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| Zweiter Weltkrieg â Weltweite BĂŒndnisse 1939â1945 |
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| Kriegsverlauf in Europa (Animation) |
| Kriegsschauplatz Pazifik: MĂŒndungsfeuer der GeschĂŒtze des Schlachtschiffs USS Iowa, 1944 |
Der Zweite Weltkrieg war der zweite auf globaler Ebene gefĂŒhrte Krieg sĂ€mtlicher GroĂmĂ€chte des 20. Jahrhunderts und stellt den bislang gröĂten und verheerendsten Konflikt in der Menschheitsgeschichte dar. Der Krieg, den die sogenannten Alliierten gegen expandierende AchsenmĂ€chte fĂŒhrten, prĂ€gte das Weltgeschehen nach dem Krieg ĂŒber die Politik und die KriegsfĂŒhrung hinaus in den meisten wirtschaftlichen, technologischen, sozialen und kulturellen ZusammenhĂ€ngen. Die weltanschaulichen GegensĂ€tze und Machtinteressen der zweckverbĂŒndeten Sieger mĂŒndeten in den Kalten Krieg, in dem sich zwei Staatenblöcke unter der jeweiligen FĂŒhrung der sich etablierenden SupermĂ€chte Sowjetunion und USA gegenĂŒberstanden.
Der Zweite Weltkrieg forderte zirka 55 bis 60 Millionen Menschenleben, wobei die Sowjetunion und China Verluste in zweistelliger Millionenhöhe erlitten. Er war durch eine starke Ideologisierung, hĂ€ufig mit rassistischen ZĂŒgen geprĂ€gt. Dies fĂŒhrte zu zahlreichen Kriegsverbrechen und gewaltsamen, zumeist systematischen Ăbergriffen auf Kriegsgefangene oder Zivilbevölkerung. Dies traf besonders auf diejenigen Gebiete zu, die Deutschland unter dem Nationalsozialismus beziehungsweise das kaiserliche Japan kontrollierte. Viele der dort ansĂ€ssigen Bevölkerungsgruppen wurden als minderwertig betrachtet. Mit dem nationalsozialistischen Ziel des Lebensraumgewinns und der Blut-und-Boden-Ideologie war auch untrennbar die von Adolf Hitler im Januar 1939 im Falle eines Krieges angedrohte Vernichtung der âjĂŒdischen Rasseâ in Europa verbunden, die sie letztendlich systematisch betrieben: Im sogenannten Holocaust starben allein sechs Millionen Juden. Auch ungefĂ€hr vier Millionen Angehörige anderer Volksgruppen, insbesondere Slawen, wurden Opfer eines ideologisch geprĂ€gten Vernichtungskrieges, in dessen Endphase auch viele Deutsche sinnlos geopfert wurden.
Vor, wĂ€hrend und nach dem Krieg wurden Grenzen in Mittel- und Osteuropa, im Nahen Osten und in anderen Regionen teils mehrfach neu gezogen. Vielfache individuelle UmwĂ€lzungen verursachte der Zweite Weltkrieg durch eine millionenfache Entwurzelung in Form von Emigration, kriegsbedingter Flucht und Vertreibung ganzer Bevölkerungsgruppen. Dass die Zivilbevölkerung im Vergleich zum Ersten Weltkrieg noch stĂ€rker von den Kampfhandlungen direkt betroffen war, lag abgesehen von der Versorgungslage einerseits an der raschen Weiterentwicklung der Flugzeug- und RĂŒstungsindustrie, andererseits an der billigenden Inkaufnahme ziviler Opfer durch die Terror-Strategien, in deren Kontext die Kriegsteilnehmer oft neuartige Waffen erstmals einsetzten. Der Zerstörungseffekt der groĂflĂ€chigen Bombardierung ganzer StĂ€dte in Europa und Asien mit teils 1000 Bombenflugzeugen wurde schlieĂlich bei den AtombombenabwĂŒrfen auf Hiroshima und Nagasaki mit nur einem Bomber erzielt. Damit demonstrierten die USA noch vor Kriegsende die Macht dieser neuen Massenvernichtungswaffe. Nachdem im Ersten Weltkrieg fast alle kriegsteilnehmenden Staaten in Europa chemische Waffen eingesetzt hatten, verwendete ausschlieĂlich Japan gegen China diese Art der KriegsfĂŒhrung.
Mehrere zunĂ€chst voneinander abgegrenzte KriegsschauplĂ€tze mĂŒndeten in den Zweiten Weltkrieg, dessen genauer Beginn daher umstritten ist. Den ersten dieser KriegsschauplĂ€tze schuf Japan im Jahre 1937 mit seiner zweiten Invasion Chinas innerhalb eines halben Jahrhunderts. In Europa begann der Krieg im September 1939 mit den Angriffen des Deutschen Reiches und der Sowjetunion auf Polen, nachdem kurz zuvor im deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt fĂŒr beide Staaten die Interessengebiete fĂŒr militĂ€rische Expansionen (Polenfeldzug beziehungsweise Winterkrieg in Finnland) abgesteckt worden waren. GroĂbritannien und Frankreich hatten zuvor Polen diplomatisch unterstĂŒtzt und gaben auch KriegserklĂ€rungen an das Deutsche Reich ab, griffen jedoch nicht wirksam ein und wandten sich nicht gegen die UdSSR. Auf See kam es jedoch zur mehrjĂ€hrigen Atlantikschlacht. Da es im Winter 1939/40 zu keinem Friedensschluss kam, dauerte die Pattsituation an Land, der sogenannte âSitzkriegâ, mehr als ein halbes Jahr an.
Im FrĂŒhjahr kam Deutschland mit dem âUnternehmen WeserĂŒbungâ einem britischen Zugriff auf Norwegen zuvor. Im anschlieĂenden Westfeldzug wurde Frankreich nach wenigen Wochen geschlagen, der Kern der britischen Armee konnte sich jedoch aus DĂŒnkirchen auf die Insel zurĂŒckziehen. Frankreich kollaborierte teilweise nach seiner Kapitulation, aber GroĂbritannien verteidigte sich in der Luftschlacht um England sowie auf See erfolgreich. Die Versuche Mussolinis, nach dem 1935 eroberten Italienisch-Ostafrika auch im Mittelmeerraum zu expandieren, scheiterten schon im Ansatz, so dass im FrĂŒhjahr 1941 deutsche Truppen in Nordafrika eingreifen mussten, und kurz danach auch auf dem Balkan. Dies verzögerte den deutschen Ăberfall auf die bis dahin verbĂŒndete Sowjetunion um mehrere Wochen, Moskau konnte nicht wie geplant vor Wintereinbruch erobert werden. Im Dezember bewirkte der japanische Angriff auf die Vereinigten Staaten sowie die anschlieĂende deutsche KriegserklĂ€rung, dass die USA, die GroĂbritannien und die UdSSR durch das Leih- und Pachtgesetz schon wirtschaftlich unterstĂŒtzt hatten, nun auch militĂ€risch mit voller Kraft in den Krieg eingreifen konnten. Durch den Kriegsschauplatz im Pazifikraum bekamen die getrennten Konflikte eine gemeinsame weltpolitische Dimension, die zwei Drittel aller Nationen und drei Viertel der Weltbevölkerung umspannte.
Durch den Seitenwechsel Italiens (1943) schied Mussolini als Machtfaktor aus, dem Suizid Hitlers folgte kurz darauf die Kapitulation der Wehrmacht, die den Krieg in Europa am 8. Mai 1945 beendete. Den Schlusspunkt der Kampfhandlungen setzte am 2. September 1945 die Kapitulation Japans.
Das gewaltige AusmaĂ des Zweiten Weltkrieges hat sich in mehreren Sprachen niedergeschlagen. So ist fĂŒr die verhĂ€ltnismĂ€Ăig lange und prosperierende Friedenszeit, die dem Krieg in den IndustrielĂ€ndern folgte, im Deutschen wie auch in anderen westlichen Sprachen der Begriff der Nachkriegszeit (englisch: postwar period) als sprachlicher Abgrenzungsmechanismus zum Kriegsgeschehen entstanden, der selten auf andere Kriege angewandt wird. DarĂŒber hinaus haben viele kriegsverwandte Begriffe aus ihrer Herkunftssprache Eingang in die Sprachen anderer ehemaliger Kriegsteilnehmer gefunden, beispielsweise âBlitzkriegâ, âmoral bombingâ oder âKetsu-goâ.
Vorgeschichte
In den Jahren seit 1920 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 erlangte in weiten Teilen Europas der Faschismus als politische Richtung zunehmend Bedeutung. Benito Mussolini riss mit dem Marsch auf Rom 1922 die Macht in Italien an sich. 1936 griff Italien, das engere Beziehungen zum Deutschen Reich pflegte, Ăthiopien an, im April 1939 wurde Albanien annektiert.
In Spanien bekĂ€mpften sich von 1936 bis 1939 im Spanischen BĂŒrgerkrieg eine hauptsĂ€chlich durch Republikaner, Sozialisten und Kommunisten gefĂŒhrte Volksfrontregierung und AnhĂ€nger einer durch General Franco gefĂŒhrten MilitĂ€rrevolte. Die Sowjetunion und zunĂ€chst auch die französische Volksfront lieferten der âVolksfrontâ Waffen und Kriegsmaterial, wĂ€hrend Italien und Deutschland die Truppen der Nationalisten Francos unterstĂŒtzen. Die nationalsozialistische Regierung entsandte zu diesem Zweck die Legion Condor, welche insbesondere durch die Bombardierung und Zerstörung Gernikas entscheidend zum Sieg des Franquismus beitrug.
