Theben in Hieroglyphen
S40 X1
O49
G7

Waset
W3st
Die (Stadt) des Was-Zepters
O49
X1 Z1

Niut
Njwt
Die Stadt
O49
X1 Z1
M24

Niut-reset
Njwt-rst
Südliche Stadt
Griechisch Thebae
Diospolis Magna
(Große Stadt des Zeus)
Koptisch Tape / Thaba [1]

Theben (altägyptisch im Neuen Reich Waset, sonst auch: Niut oder Niut-reset) war eine am Nil liegende altägyptische Stadt in Oberägypten, die Homer in seiner Ilias das hunderttorige Theben nannte; noch Ende des 19. Jahrhunderts war nur ein ausgedehntes Ruinenfeld zu beiden Seiten des Nils vorhanden.

Heute befindet sich in Theben-Ost eines der touristischen Zentren Ägyptens. Seit 1979 ist sie eingetragen in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit. Die Ptolemäer führten den Namen Diospolis ein. Das Gebiet von Theben umfasste spätestens seit dem Neuen Reich beide Nilseiten; es gliedert sich in Theben-Ost und Theben-West. Daneben existierte als weiterer Ort das nördliche „unterägyptische Theben“ in Tell el-Balamun.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Geschichte

Ausgrabungen in Theben, 1932

Die Gründung Thebens ist nicht überliefert. In die 4. Dynastie datieren zwei große Mastabas, die man in el-Tarif (Theben-West) ausgrub. An das Ende des Alten Reiches datieren einige dekorierte Felsgräber, die immerhin belegen, dass Theben schon in dieser Zeit besiedelt und wohl eine, wenn vielleicht eher kleine, Stadt war. In die Geschichte tritt die Stadt erst mit der 11. Dynastie (2119 v. Chr.) ein. In dieser Zeit entwickelte sich Theben zur Hauptstadt des Landes. In el-Tarif finden sich die Gräber der frühen und in Deir el-Bahari die der späten 11. Dynastie. Obwohl zu Beginn der 12. Dynastie die Hauptstadt in den Norden verlegt wurde, blieb Theben eine bedeutende Stadt. Sesostris I. erweiterte den dortigen Tempel des Amun. Ausgrabungen haben gezeigt, dass die Stadt des Mittleren Reiches planmäßig, in einem Schachbrettmuster angelegt worden ist und wohl damals schon ca. zwei Quadratkilometer umfasste. In der 13. Dynastie gewann die Stadt weiter an Bedeutung. Der Hof scheint hier immer häufiger residiert zu haben. Es gibt zahlreiche Stiftungen von Statuen an den Amun-Tempel. Theben wurde in der weiteren Zweiten Zwischenzeit wieder Hauptstadt, nachdem der Norden des Landes von den Hyksos regiert wurde.

Nach der Vertreibung der Hyksos und mit der Herstellung der unter ihnen zerstörten Tempel, also unter der 18. Dynastie, begannen die außerordentlichen Bauten zu entstehen, welche, im Lauf der folgenden elf Jahrhunderte verschönert, vergrößert und vermehrt, die Stadt zum Wunder der Alten Welt erhoben haben.

Theben blieb zwar in der frühen 18. Dynastie eine wichtige Königsresidenz, Hauptkultort und auch Hauptnekropole des Landes, die eigentliche Verwaltungszentrale Ägyptens scheint sich aber schon früh wieder nördlich nach Memphis verlagert zu haben. Insbesondere nach der Regierungszeit Echnatons blieb die Stadt nur noch Hauptkultort des Landes und königliche Nekropole. Unter Tutanchamun zog der Hof endgültig nach Memphis.

Gerade die aufstrebende thebanische Priesterschaft konnte der Stadt während der Dritten Zwischenzeit zu nie geahntem Reichtum und Glanz verhelfen.

652 v. Chr. verwüsteten die Assyrer unter Assurbanipal die Stadt und deren Heiligtümer. Auch unter den Persern soll Theben stark gelitten haben und hat nie wieder zu seiner alten Bedeutung zurück finden können. Die Verlegung der Residenz unter den letzten Dynastien nach den Städten des Nildeltas und der Aufschwung Alexandrias unter den Ptolemäern entzogen ihr die Lebenskraft.

84 v. Chr. brachte die Empörung gegen Ptolemaios IX. der Stadt schließlich den Untergang. Erbittert durch ihren dreijährigen Widerstand, zerstörte sie der König nach seinem Sieg über die Verteidiger, in dem er Theben niederbrannte, so dass später Strabon hier nur einige ärmliche Ortschaften um die vier Haupttempel gruppiert fand.

