner/Arno Donda, Analyse der ökonomischen Lage der DDR mit Schlußfolgerungen, Vorlage fĂŒr das PolitbĂŒro des Zentralkomitees der SED, 30. Oktober 1989; SAPMO-BA, DY 30/J IV 2/2A/3252
  81. ↑ Jörg Roesler, Jedes Mal existenzgefĂ€hrdend? Zur Charakeristik der fĂŒnf Wirtschaftskrisen, in: Die DDR im RĂŒckblick: Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur. Forschungen zur DDR-Gesellschaft, hrsg. Helga Schultz, Hans-JĂŒrgen Wagener, Berlin, Ch. Links Verlag, 2007, ISBN 3-86153-440-1, S. 172.
  82. ↑ AndrĂ© Steiner: Von Plan zu Plan. Eine Wirtschaftsgeschichte der DDR, S. 224f.
  83. ↑ Geheime Verschlußsache b5 – 1373/88, in: Oskar Schwarzer, Sozialistische Zentralplanwirtschaft in der SBZ/DDR, 1999, ISBN 3-515-07379-5, S. 308ff.
  84. ↑ Stefan Wolle, Die heile Welt der Diktatur. Alltag und Herrschaft in der DDR 1971–1989, Econ&List, MĂŒnchen 1999, S. 328ff.
  85. ↑ Kosta, Rondo, Kaffeemix – Honeckers Kaffeekrise, mdr.de, Sendung vom 16. Januar 2007
  86. ↑ Julia Rosch: Warum die DDR-Wirtschaft nicht funktioniert hat. In: Fluter.de. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, 6. April 2009, abgerufen am 22. Mai 2009.
  87. ↑ boheme und diktatur in der ddr – gruppen, konflikte, quartiere, 1970 bis 1989. Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums in Berlin, 4. September 1997 bis 16. Dezember 1997 (online)
  88. ↑ Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes – Die Szene in der ehemaligen DDR, S. 59, 2004, ISBN 3-8334-1351-4
  89. ↑ Norbert Madloch: Rechtsextremismus in Deutschland nach dem Ende des Hitlerfaschismus, in: Klaus Kinner und Rolf Richter: Rechtsextremismus und Antifaschismus. Historische und aktuelle Dimension. Karl Dietz Verlag, Berlin 2000, S. 57–215, 73
  90. ↑ Schulgesetz der DDR von 1959
  91. ↑ Kai Maaz (2002), Ohne Ausbildungsabschluss in der BRD und DDR: Berufszugang und die erste Phase der Erwerbsbiographie von Ungelernten in den 1980er Jahren. SelbststĂ€ndige Nachwuchsgruppe Working Paper 3/2002. Berlin: Max-Planck-Institut fĂŒr Bildungsforschung (PDF)
  92. ↑ Kai Maaz (2002), Ohne Ausbildungsabschluss in der BRD und DDR: Berufszugang und die erste Phase der Erwerbsbiographie von Ungelernten in den 1980er-Jahren. Abb. S. 9 (aus SOLGA 2002). SelbststĂ€ndige Nachwuchsgruppe Working Paper 3/2002. Berlin: Max-Planck-Institut fĂŒr Bildungsforschung (PDF)