In Deutschland war der Nationalsozialismus seit 1930 zur Massenbewegung herangewachsen. Am 30. Januar 1933 wurde ihr und ihren rechtskonservativen VerbĂŒndeten die politische Macht ĂŒbergeben: Adolf Hitler wurde vom ReichsprĂ€sidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Er bildete aus Nationalsozialisten und Deutschnationaler Volkspartei das Kabinett Hitler. Die Revision der internationalen Ordnung nach dem Versailler Vertrag bereits ein Ziel frĂŒherer deutscher Regierungen, gehörte zum Programm der Nationalsozialisten und ihrer VerbĂŒndeten. Mit dem 1935 vollzogenen Wiederanschluss des Saargebiets an das Deutsche Reich, dem Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland 1936, dem âAnschlussâ Ăsterreichs und der Abtrennung des Sudetenlandes von der Tschechoslowakei im MĂŒnchner Abkommen 1938 wurden die ersten beiden Ziele weitgehend erfĂŒllt. BegĂŒnstigt wurde dies durch die britische und französische Appeasement-Politik, die auf eine friedliche VerstĂ€ndigung mit dem nationalsozialistischen Deutschland abzielte. Selbst nach dem Einmarsch in die so genannte Rest-Tschechei im MĂ€rz 1939 gab es lediglich Proteste auf britischer und französischer Seite. Kurz darauf gab Litauen unter dem Druck der VerhĂ€ltnisse das Memelland an Deutschland zurĂŒck, die Slowakei wurde ein eigener Staat und durch einen Schutzvertrag eng an Deutschland gebunden. GroĂbritannien und Frankreich wollten das deutsche Expansionsstreben eingrenzen und gaben Polen eine GarantieerklĂ€rung ab, die kurze Zeit spĂ€ter in ein förmliches BĂŒndnis umgewandelt wurde.
Im August 1939 schlossen Deutschland und die Sowjetunion ĂŒberraschend einen Nichtangriffspakt, spĂ€ter âHitler-Stalin-Paktâ genannt. In einem geheimen Zusatzprotokoll des Paktes wurde die Aufteilung Europas in geographisch genau bezeichnete, aber ansonsten nicht nĂ€her definierte âInteressensphĂ€renâ beschlossen. Dies lief letztlich auf die Aufteilung Polens zwischen Deutschland und der Sowjetunion sowie die einseitige Eroberung und Besetzung weiterer Gebiete (unter anderem der baltischen Staaten und Finnlands) sowie weiter Teile RumĂ€niens durch die UdSSR hinaus.
Die japanische Expansionspolitik begann in den 1930er Jahren, als der Einfluss der militĂ€rischen FĂŒhrung auf die kaiserliche Regierung immer stĂ€rker wurde. Japan verstand sich als Schutz- und Ordnungsmacht, die dazu auserkoren war, die anderen ostasiatischen Völker zu beherrschen. Die Rohstoffvorkommen und das Reservoir an ArbeitskrĂ€ften, das die NachbarlĂ€nder boten, sollten der japanischen Wirtschaft zugute kommen. Das Hauptinteresse galt zunĂ€chst der Republik China, deren stark industrialisierte Region Mandschurei bereits 1931 annektiert und zum Protektorat Mandschukuo erklĂ€rt wurde. Als Reaktion auf die internationalen Proteste trat Japan 1933 aus dem Völkerbund aus. Ende 1936 schlossen Deutschland und Japan den Antikominternpakt. Mitte 1937 begann Japan den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg.
Kriegsziele und -fĂŒhrung
Deutschland
Im europĂ€ischen Kontext war der Zweite Weltkrieg ein vom nationalsozialistischen Deutschland ausgelöster Raub- und Vernichtungskrieg. Wesentliche Momente der Strategie der politischen und militĂ€rischen FĂŒhrung waren:
- eine Ressourcen schonende KriegsfĂŒhrung (âBlitzkriegâ), um die IndustriekapazitĂ€ten nicht zu Ungunsten der Konsumwirtschaft zu belasten: Bei den Deutschen sollte keine Unzufriedenheit wegen der materiellen Lage entstehen.
- ein rascher und ausgiebiger Raumgewinn, um der sich abzeichnenden Ăberlegenheit der gegnerischen RĂŒstung zuvor zu kommen;
- AusplĂŒnderung der besetzten Territorien und (vor allem im Osten) Versklavung ihrer Bewohner zugunsten des Deutschen Reiches und seiner âarischenâ Bevölkerung.
- ein antisemitischer und anti-âbolschewistischerâ Vernichtungskampf zur Gewinnung eines deutschen âLebensraums im Ostenâ (âVolk ohne Raumâ). Hierbei gewann die âEndlösung der Judenfrageâ ab 1941 oberste PrioritĂ€t.
Das von Beginn an anvisierte Ziel war eine deutsche Weltmachtstellung und die ârassische Neuordnung des [europĂ€ischen] Kontinentsâ.[1] Zur Konsolidierung der âHeimatfrontâ und im Sinne einer optimalen Nutzung der eroberten KapazitĂ€ten wurde ein Zweifrontenkrieg zunĂ€chst vermieden.[2]
Der Völkermord wurde mit der angeblichen Minderwertigkeit der âjĂŒdischen Rasseâ sowie mit einer Verschwörungstheorie gerechtfertigt, derzufolge das âWeltjudentumâ das Ziel hĂ€tte, die Weltherrschaft zu erreichen und deshalb die âgermanische Rasseâ beherrschen beziehungsweise auslöschen wolle.
Nach dem Willen der nationalsozialistischen FĂŒhrung sollte die Volksgruppe der Slawen den Deutschen zunĂ€chst unterworfen und das eroberte Osteuropa von deutschen Siedlern, sogenannten Wehrbauern, nutzbar gemacht werden. Nach Vernichtung ihrer Elite sollten die slawischen Völker fĂŒr immer ein Reservoir an ungebildeten und gehorsamen Land- und Hilfsarbeitern stellen. Die eroberte Sowjetunion sollte in verschiedene Gebiete unter der Leitung von Reichskommissaren aufgeteilt werden. Einzig WeiĂrussen, Ukrainer und baltische Völker wĂŒrden als lebenswerte Völker eingestuft, die Russen dagegen, Alfred Rosenberg zufolge, âdurchaus niedergehalten werdenâ.
Revanchismus, die Empörung ĂŒber den Versailler Vertrag, insbesondere die harten und als ungerecht empfundenen Reparationsforderungen sowie die einseitige Schuldzuweisung an die MittelmĂ€chte, fanden sich in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung wieder. Die Revision des Versailler Vertrags und die RĂŒckkehr des Deutschen Reiches in den Kreis der GroĂmĂ€chte war stets mit besonderem Nachdruck von der deutschen GeneralitĂ€t, dem monarchistisch und antirepublikanisch gesinnten Teil des deutschen BĂŒrgertums und der wirtschaftlichen Elite angestrebt worden. FĂŒr die Nationalsozialisten war dies lediglich ein Etappenziel.
In der Denkschrift zum Vierjahresplan von August 1936 forderte Hitler die EinsatzfĂ€higkeit der deutschen Armee und die KriegsfĂ€higkeit der Wirtschaft in zwei unterschiedlichen Szenarien. Ersteres sollte bis 1941/42 bei ungĂŒnstiger politischer und militĂ€rischer Entwicklung, letzteres bis 1944/45 bei entsprechend gĂŒnstigeren Aussichten erreicht werden. Am 5. November 1937 prĂ€zisierte er seine Kriegsziele vor den deutschen militĂ€rischen und auĂenpolitischen FĂŒhrungskrĂ€ften, die sich in der HoĂbach-Niederschrift wiederfinden.
Siehe auch: Decknamen deutscher MilitÀroperationen im Zweiten Weltkrieg
Japan
Seit seiner Modernisierung im Zuge der Meiji-Restauration im Jahre 1868 strebte das japanische Kaiserreich eine territoriale Ausdehnung auf dem asiatischen Kontinent an, die ihm vor allem der Sicherung wichtiger Rohstoffe dienen sollte. Seine BemĂŒhungen konzentrierten sich vor allem auf China, das Japan aufgrund seiner wirtschaftlichen und innenpolitischen Situation als schwach ansah. Von einer expansiven Dynamik ermutigt, die mit dem Vertrag von Tientsin begann, sich durch den Sieg im Russisch-Japanischen Krieg fortsetzte und zunĂ€chst in der Besetzung der Mandschurei gipfelte, betrachtete Japan die zunehmenden Spannungen in Europa als Gelegenheit, dem wachsenden Einfluss der Vereinigten Staaten in Ostasien entgegenzutreten. Den geostrategischen Spannungen trat die hĂ€ufige Einmischung der StreitkrĂ€fte in die Angelegenheiten der zivilen FĂŒhrung und eine wechselseitige kulturelle Aversion zwischen breiten Bevölkerungsschichten in Japan und den Vereinigten Staaten hinzu. Dies veranlasste die Bundesregierung der Vereinigten Staaten nach Beginn des Pazifikkrieges beispielsweise zur Internierung japanischstĂ€mmiger Amerikaner.[3]
Japan sah sich, Ă€hnlich dem Deutschen Reich in Europa, einer sich im Laufe der Jahre verschlechternden strategischen Ausgangslage in Ostasien gegenĂŒbergestellt. Ursache dessen war vor allem seine bĂŒndnispolitische Isolation. Dem vorwiegend amerikanischen Unwillen, die japanische Ausdehnung in der Region hinzunehmen, schlossen sich China, die Sowjetunion und die KolonialmĂ€chte grundsĂ€tzlich an, da diese stets zu Lasten einer dieser GroĂmĂ€chte gehen musste. Konkret sah sich das japanische Kaiserreich in einem vierfachen geostrategischen Kontext bedroht.[4] Im Osten war dies die damalige Pazifikflotte der Vereinigten Staaten, im Norden die Sowjetunion. Auch ein Mangel an Gegenwehr anderer GroĂmĂ€chte Ă€nderte wenig an der latenten Bedrohung durch China im Westen sowie Australien, Neuseeland und NiederlĂ€ndisch-Indien im SĂŒden. Sie lagen unausweichlich auf amerikanischen und britischen Marschrouten nach Japan und waren aufgrund ihrer rĂ€umlichen Ausdehnung als Operationsbasen geeignet.
Diese geostrategische Ausgangslage veranlasste die japanische FĂŒhrung, Ă€hnlich wie Deutschland, zu einer Mischung diplomatischer Instrumente mit einem Bewegungskrieg. Es schloss daher nach gescheitertem Vordringen auf sowjetischem Gebiet im Jahre 1938/39 mit der UdSSR einen Nichtangriffspakt. Der Angriff der Kaiserlichen Japanischen Marine auf Pearl Harbor, deren Aufbau angesichts der EinschrĂ€nkungen des Washingtoner Flottenabkommens qualitativ ausgerichtet war, beabsichtigte vor allem, der Marine der Vereinigten Staaten angesichts ihrer zunehmenden RĂŒstung einen Schlag von strategischem AusmaĂ zu versetzen. Auch in SĂŒdostasien selbst konzentrierte sich Japan zunĂ€chst auf die Neutralisierung konzentrierter militĂ€rischer Ressourcen, beispielsweise Douglas MacArthurs Ansammlung an B-17-Langstreckenbombern auf den Philippinen und rĂŒckte auf Australien vor.