Westliche Nilseite mit Memnon-Kolossen, Ramesseum und Tempel der Hatschepsut, hinter dem rechts der Bildmitte liegenden Teil des Bergmassivs liegt das Tal der Könige
Westliche Nilseite mit Memnon-Kolossen, Ramesseum und Tempel der Hatschepsut, hinter dem rechts der Bildmitte liegenden Teil des Bergmassivs liegt das Tal der Könige

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Bearbeiten Theben

Theben-West in Hieroglyphen
R14 R19 X1
O49

Imentet-Waset
Jmntt W3st
Westliches Theben
R14 O49
X1 Z1
N25

Imentet-Niut
Jmntt Njwt
Westliche Stadt
Memnonkolosse-luxor 1-830x585.jpg
Westufer, vor dem Tal der Könige: Die Memnonkolosse

Bearbeiten Theben-West (Westliches Nilufer)

Heute bezeichnet Theben häufig nur noch das Gebiet auf der westlichen Nilseite, also Theben-West; Luxor schließt gelegentlich den Ort Karnak mit ein und wird synonym zu Theben-Ost verwendet. Nekropole und heutige Siedlungen am westlichen Nilufer:

Bearbeiten Theben-Ost (Östliches Nilufer)

Tempelanlagen und heutige Siedlungen am östlichen Nilufer:

  • Luxor (Luksor) mit Flugplatz, dem modernen Ort Luxor, einem sehenswerten Museum sowie dem Luxor-Tempel
  • Karnak – ein kleines Dorf mit den Überresten des antiken Karnak mit Amun-Tempel, Chonstempel, Tempel des Month u.a. (Karnak-Tempel); mit andauernden Ausgrabungen im südlichen Bereich und Freilichtmuseum

Bearbeiten Siehe auch

Bearbeiten Literatur

  • Dieter Arnold: Die Tempel Ägyptens: Götterwohnungen, Baudenkmäler, Kultstätten, Artemis & Winkler, Zürich 1992, ISBN 3-86047-215-1
  • Dieter Arnold: Lexikon der ägyptischen Baukunst, Artemis & Winkler, Zürich 1997, ISBN 3-7608-1099-3
  • Gun Björkman: Kings at Karnak. A Study of the Treatment of Monuments of Royal Predecessors in the Early New Kingdom, Uppsala 1971
  • Sergio Donadoni: Theben, Heilige Stadt der Pharaonen, München 2000
  • Detleff Franke: Theben und Memphis – Metropolen in Ägypten, 2003
  • Alan Gardiner: Geschichte des alten Ägypten, Augsburg 1994
  • Jean-Claude Golvin, Jean-Claude Goyon: Karnak, Ägypten, Anatomie eines Tempels, Tübingen 1987, ISBN 3-8030-1037-3.
  • Zahi Hawass: Die verbotenen Gräber in Theben, mit Fotografien von Sandro Vannini, Philipp von Zabern, Mainz 2009, ISBN 978-3-8053-4077-9.
  • Uvo Hölscher: The Excavation of Medinet Habu, Chicago 1934-1954
  • Erik Hornung: Untersuchungen zur Chronologie und Geschichte des Neuen Reiches, Wiesbaden 1964
  • Auguste Mariette: Karnak, Paris 1875
  • Edouard Naville: The Temple of Deir el Bahari, Part III, London 1898; Part IV, London 1901
  • Eberhard Otto: Topographie des thebanischen Gaues, Berlin 1952
  • Nicholas Reeves, Richard H. Wilkinson: Das Tal der Könige, Bechtermünz, Augsburg 2002, ISBN 3-8289-0739-3
  • Alberto Siliotti: Luxor, Karnak and the Theban Temples, 2002, ISBN 9-7742-4641-1
  • Rainer Stadelmann: Das Grab im Tempelhof, der Typus des Königsgrabes in der Spätzeit in MDAIK 27, S. 111-123
  • H. und N. Strudwick: Thebes in Egypt, 1999, ISBN 0-7141-1918-0
  • Martina Ullmann: König für die Ewigkeit – Die Häuser der Millionen von Jahren: Eine Untersuchung zu Königskult und Tempeltypologie in Ägypten. München 2000, ISBN 3-447-04521-3
  • Richard H. Wilkinson: Die Welt der Tempel im alten Ägypten, Wiss. Buchges. Darmstadt 2005, ISBN 3-5341-8652-4

Bearbeiten Weblinks

Bearbeiten Einzelnachweise

  1. ↑ Im memphitischen Dialekt hieß Theben Thaba.
  2. ↑ Koordinaten: 25/43/33/N; 32/36/13/E.
25.72055555555632.610277777778