Von Wilhelm Habich 1887 angefertigte Büste Krahes.
Krahes Grab

Peter Joseph Krahe (* 8. April 1758 in Mannheim; † 7. Oktober 1840 in Braunschweig) war ein deutscher Architekt des Frühklassizismus.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Leben

Der Sohn des Historienmalers Lambert Krahe (1712–1790) studierte ab 1775 Malerei an der von seinem Vater 1773 gegründeten Kunstakademie Düsseldorf. Dort erfolgte 1780 die Ernennung des erst Zweiundzwanzigjährigen zum Professor. Im Jahre 1782 unternahm er eine Studienreise nach Rom, die durch ein Stipendium des Kurfürsten Karl Theodor von Pfalz-Bayern ermöglicht wurde. Nach der Rückkehr wechselte Krahe 1783 zum Beruf des Architekten. In den Jahren 1785 und 1786 folgte ein zweiter Italienaufenthalt, währenddessen er zum Ehrenprofessor der Akademie der Künste in Florenz ernannt wurde. Krahes erstes Bauprojekt war das 1787 fertiggestellte Theater der Stadt Koblenz, das von Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen beauftragt worden war. Es folgte 1790 die Ernennung zum Hofkammerrat und kurtrierischen Baudirektor in Koblenz. Infolge der napoleonischen Besetzung wurde die Bauverwaltung 1795 aufgelöst. Krahe bewarb sich daraufhin als Erster Architekt am kurfürstlichen Hof in Hannover, welches kurz darauf ebenfalls von französischen Truppen besetzt wurde und es nicht zu einer Anstellung kam.

Bearbeiten Tätigkeit in Braunschweig

Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig setzte sich persönlich, vermutlich unter Vermittlung des Verlegers Vieweg, für einen Wechsel Krahes in seine Residenzstadt ein. Am 21. November 1803 begann er seine Tätigkeit als Kammer- und Klosterrat und Leiter des Bauwesens im Herzogtum Braunschweig als Nachfolger Christian Gottlob Langwagens.

Krahe trat 1837 in den Ruhestand. Sein Nachfolger als Hofbaurat wurde Carl Theodor Ottmer. Krahe starb 1840 in Braunschweig und wurde auf dem Magni-Friedhof bestattet. Nach ihm ist die Peter-Joseph-Krahe-Straße in Braunschweig benannt. Sein Sohn Friedrich Maria Krahe (1804–1888) war ebenfalls ein bedeutender, in Braunschweig tätiger Architekt.

Bearbeiten Peter-Joseph-Krahe-Preis

Bronzeplakette des Peter-Joseph-Krahe-Preises

Die Stadt Braunschweig stiftete 1954 den 1956 erstmalig und danach elfmal verliehenen Architekturpreis „in Anerkennung und zur Förderung baukünstlerischer Leistungen in der Stadt Braunschweig und im Gedenken an den Baumeister Peter Joseph Krahe“. Die letzte Preisverleihung erfolgte im Jahre 2004. Ausgezeichnet werden Bauherr/in und Architekt/in gemeinsam. Der Preis besteht aus einer Urkunde und einer Bronzeplakette, von Braunschweiger Künstlern gestaltet.

Bearbeiten Werk

Krahe schuf um 1790 einen Entwurf für eine Synagoge in Düsseldorf, die später an der Kasernenstraße in geänderter Form realisiert wurde. 1804 bis 1807 entstand der dorische Portikus der Augusttorwache, der 1896 im Bürgerpark aufgestellt wurde. Die klassizistische Villa „Salve Hospes“ entstand in den Jahren 1805 bis 1808 für den Kaufmann Diedrich Wilhelm Krause. Die bedeutendste Leistung Krahes war die 1803 begonnene Schleifung der Festungsbauten und die Errichtung der Wallanlagen. In den Jahren 1804 bis 1821 entstanden die klassizistischen Torhäuser an den Wallpromenaden. Der Bau des Reithauses an der Langedammstraße erfolgte 1823. Im selben Jahr wurde der eiserne Obelisk auf der von Krahe entworfenen monumentalen Platzanlage am Löwenwall, bis 1904 „Monumentplatz“, eingeweiht. Die Villa Amsberg entstand 1827.

Bearbeiten Werkschau (Auswahl)

Bearbeiten Literatur

  • Reinhard Dorn: Peter Joseph Krahe:
    • Band 1 Studienjahre in Düsseldorf und Rom 1178-1786. Braunschweig 1969.
    • Band 2 Bauten und Projekte in Düsseldorf, Koblenz, Hannover und Braunschweig 1787-1806. Braunschweig 1971.
    • Band 3 Bauten und Projekte im Königreich Westfalen und im Herzogtum Braunschweig 1808-1837. Bearbeitet von Elisabeth Spitzbart. Deutscher Kunstverlag, München, Berlin, 1999.
  • Reinhard Dorn: Krahe, Peter Joseph. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 12. Duncker & Humblot, Berlin 1980, S. 658 f.
  • Peter Giesau: Krahe, Peter Joseph. In: Braunschweiger Stadtlexikon. herausgegeben im Auftrag der Stadt Braunschweig von Luitgard Camerer, Manfred R. W. Garzmann und Wolf-Dieter Schuegraf unter besonderer Mitarbeit von Norman-Mathias Pingel, Braunschweig 1992, ISBN 3-926701-14-5, S. 133–34.
  • Jürgen Hodemacher: Braunschweigs Straßen – ihre Namen und ihre Geschichten, Band 2: Zwischen Okergraben und Stadtring. Cremlingen 1996.
  • Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert, Hannover 1996, S. 343–44.
  • Ulrich Knufinke, Simon Paulus (Hrsg.): Peter Joseph Krahe. Wegweiser zum Klassizismus in Braunschweig und Umgebung. Braunschweig 2008.

Bearbeiten Weblinks