Vom Angriff auf Polen bis zur Niederlage Frankreichs 1939â1940
- Chronologie des Zweiten Weltkrieges â eine Ăbersicht als Hilfe zu diesem Artikel.
In manchen Darstellungen, jedoch geschichtswissenschaftlich umstritten, wird der Beginn des Zweiten Japanisch-Chinesischen Kriegs am 7. Juli 1937 als eigentlicher Beginn des Zweiten Weltkrieges angegeben.
In der ersten Phase des Krieges eroberte Deutschland Polen (September 1939) sowie groĂe Teile Skandinaviens (vor allem April 1940) und Westeuropas (Mai/Juni 1940). Gerade die schnelle Niederlage Frankreichs kam fĂŒr die meisten unerwartet, nicht zuletzt auch fĂŒr Josef Stalin. Dennoch erreichte Hitler sein Hauptziel nicht, nĂ€mlich GroĂbritannien aus dem Krieg herauszuhalten, zur Aufgabe zu zwingen oder militĂ€risch zu besiegen. Dies wurde spĂ€testens im Oktober 1940 deutlich. GroĂbritannien sollte das einzige Land bleiben, das vom Beginn des Krieges an durchgehend handlungsfĂ€higer Gegner Deutschlands war.
Der deutsche Angriff auf Polen 1939
Das erste unmittelbare Kriegsereignis war der Angriff auf Polen am 1. September 1939 um 4:45 Uhr.
Die persönliche Weisung Hitlers (Geheime Kommandosache Nr. 170/39) vom 31. August 1939 enthielt folgende Passagen:
âDer Angriff gegen Polen ist nach den fĂŒr Fall WeiĂ getroffenen Vorbereitungen am 1.9.39 um 4 Uhr 45 zu fĂŒhren. [âŠ] Im Westen kommt es darauf an, die Verantwortung fĂŒr die Eröffnung von Feindseligkeiten eindeutig England und Frankreich zu ĂŒberlassen. [âŠ] Eröffnet England und Frankreich die Feindseligkeiten gegen Deutschland, so ist es Aufgabe der im Westen operierenden Teile der Wehrmacht unter möglichster Schonung der KrĂ€fte die Voraussetzung fĂŒr den siegreichen Abschluss der Operation gegen Polen zu erhalten. [âŠ] Die von uns Holland, Belgien, Luxemburg und der Schweiz zugesicherte NeutralitĂ€t ist peinlich zu achten. [âŠ] Die Ostsee ist gegen feindlichen Einbruch zu sichern. Die Entscheidung, ob zu diesem Zweck die Ostsee-EingĂ€nge mit Minen gesperrt werden dĂŒrfen, trifft Ob. d. M.[5] [âŠ] Die Kriegsmarine fĂŒhrt Handelskrieg mit dem Schwerpunkt gegen England. [âŠ] Die Angriffe gegen das englische Mutterland sind unter dem Gesichtspunkt vorzubereiten, daĂ unzureichender Erfolg mit TeilkrĂ€ften unter allen UmstĂ€nden zu vermeiden ist.[6]â
Diesem Angriff ging keine formale KriegserklÀrung voraus.
Um die Invasion Polens zu rechtfertigen, fingierte die deutsche Seite mehrere VorfĂ€lle. Der bekannteste ist der vorgetĂ€uschte Ăberfall auf den Sender Gleiwitz von als polnische WiderstandskĂ€mpfer verkleideten SS-Angehörigen am 31. August. Dabei verkĂŒndeten diese in polnischer Sprache ĂŒber Radio die KriegserklĂ€rung Polens gegen das Deutsche Reich.
Den militĂ€rischen Angriff begann das deutsche Linienschiff Schleswig-Holstein auf die polnische Stellung âWesterplatteâ in Danzig. Die polnische Armee war der vordringenden Wehrmacht zwar zahlenmĂ€Ăig ebenbĂŒrtig, doch technisch und in der Art der KriegsfĂŒhrung unterlegen. Die polnische Regierung rechnete mit der UnterstĂŒtzung durch Frankreich und GroĂbritannien, welche am 2. September aufgrund der âGarantieerklĂ€rung vom 30. MĂ€rz 1939â ein Ultimatum an das Deutsche Reich stellten.
Es forderte den sofortigen RĂŒckzug aller deutschen Truppen aus Polen. Die britisch-französische GarantieerklĂ€rung hĂ€tte diese Staaten verpflichtet, spĂ€testens 15 Tage nach einem deutschen Angriff eine eigene Offensive im Westen Deutschlands zu beginnen. Hitler hoffte, dass die beiden WestmĂ€chte ihn ebenso wie beim Einmarsch in die âRest-Tschecheiâ gewĂ€hren lassen wĂŒrden und hatte den Westwall nur schwach besetzt. Dieser Angriff aus dem Westen blieb tatsĂ€chlich aus, jedoch erklĂ€rten GroĂbritannien und Frankreich am 3. September nach Ablauf des Ultimatums Deutschland den Krieg.
Am 17. September, nach der Zerschlagung der organisierten polnischen Verteidigung durch die Wehrmacht, dem Zusammenbruch des polnischen Staates und der Flucht der polnischen Regierung nach RumĂ€nien, begann die sowjetische Besetzung Ostpolens in Ăbereinstimmung mit dem geheimen Zusatzprotokoll des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes. Dabei besetzte die Rote Armee Teile Ostpolens (in erster Linie die Westukraine, den westlichen Teil WeiĂrusslands und das Gebiet um Wilno), ohne dabei auf organisierten militĂ€rischen Widerstand zu stoĂen. Dennoch fielen 3000 sowjetische Soldaten. Diese Aktion hatte erst am 18. Dezember 1939 die ErklĂ€rung eines Kriegszustandes mit der Sowjetunion seitens der polnischen Exilregierung zur Folge. Eine KriegserklĂ€rung des Vereinigten Königreichs und Frankreichs an die Sowjetunion erfolgte dagegen nicht.
Am 28. September kapitulierte die Hauptstadt Warschau, nachdem sie am 18. September von deutschen Truppen eingeschlossen und am 27./28. September einem intensiven Bombardement ausgesetzt worden war. Einen Tag spÀter folgte die Aufgabe der Festung Modlin.
Am 8. Oktober teilten sich das Deutsche Reich und die Sowjetunion im Abkommen von Brest-Litowsk das eroberte Gebiet durch eine Demarkationslinie, was als die âVierte Teilung Polensâ in die Geschichte einging. Nicht nur die nach dem Versailler Vertrag abgetretenen Gebiete wurden wieder in das Reich eingegliedert, sondern darĂŒber hinaus weite Bereiche Zentralpolens einschlieĂlich der Stadt ĆĂłdĆș. Der Rest Polens wurde deutsches Generalgouvernement unter der Leitung von Hans Frank.
Die anschlieĂende Besatzungszeit war von extremen Repressalien der Besatzer gegen die Zivilbevölkerung geprĂ€gt. Deportationen zur Zwangsarbeit waren nur die sichtbarste AusprĂ€gung, insbesondere die polnischen Juden wurden Opfer der nationalsozialistischen Rassenpolitik. Im östlichen Teil Polens wurden zahlreiche âKlassenfeindeâ von den sowjetischen Besatzern in den Gulag deportiert.
Die auf einen schnellen Sieg ausgelegte â und hierbei erfolgreiche â Taktik beim Angriff auf Polen förderte die Verwendung des Begriffs âBlitzkriegâ und prĂ€gte die weitere KriegsfĂŒhrung Deutschlands bis Ende 1941.
Stellungskrieg an der Westfront 1939
Am 3. September erklĂ€rten Frankreich und das Vereinigte Königreich Deutschland den Krieg. Aufgrund dessen begann am 5. September eine begrenzte und eher symbolische Offensive der Franzosen gegen das Saargebiet. Die Deutschen leisteten keinen Widerstand und zogen sich zum stark befestigten Westwall zurĂŒck. Danach blieb es ruhig an der Westfront. Diese Phase wird als âSitzkriegâ (französisch: âdrĂŽle de guerreâ, englisch: âphony warâ) bezeichnet. Bis auf vereinzelte ArtilleriescharmĂŒtzel erfolgten keine weiteren Angriffe. Auf deutscher Seite rollte die Propagandamaschinerie an. Mit Plakaten und Parolen ĂŒber Lautsprecher rief man den Franzosen âWarum fĂŒhrt ihr Krieg?â oder âWir werden nicht zuerst schieĂenâ zu.
Am 27. September erging eine Weisung Hitlers an das Oberkommando des Heeres zur Ausarbeitung eines Angriffsplanes, des sogenannten âFalls Gelbâ. Bis zum 29. Oktober waren die Planungen abgeschlossen. Sie sahen vor, dass zwei Heeresgruppen durch die Niederlande und Belgien vorstoĂen sollten, um somit sĂ€mtliche alliierten KrĂ€fte nördlich der Somme zu zerschlagen.
Letzten Endes fand jedoch 1939 kein Angriff statt, da Hitler aufgrund schlechter Witterungsbedingungen und viel gröĂerer Verluste in Polen (22 % Verluste bei den Kampfflugzeugen, 25 % bei den Panzern) als erwartet den Angriff insgesamt 29 Mal verschieben musste.
Finnisch-Sowjetischer Winterkrieg 1939/1940
Am 30. November 1939 ĂŒberrannten sowjetische Truppen unter Marschall Kirill Merezkow im so genannten Winterkrieg die 950âKilometer lange Grenze zu Finnland. Die Rote Armee griff mit 1500 Panzern und 3000 Flugzeugen an und erwartete einen schnellen Sieg, aber die Sowjets unterschĂ€tzten die Finnen. Die Rote Armee verlor 200.000 Mann, die Finnen jedoch nur 25.000 Mann. Schweden unterstĂŒtzte Finnland, ohne allerdings die NeutralitĂ€t aufzugeben. Ein Eingreifen des Vereinigten Königreichs und Frankreichs gegen die Sowjetunion wurde zwar geplant, kam aber nicht zustande, da diese beiden Staaten nicht noch einen weiteren Kriegsgegner haben wollten. Das Deutsche Reich sympathisierte zwar mit Finnland, eine militĂ€rische UnterstĂŒtzung war jedoch wegen des bestehenden Nichtangriffspakts mit Russland nicht möglich.
Ein Friedensvertrag, der am 12. MĂ€rz 1940 unterzeichnet wurde, legte fest, dass Finnland Teile der Karelischen Landenge und die Fischerhalbinsel (Kalastajansaarento) am Nordmeer an die Sowjetunion abtreten musste. Als direkte Reaktion auf den sowjetischen Angriff nahm Finnland 1941 im Fortsetzungskrieg am deutschen Russlandfeldzug teil, um die verlorenen Gebiete zurĂŒckzuerobern.
Eine wesentliche Folge des Winterkriegs war, dass Stalin mit einer Reorganisation der Roten Armee begann, in deren Verlauf auch Offiziere rehabilitiert wurden, die bei den SĂ€uberungen 1936/37 nach Sibirien verbannt worden waren. Diese Reorganisation trug erheblich dazu bei, dass die Rote Armee 1941 ĂŒber eine gröĂere Kampfkraft verfĂŒgte, als die Deutschen es erwartet hatten.
Besetzung DĂ€nemarks und Norwegens 1940
Zum Ende des Jahres 1939, nach dem Verlust der französischen Eisenerzeinfuhr, stellten die Lieferungen aus dem neutralen Schweden 40 Prozent des Eisenerzbedarfs fĂŒr Deutschland dar. Ein weiterer wichtiger Rohstoff war das finnische Nickel. Durch die Erzbahn von Schweden nach Narvik war Norwegen fĂŒr Deutschland von auĂerordentlichem wirtschaftlichen und militĂ€rischen Wert. Die Briten wollten diese wichtigen Rohstofflieferungen abschneiden, weswegen am 5. Februar 1940 beim obersten franco-britischen Kriegsrat die Planung der Landung von vier Divisionen in Narvik vereinbart worden war. Die vorgesehene Besetzung des norwegischen Hafens durch die Briten veranlasste das Oberkommando der Wehrmacht, einen zusĂ€tzlichen Stab fĂŒr Norwegen aufzustellen. Am 21. Februar erging eine direkte Weisung Hitlers fĂŒr die Planung bestimmter Operationen im skandinavischen Raum. Am 1. MĂ€rz wurde das Unternehmen WeserĂŒbung endgĂŒltig beschlossen. Es sah vor, DĂ€nemark einzunehmen und es als âSprungbrettâ fĂŒr die Eroberung Norwegens zu benutzen. Im MĂ€rz kam es zu diversen Angriffen gegen britische Seeeinheiten.
Am 5. April fand die alliierte Operation Wilfred statt, bei der die GewĂ€sser vor Norwegen vermint und weitere Truppen ins Land gebracht werden sollten. Einen Tag spĂ€ter lief auf deutscher Seite das âUnternehmen WeserĂŒbungâ an. Dabei wurde fast die gesamte deutsche Flotte mobilisiert und in Richtung Narvik geschickt. Am 9. April begann das Unternehmen endgĂŒltig mit der Landung einer GebirgsjĂ€gerdivision vor Narvik.
In GroĂbritannien hielt man eine Landung der Deutschen fĂŒr recht unwahrscheinlich, was dazu fĂŒhrte, dass von alliierter Seite nur geringe GegenmaĂnahmen getroffen wurden. Die Deutschen konnten ihren BrĂŒckenkopf ohne gröĂeren Widerstand ausweiten, sodass am 10. April bereits Stavanger, Trondheim und Narvik besetzt wurden, nachdem zuvor bereits DĂ€nemark kampflos besetzt worden war. GroĂbritannien besetzte am 12. April aus strategischen GrĂŒnden die dĂ€nischen FĂ€röer im Nordatlantik.
Am 13. April kam es zu einigen schweren Seegefechten, wobei es neun britischen Zerstörern und dem Schlachtschiff HMS Warspite gelang, im Ofot-Fjord alle deutschen Zerstörer zu versenken. Weiterhin wurden auf ihrem RĂŒckweg mehrere leichte Kreuzer und zahlreiche Frachter von alliierten U-Booten beziehungsweise der Royal Air Force versenkt.
Am 17. April landeten die Alliierten schlieĂlich und setzten die Truppen der Wehrmacht durch gleichzeitigen massiven Beschuss durch Schiffe der Royal Navy unter starken Druck. Bis zum 19. April wurden umfangreiche alliierte VerbĂ€nde, darunter polnische Soldaten und Reste der Fremdenlegion, in Norwegen angelandet.
Inzwischen verbesserte sich, bedingt durch die Jahreszeit, das Wetter in Norwegen, sodass die Wehrmacht ihre Fronten festigen konnte. Bei schweren Angriffen der deutschen Luftwaffe wurden am 2. Mai ein britischer und ein französischer Zerstörer vor der Hafenstadt Namsos versenkt.
Noch im selben Monat beschloss Churchill wegen der deutschen Erfolge in Frankreich den Abzug der Alliierten aus Norwegen. Bevor die 24.500 Soldaten evakuiert werden konnten, gelang es ihnen jedoch noch, in Narvik einzudringen und einen wichtigen Hafen zu zerstören. Am 10. Juni kapitulierten schlieĂlich die verbliebenen norwegischen Soldaten, worauf das Unternehmen WeserĂŒbung abgeschlossen war.
Norwegen wurde Reichskommissariat, sollte jedoch nach dem Willen Hitlers als selbstĂ€ndiger Staat bestehen bleiben und Teil des deutschen Herrschaftsgebietes sein. Im weiteren Verlauf wurde Norwegen stark befestigt, weil Hitler eine Invasion befĂŒrchtete. Im Februar 1942 wurde eine Marionettenregierung unter Vidkun Quisling eingesetzt.
Der Westfeldzug 1940
WĂ€hrend Deutschland den Westwall zur Verteidigung der Front hatte, stand in Frankreich die stark befestigte Maginot-Linie. Die Ardennen galten als natĂŒrliche VerlĂ€ngerung dieser fast 130 Kilometer langen Verteidigungslinie. Die französische GeneralitĂ€t glaubte nicht an einen VorstoĂ durch dieses Gebiet, da es besonders fĂŒr PanzerkrĂ€fte als unĂŒberwindbar galt. Die ursprĂŒnglichen deutschen PlĂ€ne, die eine Umgehung im Norden Ă€hnlich dem âSchlieffenplanâ vorsahen, fielen jedoch im Januar durch ein verirrtes Kurierflugzeug den Belgiern in die HĂ€nde.
Ein neuer Plan fĂŒr einen Feldzug im Westen wurde von Generalleutnant Erich von Manstein mit seinen beiden Mitarbeitern, Oberst GĂŒnther Blumentritt und dem damaligen Major i. G. Henning von Tresckow entwickelt. Er sah einen schnellen VorstoĂ durch die Ardennen vor, um dann die Alliierten im Norden zu einer Schlacht mit verkehrter Front zu zwingen. Mit der Masse der hier zu versammelnden Panzer- und motorisierten Divisionen dachte er, durch das âLoch in den Ardennenâ zum âSichelschnittâ â wie ihn Churchill spĂ€ter bezeichnete â bis zur KanalkĂŒste hin anzusetzen.
Am 10. Mai 1940 begann der Angriff deutscher VerbĂ€nde (âFall Gelbâ) mit insgesamt sieben Armeen auf die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg. 136 deutsche Divisionen standen rund 137 alliierten gegenĂŒber. Bereits an diesem Tag wurde die fĂŒr uneinnehmbar gehaltene belgische Festung Eben-Emael durch deutsche FallschirmjĂ€ger eingenommen. Am 14. Mai ĂŒberschritt General Guderian mit seiner Panzergruppe die Maas. Die Royal Air Force versuchte mit verzweifelten Angriffen, die PionierbrĂŒcken ĂŒber dem Fluss zu zerstören, verlor dabei aber einen GroĂteil ihrer Flugzeuge. Erst am 17. Mai trat die französische 4. Panzerdivision unter Charles de Gaulle zu einem Gegenangriff auf Montcornet an, der aber nach anfĂ€nglichen Erfolgen wegen starker Attacken deutscher Sturzkampfbomber abgebrochen werden musste. Am 17. Mai wurde BrĂŒssel kampflos ĂŒbergeben.
Die NiederlĂ€nder waren, bedingt durch ihre NeutralitĂ€t im Ersten Weltkrieg, noch weniger als die Belgier auf einen Krieg eingestellt, sodass ihre Armee relativ leicht geschlagen werden konnte. Die Kapitulation der niederlĂ€ndischen Truppen wurde nach der Bombardierung Rotterdams am 14. Mai eingeleitet und erfolgte einen Tag spĂ€ter. Die niederlĂ€ndische Regierung und Königin Wilhelmina flohen nach London ins Exil. Als Reichskommissar fĂŒr die Niederlande setzte Hitler Arthur SeyĂ-Inquart ein.
Am 19. Mai erreichte die deutsche 6. Armee den Fluss Schelde und stieĂ bis Abbeville vor. Der Vormarsch in diese Gebiete erfolgte so schnell, dass die britischen und französischen Einheiten bei DĂŒnkirchen eingekesselt wurden. Die PanzerstreitkrĂ€fte der Heeresgruppe A erhielten jedoch am 24. Mai den Befehl, den Vormarsch zu stoppen. Dieser wurde erst ĂŒber drei Tage spĂ€ter aufgehoben. Die GrĂŒnde fĂŒr diesen Anhaltebefehl waren damals unklar, und auch noch heute ist das âRĂ€tsel DĂŒnkirchenâ in der historischen Forschung umstritten. ErklĂ€rungsansĂ€tze waren ein fĂŒr Panzer wenig geeignetes GelĂ€nde, der Vortritt fĂŒr Görings Luftwaffe oder eine bewusste Schonung der Briten. Es handelte sich vermutlich jedoch um Kompetenzgerangel und einen Denkzettel Hitlers an eigenmĂ€chtige GenerĂ€le.
Am 27. Mai begann die âOperation Dynamoâ, die Evakuierung der alliierten Soldaten, an der etwa 900 Seefahrzeuge teilnahmen. Ăber 337 000 Soldaten, davon 110 000 Soldaten der französischen Armee, und damit fast das gesamte britische Expeditionskorps konnten trotz heftiger Angriffe durch Bomber der deutschen Luftwaffe bis zum 4. Juni evakuiert werden. Aus heutiger Sicht betrachtet stellt der Haltebefehl, der die Evakuierung in diesem MaĂe ermöglichte, einen schweren taktischen Fehler dar. Die FĂ€higkeit zur Fortsetzung des Kriegs wĂ€re durch den Verlust der britischen Expeditionsarmee fĂŒr England deutlich schwieriger, da es sich dabei um erfahrene Berufssoldaten handelte. So ging den Alliierten nur das am Strand zurĂŒckgelassene Kriegsmaterial verloren, das leichter ersetzt werden konnte.
Als sich die Briten zurĂŒckzogen, bereitete sich Frankreich auf die Verteidigung vor. Der âFall Rotâ, so der deutsche Deckname fĂŒr die zweite Offensive in Frankreich, die eigentliche Schlacht um Frankreich, begann am 5. Juni mit einer deutschen Offensive an der Aisne und der Somme. Am 9. Juni ĂŒberschritten Soldaten der 6. Infanteriedivision die Seine. Mussolini beschloss am 11. Juni, nun dem Krieg gegen die beiden Westalliierten einzutreten.
Am 14. Juni besetzten Teile der 18. Armee die französische Hauptstadt Paris. Um die Stadt nicht zum Kriegsschauplatz werden zu lassen, wurde sie zuvor von den Franzosen gerÀumt. Gleichzeitig durchbrach die Heeresgruppe C die Maginot-Linie und die symboltrÀchtige Festung Verdun konnte ebenfalls eingenommen werden.
Am 17. Juni erklĂ€rte Philippe PĂ©tain, MinisterprĂ€sident der neu gebildeten französischen Regierung, die Niederlage Frankreichs. Am 21. Juni wurden die französischen UnterhĂ€ndler im Wald von CompiĂšgne von Hitler empfangen. Zur Unterzeichnung der vergleichsweise maĂvollen Waffenstillstandsbedingungen kam es gegen Abend des 22. Juni 1940. Der deutsch-französische Waffenstillstand trat erst am 25. Juni um 01:35 Uhr in Kraft. Damit die französische Flotte nicht in deutsche HĂ€nde fallen konnte, nahmen die Briten am 3. Juli diese im algerischen Hafen Mers-el-KĂ©bir bei Oran unter Beschuss.
Nur sechs Wochen und drei Tage hatte der Blitzkrieg im Westen gedauert. Er forderte das Leben von ĂŒber 135 000 alliierten und etwa 46 000 deutschen Soldaten. Die Schweiz konnte ihre UnabhĂ€ngigkeit wahren und wurde nie Ziel einer deutschen Offensive (siehe auch: Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg). Frankreich wurde in zwei Zonen geteilt: Der Norden und Westen Frankreichs war von den Deutschen besetzt. Hier befanden sich wichtige Flugfelder und Marinebasen fĂŒr den Krieg gegen GroĂbritannien. Die HĂ€fen am Atlantik, insbesondere Brest wurden die wichtigsten Operationsbasen der deutschen U-Boote. Der östliche und sĂŒdliche Teil Frankreichs blieb unter französischer Kontrolle. Marschall Philippe PĂ©tain regierte von Vichy aus den so genannten âĂtat françaisâ als Marionettenstaat des Deutschen Reichs. PĂ©tain wurde als Kollaborateur nach dem Zweiten Weltkrieg zum Tode verurteilt, spĂ€ter jedoch begnadigt.
Charles de Gaulle (1890â1970) war Organisator des Widerstandes als âFĂŒhrer des freien Frankreichsâ vom Exil in London aus.
Andauern des Kriegs gegen GroĂbritannien und Hitlers Suche nach VerbĂŒndeten 1940/1941
Trotz der Niederlage Frankreichs ging der Krieg weiter, da GroĂbritannien Hitlers Friedensangebot nicht annahm. Hitler bemĂŒhte sich, seine Herrschaft ĂŒber das âNeue Europaâ zu konsolidieren und durch weitere BĂŒndnisse abzusichern.
Luftschlacht um England 1940/1941
Als âLuftschlacht um Englandâ (Unternehmen Seelöwe) bezeichnete die nationalsozialistische Propaganda die Vorbereitung einer Invasion GroĂbritanniens durch Angriffe aus der Luft, zu denen FlĂ€chenbombardements gehörten. Ziel war es, die britische Royal Air Force entscheidend zu schwĂ€chen und GroĂbritannien zur Kapitulation zwingen zu können, ohne die Invasion tatsĂ€chlich durchfĂŒhren zu mĂŒssen.
In den zwei Jahren zwischen dem MĂŒnchner Abkommen und der âLuftschlacht um Englandâ arbeiteten die Briten fieberhaft am Aufbau einer modernen Jagdfliegerwaffe. Allein in den drei Monaten vor der Aufnahme der Kampfhandlungen gelang es der britischen Industrie, ĂŒber 1400 Jagdflugzeuge fertigzustellen. Um dem dringenden Personalbedarf nachzukommen, wurden Piloten aus dem Commonwealth, Frankreich, den USA, Polen und der Tschechoslowakei unter dem Befehl der Royal Air Force eingesetzt.
Britische FlugplĂ€tze, Flugzeugfabriken und Hafenanlagen wurden hĂ€ufig von der Luftwaffe bombardiert. Die deutschen Bomber erhielten Begleitschutz von Jagdflugzeugen zur Abwehr britischer AbfangjĂ€ger. Die Kampfhandlungen fĂŒhrten auf beiden Seiten zu groĂen materiellen Verlusten, weshalb sich die deutsche Luftwaffe ab Oktober 1940 gröĂtenteils auf Nachtbombardements beschrĂ€nkte.
Die âLuftschlacht um Englandâ (10. Juli bis 31. Oktober 1940) endete als militĂ€risches Patt, war aber eine politische und strategische Niederlage fĂŒr Hitler, dem es zum ersten Mal nicht gelungen war, einem Land seinen Willen aufzuzwingen.[7] Mitentscheidend fĂŒr den Misserfolg der Luftwaffe war unter anderem die Fehlbewertung der Ortung durch englische Radarstationen an der SĂŒd- und OstkĂŒste der britischen Insel. Auf Görings Befehl wurden die deutschen Bomber vermehrt gegen britische StĂ€dte eingesetzt, um die Moral der britischen Bevölkerung zu brechen, ein Versuch, der hohe Verluste unter der Zivilbevölkerung forderte und groĂe SchĂ€den an GebĂ€uden verursachte, wofĂŒr der Begriff âCoventrierenâ geprĂ€gt wurde. Genauso wie der Bombenkrieg der Alliierten gegen das Deutsche Reich, blieb dieser Versuch Görings in seinen politischen Zielen erfolglos, wĂ€hrend die Royal Air Force ihre daher weitgehend verschont gebliebenen Radarstationen in KĂŒstennĂ€he zur prĂ€zisen und schnellen Ortung deutscher LuftstreitkrĂ€fte nutzen und diese so wesentlich effizienter bekĂ€mpfen konnten.
Göring betrachtete dies als eine Niederlage der deutschen Luftwaffe. Die deutschen JÀgerpiloten wurden in der Folge von ihm der Feigheit bezichtigt. Göring erneuerte diesen Vorwurf im weiteren Verlauf des Krieges verschiedene Male, um Niederlagen der Luftwaffe zu erklÀren und von seinem eigenen Versagen als Kommandeur abzulenken.
Bei den Bombardements von London (âThe Blitzâ), Coventry und anderen englischen StĂ€dten wurden ĂŒber 32.000 Zivilisten getötet.
Hitlers BĂŒndnispolitik
Nachdem der Kriegsgegner GroĂbritannien nicht besiegt werden konnte, suchte Hitler nach VerbĂŒndeten sowohl gegen GroĂbritannien als auch kĂŒnftig gegen die Sowjetunion. Diese war nicht nur seit langer Zeit von Hitler als âLebensraum im Ostenâ definiert worden, sondern galt ihm jetzt auch als möglicher VerbĂŒndeter GroĂbritanniens auf dem Kontinent.[8]
In Westeuropa machte er kaum Fortschritte. Marschall PĂ©tain wollte das französische Kolonialreich erhalten, ohne sich den Briten zu entfremden, daher stimmte er im Prinzip einer Zusammenarbeit mit dem Reich zu, lehnte aber einen Kriegseintritt Frankreichs mit KriegserklĂ€rung gegen GroĂbritannien ab (Begegnung in Montoire, 24. Oktober 1940).[9] Spaniens Diktator Franco war im Juni 1940 noch bereit, in den Krieg an deutscher Seite einzutreten, und verlangte dabei Gibraltar und Teile der französischen Afrika-Besitzungen. Hitler hielt Spaniens UnterstĂŒtzung damals nicht fĂŒr nötig. Als er sich am 23. Oktober in Hendaye mit Franco traf, war Spanien jedoch nicht mehr von der baldigen Niederlage GroĂbritanniens ĂŒberzeugt und blieb zurĂŒckhaltend.[10]
Italien hingegen war im Juni 1940, kurz vor der französischen Kapitulation, Hitlers KriegsverbĂŒndeter geworden. Zusammen mit Japan schlossen Mussolini und Hitler am 27. September 1940 in Berlin den DreimĂ€chtepakt, der gegenseitigen Beistand bei der Gewinnung der Hegemonie ĂŒber Europa (Deutschland und Italien) beziehungsweise Asien (Japan) beinhaltete. Die Bestimmungen galten nicht gegen die Sowjetunion; vor allem sollten die USA von einem Kriegseintritt abgehalten werden. Obwohl der Pakt in der Propaganda als Erfolg gefeiert wurde, half er Hitler nicht bei seinem gröĂten Problem, der Frontbildung gegen GroĂbritannien.[11]
In Osteuropa gewann Hitler RumĂ€nien als VerbĂŒndeten hinzu, das fĂŒr ihn wegen der strategischen Lage und seiner Rohstoffvorkommen wertvoll war. Zwar lieĂ er die Sowjetunion das nach dem Ersten Weltkrieg verlorene Bessarabien einfordern, wie im Hitler-Stalin-Pakt vorgesehen. Doch Hitler garantierte im Sommer 1940 RumĂ€niens Bestand, das seinerseits aus dem Völkerbund austrat.
Mittelmeerraum 1940/1941
- Kriegsereignisse im gesamten Mittelmeerraum werden in der englischsprachigen Geschichtswissenschaft unter dem Begriff Mediterranean Theatre of Operations (Kriegsschauplatz Mittelmeerraum) zusammengefasst.
Mussolinis GroĂmachtambitionen waren bereits seit den 1930er-Jahren auf den Balkan gerichtet. Am 28. Oktober 1940 griffen italienische VerbĂ€nde von dem seit 1939 italienisch okkupierten Albanien aus Griechenland an. Italien hatte zuvor versucht, Bulgarien als VerbĂŒndeten zu gewinnen, was jedoch wegen der ablehnenden Haltung von König Boris III. misslang. Hitler war ĂŒber den Angriff zuvor nicht unterrichtet worden. Auch hatte er Operationen in diesem Gebiet gar nicht geplant, da es vermutlich seine Absicht war, mit Italien die Eroberung GroĂbritanniens vorzubereiten.
Das Ziel Benito Mussolinis war es, Griechenland im Sturm zu erobern. Doch schon am 3. November gingen die Griechen erfolgreich zum Gegenangriff ĂŒber. Bis zum 14. November gerieten die italienischen Truppen endgĂŒltig in die Defensive, sodass sie sogar bis ĂŒber die Grenzen Albaniens zurĂŒckgedrĂ€ngt wurden. Angesichts solcher Niederlagen des Achsenpartners erlieĂ Hitler am 13. Dezember mit dem Weisungen fĂŒr einen Feldzug auf dem Balkan (âUnternehmen Maritaâ).
Jugoslawien 1941
Anfang des Jahres 1941 versuchte das Deutsche Reich im Balkankonflikt zu vermitteln. So unterbreitete Hitler dem Königreich Jugoslawien den Vorschlag, dem DreimĂ€chtepakt beizutreten, was jedoch abgelehnt wurde. Griechenland verzichtete ebenfalls auf jeden Vermittlungsversuch, da seine Armee die italienischen Soldaten an jeder Front zum RĂŒckzug zwingen konnte. Eine italienische GroĂoffensive am 9. MĂ€rz wurde zum Desaster. Am 27. MĂ€rz trat Jugoslawien schlieĂlich dem DreimĂ€chtepakt bei. Die Folge waren antideutsche Demonstrationen und ein Putsch des serbischen Offizierskorps gegen die Regierung des Prinzregenten Paul, worauf der Beitritt wieder rĂŒckgĂ€ngig gemacht wurde.
Diese unerwartete Wendung erzĂŒrnte Hitler und fĂŒhrte zu seiner Entscheidung, Jugoslawien zu âbestrafenâ.[12] Am 6. April ĂŒberschritten WehrmachtsverbĂ€nde die Grenze nach Jugoslawien, und die Luftwaffen der AchsenmĂ€chte begannen Belgrad mit schweren Bombardements in Schutt und Asche zu legen. Der weitere Vormarsch erfolgte wie im Manöver. Bereits am 10. April war die kroatische Hauptstadt Zagreb besetzt. Belgrad fiel zwei Tage spĂ€ter unter dem Druck deutscher PanzerverbĂ€nde. Am 17. April unterschrieben die jugoslawischen Befehlshaber schlieĂlich die bedingungslose Kapitulation.
Krieg gegen Griechenland 1941
Ebenfalls am 6. April begann der deutsche Feldzug gegen Griechenland. Anders als in Jugoslawien war der griechische Widerstand stellenweise ausgesprochen hart. Besonders in den Gebirgslagen und im Gebiet der stark verteidigten Metaxas-Linie stieĂen die Soldaten nur langsam und unter hohen Verlusten durch das bergige Nordgriechenland in das Landesinnere vor. Am 9. April fiel Saloniki. Gleichzeitig wurden die griechischen Heere in Ostmazedonien abgeschnitten und die Metaxas-Linie stĂ€rker bedrĂ€ngt. Die griechischen VerstĂ€rkungen von der albanischen Front wurden bei ihrem Vormarsch durch die gebirgige Landschaft und von deutschen und italienischen Panzereinheiten sowie Luftangriffen behindert. Am 21. April mussten 223.000 griechische Soldaten kapitulieren.
Die in Griechenland stationierten britischen VerbĂ€nde bauten unterdessen eine Verteidigung an den Thermopylen auf. Diese wurde am 24. April ĂŒberrannt, worauf die Alliierten eine amphibische Evakuierungsoperation einleiten mussten, in der 50.000 Soldaten nach Ăgypten verschifft wurden. Am 27. April rĂŒckte die Wehrmacht in Athen ein.
Am 25. April entschlossen sich die FĂŒhrer der AchsenmĂ€chte zu einer Luftlandeinvasion der Insel Kreta (âUnternehmen Merkurâ). Am Invasionstag, dem 20. Mai 1941, brachten 593 Transportflugzeuge die deutschen Luftlandeeinheiten ĂŒber Kreta. Die deutschen FallschirmjĂ€ger bildeten durch ihre Fallschirme ein leichtes Ziel fĂŒr die Luftabwehr, sodass viele bereits im Flug getötet oder verwundet wurden. Die gelandeten Einheiten konnten zunĂ€chst keine FlugplĂ€tze fĂŒr Nachschub und VerstĂ€rkungen (insbesondere Artillerie und Fahrzeuge) erobern. AuĂerdem gab es keine Funkverbindung zum deutschen Hauptquartier in Athen, da viele FunkgerĂ€te bei den Landungen zerstört wurden. Erst mit verstĂ€rktem Einsatz der Luftwaffe und einigen erfolgreichen Landungen auf umkĂ€mpften FlugplĂ€tzen stabilisierte sich die Situation fĂŒr die Angreifer. Die Alliierten, darunter NeuseelĂ€nder und Australier, verteidigten Kreta eine Woche lang, bis sie sich mit etwa 17.000 Mann absetzen mussten. Aufgrund der hohen Verluste beschloss Hitler, in Zukunft keine Luftlandungen mehr durchzufĂŒhren.
Vom Entstehen der Ostfront bis zur Westfront, 1941â1944
Mit dem Angriff auf die Sowjetunion entstand am 22. Juni 1941 eine neue Front im Osten Deutschlands. Sie wurde (neben der japanisch-chinesischen) die am lĂ€ngsten bestehende Front im Zweiten Weltkrieg, die am meisten Opfer forderte. Die deutsche Besatzungsmacht eroberte riesige Gebiete des europĂ€ischen Russlands mit dem Ziel, sie rĂŒcksichtslos auszubeuten, einen Teil ihrer Einwohner zu töten und den anderen als Sklaven zu halten. Dabei wurden auch viele weitere Juden umgebracht.
Ein halbes Jahr spĂ€ter wurden auch die USA offizieller Kriegsgegner Deutschlands, die allerdings bereits zuvor GroĂbritannien indirekt unterstĂŒtzt hatten. Amerika brauchte Zeit, seine Wirtschaft auf den Krieg umzustellen. Eine Konfrontation der deutschen mit angelsĂ€chsischen LandstreitkrĂ€ften fand bis zum Juni 1944 nur in Nordafrika statt, umso erbitterter wurde der Luft- und Seekrieg gefĂŒhrt (siehe unten).
Der Krieg gegen die Sowjetunion bis Stalingrad, 1941â1943
Der Balkanfeldzug hatte den Angriffszeitpunkt fĂŒr einen Ăberfall auf die Sowjetunion um vier Wochen verschoben. Der Angriff fand nun erst am 22. Juni 1941 statt. Diese Verzögerung und ein ungewöhnlich frĂŒh einsetzender Winter erschwerten den geplanten Ablauf des Vormarschs und verhinderten das Erreichen der Linie Archangelsk-Astrachan als operatives Ziel. Obwohl Berechnungen auf deutscher Seite zeigten, dass die Versorgung der Wehrmacht nur bis zu einer Linie entlang Pskow, Kiew und der Krim möglich war, verlangte Hitler die Eroberung Moskaus im Rahmen eines einzigen, ununterbrochenen Feldzuges. FĂŒr den Ăberfall standen drei Heeresgruppen (Nord, Mitte, SĂŒd) bereit. Die Heeresgruppe Nord (von Leeb) sollte die baltischen Staaten erobern und dann nach Leningrad vorstoĂen. Auf der Heeresgruppe Mitte (von Bock) lag die Hauptlast. Sie sollte nach Moskau vorrĂŒcken und war entsprechend stark gerĂŒstet. Die Heeresgruppe SĂŒd (von Rundstedt) sollte die Ukraine erobern. Ebenfalls an dem Feldzug beteiligt waren VerbĂ€nde aus befreundeten und eroberten LĂ€ndern der AchsenmĂ€chte. Auch vom besetzten Norwegen aus wurden Angriffe gegen die Sowjetunion unternommen. Sie zielten insbesondere auf Murmansk und die dortige Eisenbahnverbindung, die âMurmanbahnâ, sowie den Hafen.
In den frĂŒhen Morgenstunden des 22. Juni 1941 begann der Vormarsch von 149 Divisionen (darunter alle motorisierten und gepanzerten deutschen KrĂ€fte) ĂŒber die sowjetische Grenze. Zwei Divisionen operierten von Finnland aus, acht Divisionen waren in Norwegen stationiert, eine Division stand in DĂ€nemark, 38 verblieben im Westen. Zwei Divisionen kĂ€mpften in Nordafrika und sieben Divisionen standen auf dem Balkan. Trotz vieler Hinweise war die untere und mittlere FĂŒhrung der Sowjetunion nicht auf einen Angriff eingestellt. Viele der sowjetischen Soldaten an der Grenze ergaben sich ohne Widerstand, wĂ€hrend die motorisierten deutschen Truppen zunĂ€chst zĂŒgig vormarschieren konnten. Die FĂ€higkeit der sowjetischen StreitkrĂ€fte, zum damaligen Zeitpunkt einen Angriff oder einen Krieg gegen Deutschland fĂŒhren zu können, muss auch nach neueren Erkenntnissen stark bezweifelt werden. Zudem zeigen historische Aufzeichnungen, dass weder bei Hitler noch bei der GeneralitĂ€t Ăberlegungen, einem hypothetischen Angriff der Sowjetunion zuvorkommen zu wollen, eine Rolle spielten. Der Ăberfall auf die Sowjetunion war im Wesentlichen ein ideologisch verbrĂ€mter Eroberungs- und Vernichtungskrieg mit dem von Hitler bereits Jahre zuvor formulierten Ziel der Gewinnung von âLebensraum im Ostenâ. Dazu gehörte der dringende Wunsch, sich das industrielle und agrarische Potential Russlands, der Ukraine und WeiĂrusslands gewaltsam anzueignen, um die stets kritische Schlagkraft der Wehrmacht zu erhöhen und der Bevölkerung an der âHeimatfrontâ einen zufriedenstellenden Lebensstandard zu sichern.
Erst am 29. Juni fasste sich die sowjetische FĂŒhrung und rief den âGroĂen VaterlĂ€ndischen Kriegâ aus. Kurz zuvor war bereits Minsk in der Kesselschlacht bei BiaĆystok und Minsk eingeschlossen und wenig spĂ€ter besetzt worden. Am 26. September fand die Schlacht von Kiew ihr Ende. Doch schon im Oktober begann es zu schneien und zu regnen. Daraufhin blieb die Offensive im Schlamm stecken und nur noch wenige Gebietsgewinne waren zu verzeichnen. Der Angriff auf Moskau kam wegen der sich versteifenden sowjetischen Gegenwehr zum Erliegen. Am 5. Dezember setzte eine sowjetische Gegenoffensive mit frischen Einheiten unter General Schukow ein, wodurch an eine Einnahme der Hauptstadt nicht mehr zu denken war.
Nach dem sowjetischen Angriff am 25. Juni versuchte Finnland im Fortsetzungskrieg mit deutscher UnterstĂŒtzung die im Winterkrieg an die Sowjetunion verlorenen Gebiete in Karelien zurĂŒckzuerobern. Nachdem es dieses Ziel im Sommer 1941 erreicht hatte, blieb Finnland jedoch nicht defensiv, sondern fuhr bis in den Dezember fort, umstrittene, aber nie zuvor finnisch gewesene karelische Gebiete zu besetzen.
Die Rote Armee hatte sich neu organisiert. Die Kriegsproduktion wurde, unerreichbar fĂŒr die deutsche Luftwaffe, hinter den Ural verlegt. Am 16. Dezember gab Hitler den Befehl zum Halten. Bis zum Ende des Jahres wurde die Wehrmacht jedoch weiter zurĂŒckgedrĂ€ngt.
In den FrĂŒhjahrsschlachten des neuen Jahres konnte am 28. Mai Charkow in einem Vernichtungssieg erobert werden. Zwischen dem 15. und 21. Mai fanden die KĂ€mpfe ihr Ende. Am 2. Juni begann die eigentliche Schlacht auf der Krim um Sewastopol, dessen Verteidiger sich erbittert wehrten, und endete am 5. Juli. Am 21. Juli ĂŒberschritten deutsche KrĂ€fte den Don, wodurch die ersten Schritte fĂŒr den Vormarsch auf Stalingrad eingeleitet wurden. Zwei Tage spĂ€ter konnte Rostow erobert werden. Insgesamt liefen die Operationen, was den Raumgewinn im Kaukasus betraf, innerhalb weniger Wochen ab. Am 4. August wurde Stawropol eingenommen, am 9. August Krasnodar und der Kuban ĂŒberschritten. Den rumĂ€nischen VerbĂŒndeten gelang es, die sowjetische Verteidigung an der OstkĂŒste des Asowschen Meeres von Norden her aufzurollen und die Taman-Halbinsel von ârĂŒckwĂ€rtsâ her zu öffnen. Auch das Elbrus-Massiv selbst wurde genommen, am 21. August wehte auf dem Berg die Reichskriegsflagge. Ein am 26. August begonnener Angriff auf Tuapse wurde nach zwei Tagen angehalten, dafĂŒr wurden am 31. August und am 6. September nach schweren KĂ€mpfen die HafenstĂ€dte Anapa sowie Noworossijsk, wichtigster StĂŒtzpunkt der Schwarzmeerflotte, genommen. Im Hochgebirge hatten deutsche Truppen die wichtigsten PassĂŒbergĂ€nge eingenommen und vorĂŒbergehend auf breiter Front nach SĂŒden ĂŒberschritten â sie rĂŒckten bis zum abchasischen Gebirgsdorf PĂchu, 20 Kilometer vor der KĂŒste des Schwarzen Meeres bei Gudauta vor. Ăstlich des Elbrus standen die deutschen und rumĂ€nischen Truppen in den Flussabschnitten des Baksan und des Terek bis Naurskaja. Nördlich davon verlor sich die Front an der Kuma, in der Nogajer Steppe und in der Kalmykensteppe.
Der Partisanenkrieg
Mit dem Einmarsch deutscher Truppen wurde in den verschiedenen Staaten Europas eine Umgestaltung entsprechend den nationalsozialistischen besatzungspolitischen, rasseideologischen und bevölkerungspolitischen Vorstellungen eingeleitet, die die Besatzer mit allen Mitteln der Repression durchzusetzen versuchten. Das betraf vor allem den politischen und militĂ€risch-politischen Widerstand und die jĂŒdische Minderheit, die im gesamten deutschen Machtbereich zum Objekt von Verfolgung und Vernichtung wurde.
Mit dem Generalplan Ost entstand unter Heinrich Himmler als dem Reichskommissar fĂŒr die Festigung deutschen Volkstums ein umfassendes bevölkerungs- und siedlungspolitisches Konzept zur kolonialistischen âGermanisierungâ der besetzten und noch zu erobernden Ostgebiete. Besonders die Bevölkerung Polens, Serbiens, der Ukraine, WeiĂrusslands und Russlands sollte demnach âdurchaus niedergehalten werdenâ. Aus der rĂŒcksichtslosen AusplĂŒnderung dieser Gebiete ergab sich, dass Millionen der Hungertod drohte, was von den Planern hingenommen, wenn nicht begrĂŒĂt wurde. Nach der Entscheidung fĂŒr den âArbeitseinsatzâ als dem ökonomisch ergiebigeren Umgang mit der Bevölkerung vor allem der Sowjetunion wurden Millionen Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt.
Repression und Ausbeutung stieĂen bald auf Widerstand. In den Niederlanden streikten zum Beispiel die Polizei und die Eisenbahner. In Frankreich kam es zu bewaffneten Angriffen. In den Balkanstaaten und in Osteuropa war der Widerstand besonders stark und verteilte sich oft auf verschiedene Gruppierungen. Jugoslawische Partisanen unter der FĂŒhrung von Tito konnten sogar einzelne geschlossene Gebiete befreien, und in Griechenland kontrollierten Partisanen der ELAS, EDES und EKKA die Berge. In der Sowjetunion bekĂ€mpften kommunistische und anarchistische Gruppen das deutsche Besatzungsregime. Der Partisanenkrieg in der Sowjetunion war allerdings von der Roten Armee vor dem Krieg geplant worden; entsprechende Einheiten wurden aufgestellt, die nach der Eroberung eines Gebietes den Widerstand gegen die Besatzer im Hinterland der Front weiterfĂŒhren sollten. Im allgemeinen war der Partisanenkrieg durch zahlreiche VerstöĂe gegen das Kriegsrecht gekennzeichnet. Die Partisanen machten in der Regel keine Gefangenen oder zwangen sie zum Ăberlaufen. Auf deutscher Seite enthielt der Kommissarbefehl die Anweisung, Politkommissare der Roten Armee nicht als Kriegsgefangene zu behandeln, sondern sie ohne Verhandlung zu erschieĂen. So nahm der Partisanenkrieg in Osteuropa den Charakter eines systematischen Ausrottungskrieges an. In Griechenland (Kefalonia, Chortiatis), Frankreich (Oradour, MaillĂ©) oder Italien (Marzabotto, Caiazzo) kam es zu vereinzelten Massakern an der Zivilbevölkerung.
Kriegseintritt der USA 1941
Die Vereinigten Staaten hatten in dem Konflikt zunĂ€chst formal NeutralitĂ€t gewahrt. Die isolationistische Grundstimmung in der US-Bevölkerung ermöglichte es PrĂ€sident Roosevelt nicht, direkt an der Seite GroĂbritanniens und der Sowjetunion in den Krieg einzugreifen. Der Kongress schuf jedoch mit dem Leih- und Pachtgesetz vom 11. MĂ€rz 1941 die legale Grundlage fĂŒr die vorher bereits praktizierte UnterstĂŒtzung GroĂbritanniens. Das Land wurde, wie spĂ€ter auch die Sowjetunion, in groĂem Umfang mit Waffen und HilfsgĂŒtern aus den USA beliefert.
Den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Europa nutzte Japan zur Besetzung von Französisch-Indochina und weiterer Regionen SĂŒdostasiens. In der Folge verhĂ€ngten die USA und das Vereinigte Königreich ein Embargo und froren die finanziellen Mittel Japans ein. 1940 unterzeichnete Japan den DreimĂ€chtepakt mit Deutschland und Italien. Das Embargo hatte fehlende Rohstofflieferungen seitens der europĂ€ischen VerbĂŒndeten zur Folge, sodass das Kaiserreich in einem Krieg mit den USA und GroĂbritannien die einzige Möglichkeit sah, seine imperialistischen Ambitionen abzusichern.
Nach dem Angriff Japans auf die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 und der am 11. Dezember erfolgten KriegserklĂ€rung Deutschlands befand sich das Land auch offiziell im Kriegszustand mit den AchsenmĂ€chten. Trotz des japanischen Angriffs einigten sich die Regierungen der USA und GroĂbritanniens auf den Grundsatz âGermany firstâ, d. h. auf die Niederringung Deutschlands als vordringliches Kriegsziel. Zu ersten Kampfhandlungen zwischen US-amerikanischen und deutschen Truppen kam es Ende 1942 in Nordafrika.
Der Kriegsschauplatz Nordafrika 1940â1943
Ăhnlich wie auf dem europĂ€ischen Kriegsschauplatz hatten die Italiener in Nordafrika schwere RĂŒckschlĂ€ge gegen die Briten hinnehmen mĂŒssen. Eine italienische Offensive zum Ende des Jahres 1940 fĂŒhrte zur Vernichtung der eigenen VerbĂ€nde in Libyen.
Der deutsche General Erwin Rommel bekam deshalb im Februar 1941 den Befehl, mit schwachen VerbĂ€nden, dem Deutschen Afrikakorps, den erfolglosen BĂŒndnispartner bei seiner Verteidigung zu unterstĂŒtzen.
Rommel hielt eine defensive Haltung fĂŒr unangebracht, stattdessen wollte er angreifen. Am 31. MĂ€rz begann Rommel den Vormarsch. Sein HauptvorstoĂ richtete sich auf Mersa Brega, um somit das Tor zur Kyrenaika aufzustoĂen. Die Offensive fĂŒhrte zum Erfolg, sodass bald auch Banghazi besetzt werden konnte. Am 10. April standen deutsche Panzer vor der ostlibyschen Hafenstadt und Festung Tobruk, die kurz zuvor noch von den Italienern ausgebaut und dann beinahe kampflos gerĂ€umt worden war. Bis zum 13. April unternahm Rommel drei Angriffe auf die Festung, die jedoch alle fehlschlugen. Rommel musste vorerst die Eroberung Tobruks zurĂŒckstellen. Auch weitere VorstöĂe konnten auf Grund von VersorgungsengpĂ€ssen nicht durchgefĂŒhrt werden, sodass beide Seiten in einen Stellungskrieg ĂŒbergingen.
Im November griffen die Briten dann wieder an. Am 26. November erfolgte ein zweiter Angriff, wobei der Besatzung von Tobruk nun endlich der Ausbruch aus dem Belagerungsring gelang. Am 7. Dezember zog sich das Afrikakorps zur Gazala-Linie zurĂŒck. Nachdem Tobruk augenscheinlich vor einer Eroberung des Afrikakorps gefeit war, griff Rommel im Januar 1942 wieder an.
Am 26. Mai begann Rommel Unternehmen Theseus mit dem Ziel, Tobruk zu erobern. Nach schweren Panzergefechten gelang es den AchsenmÀchten, Bir Hacheim am 10. Juni einzunehmen, um dann den Vormarsch auf Tobruk einzuleiten. Am 20. Juni wurden Stadt und Festung besetzt, daraufhin wurde Rommel zum Generalfeldmarschall befördert. Im Juli 1942 fand die Erste Schlacht von El Alamein statt.
Der weitere Vormarsch sollte nun durch Ăgypten erfolgen. Die Stadt Alexandria sollte fallen und der Sueskanal besetzt werden. Kurz vor El Alamein hatten die Briten einen 65 Kilometer langen VerteidigungsgĂŒrtel aufgebaut. Die deutsche Offensive blieb stecken. Der neue britische Befehlshaber Bernard Montgomery startete am 23. Oktober zum Gegenangriff (Zweite Schlacht von El Alamein). Das Afrikakorps war zahlenmĂ€Ăig unterlegen und musste den RĂŒckzug antreten.
Die Lage wurde vollends hoffnungslos, als am 8. November (Operation Torch) amerikanische Truppen in Casablanca und Algier landeten und somit den Zwei-Fronten-Krieg in Nordafrika einleiteten. Am 13. November fiel Tobruk wieder in britische Hand.
1943 blieb Rommel nur noch der RĂŒckzug. Am 23. Januar besetzten die Briten Tripolis. Im MĂ€rz und April wurden die AchsenmĂ€chte schlieĂlich eingeschlossen (Schlacht um Tunesien). Lediglich an der Mareth-Linie wurde noch erbitterter Widerstand geleistet. Am 13. Mai mussten die AchsenmĂ€chte in Nordafrika kapitulieren.
Stalingrad als Wende im Osten 1943â1945
Trotz der angespannten KrĂ€fte- und Nachschubsituation befahl Hitler gegen den teilweisen Widerstand der GeneralitĂ€t parallel zur sĂŒdlichen Offensive in Richtung Kaukasus ein zweites Angriffsziel: Stalingrad. Am 23. August 1942 begannen etwa tausend Flugzeuge Brandbomben auf die Stadt zu werfen, gleichzeitig konnten deutsche Panzer zum ersten Mal in die AuĂenbezirke eindringen. In erbitterten EinzelkĂ€mpfen in den HĂ€usern und StraĂen der Stadt kamen die Deutschen nur unter hohen Opfern bei der Eroberung von Stalingrad voran. SchlieĂlich beherrschte die Wehrmacht zwar etwa 90 Prozent der in einen TrĂŒmmerhaufen verwandelten Stadt, die vollstĂ€ndige Inbesitznahme misslang jedoch. Einen schmalen Uferstreifen der Wolga am östlichen Stadtrand, an dem permanent neue Truppen angelandet wurden, konnten die sowjetischen Verteidiger unter hohen Verlusten verbissen halten.
Am 19. November begann die Gegenoffensive der Roten Armee, wobei die rumĂ€nischen Linien im SĂŒden durchbrochen werden konnten. Wenige Zeit spĂ€ter vereinigten sich die sowjetischen Truppen in Kalatsch mit VerbĂ€nden, die vom Norden her die deutschen Stellungen durchbrachen. Damit war die 6. Armee eingekesselt. Die von Göring versprochene Luftversorgung war völlig unzureichend und fĂŒhrte recht bald zur Unbeweglichkeit der VerbĂ€nde und zur völligen EntkrĂ€ftung der Soldaten. Ein Entsatzangriff der 4. Panzerarmee unter Hoth (âOperation Wintergewitterâ), der bis zu 60 Kilometer an die Stadt heranfĂŒhrte, scheiterte. General Paulus fĂŒhlte sich an den Haltebefehl Hitlers gebunden und konnte sich nicht dazu durchringen, den Befehl zum Ausbruch zu geben. Am 10. Januar 1943, nach deutscher Ablehnung einer Aufforderung zur Kapitulation, eröffneten sieben sowjetische Armeen mit einer Million Soldaten eine Offensive mit dem Ziel den Kessel zu liquidieren. In deren Verlauf gingen am 16. Januar die FlugplĂ€tze Pitomnik und am 23. Januar auch Gumrak verloren. Am 24. Januar wurde der Kessel in eine nördliche und eine sĂŒdliche HĂ€lfte gespalten. Am 25. Januar verlieĂ die allerletzte Ju 52 den Behelfsflugplatz Stalingradski. Am 31. Januar lieferte sich Paulus, zwischenzeitlich zum Generalfeldmarschall befördert, angesichts der aussichtslosen Lage seines Armeestabes den Sowjets aus. Es war keine Kapitulation, er bat als Privatperson behandelt zu werden. Es folgten ungeregelte Teilkapitulationen von Einheiten des SĂŒdkessels, der Nordkessel kĂ€mpfte örtlich noch bis zum 2. Februar Vom 29. Januar bis zum 2. Februar gingen 91.000 deutsche Soldaten in Gefangenschaft, deren erste Tage und Wochen weitere Opfer forderten. Nur etwa 6000 Soldaten kehrten nach dem Krieg zurĂŒck. Es ĂŒberlebten Generalfeldmarschall Paulus, sein Stabschef und eine Reihe weiterer hoher Offiziere. Die Schlacht von Stalingrad markierte einen psychologischen Wendepunkt im Krieg. Ab diesem Zeitpunkt glaubte die Mehrheit der Deutschen nicht mehr an den âEndsiegâ, ungeachtet der Goebbels -Rede im Berliner Sportpalast mit dem âAufruf zum totalen Kriegâ und der spontanen Zustimmung seiner Zuhörerschaft.
Am Morgen des 16. Februar wurde die Stadt Charkow von Truppen der Wehrmacht und Waffen-SS gegen den Befehl Hitlers aufgegeben, um einer drohenden Einkesselung zu entgehen. Am 21. Februar begann jedoch eine deutsche Gegenoffensive. Bis zum 5. MĂ€rz wurde das Gebiet bis zum mittleren Donezk zurĂŒckerobert. Es wurden dabei erhebliche GelĂ€ndegewinne erzielt, dem Gegner hohe Verluste beigebracht und wieder eine geschlossene Front hergestellt. Ein im FrĂŒhjahr 1943 potentiell bevorstehender Zusammenbruch der Ostfront wurde so verhindert. In der Schlacht um Charkow wurde die Stadt am 14. MĂ€rz unter Verlusten durch Truppen der Waffen-SS zurĂŒckerobert. Eine weitere Offensive im Sommer, die âOperation Zitadelleâ, sollte den Frontbalkon bei Kursk ausrĂ€umen und groĂe Teile der Roten Armee einkesseln und vernichten. Die Operation gipfelte in der gröĂten Panzerschlacht der Geschichte. Der Angriff war jedoch von der Roten Armee vorausgesehen worden, die sich durch tiefe Verteidigungsstellungen vorbereitet hatte, und blieb stecken. Der deutsche VorstoĂ wurde auf dem Höhepunkt der Schlacht abgebrochen. Die sowjetische Gegenoffensive bei Orel, die ihrerseits das Ziel verfolgte, Teile der Heeresgruppe Mitte einzukesseln und die zwischenzeitlich erfolgte Landung der Alliierten auf Sizilien verhinderten eine WeiterfĂŒhrung der Offensive. Nach mehreren sowjetischen Gegenoffensiven in den folgenden Monaten musste die Wehrmacht an der gesamten Front den RĂŒckzug antreten, wobei auch die Schlacht um die Krim mit einer deutschen Niederlage endete. Bis zum Ende des Jahres war Kiew wieder in der Hand der Sowjetunion.
Die mit der âOperation Zitadelleâ verlorenen Panzerreserven konnten von den Deutschen bis Kriegsende nicht ersetzt werden und bedeuteten einen absehbaren Sieg der Sowjetunion. Danach folgten weitere gröĂere Schlachten: Schlacht am Dnepr und die Dnepr-Karpaten-Operation.
Am 14. Januar 1944 begann mit der sowjetische Leningrad-Nowgoroder Operation, dem Angriff auf den deutschen Belagerungsring um Leningrad, eine Serie von Angriffsoperationen, die die sowjetische Propaganda spĂ€ter als âZehn Stalinsche SchlĂ€geâ bezeichnete. Die Sowjetunion setzte nach: Ihre FrĂŒhjahrsoffensive brachte weitere Gebietsgewinne, und die Wehrmacht musste sich bis zum Peipussee zurĂŒckziehen. Am 12. Mai war die Krim wieder fest in sowjetischer Hand. Am 9. Juni begann die Offensive an der finnischen Front auf der Karelischen Landenge. Ende Juni kam dieser Angriff auf Höhe der alten Grenze von 1940 zum Stillstand. Im Juni und Juli 1944 gelang der Sowjetunion die Zerschlagung der Heeresgruppe Mitte, wodurch ihre Armeen nun bis kurz vor Warschau und OstpreuĂen vorstieĂen. Am 3. Juli eroberte die Rote Armee Minsk zurĂŒck, weiter sĂŒdlich drang ab dem 13. Juli in Galizien eine weitere sowjetische Offensive (Lwiw-Sandomierz-Operation) bis Lemberg an die Weichsel vor. Die Wehrmacht war aufgrund der dabei erlittenen Verluste in der Folge nur noch zu hinhaltendem Widerstand gegen die Rote Armee fĂ€hig.
Am 1. August begann der Warschauer Aufstand der Polnischen Heimatarmee. Am 20. August marschierte die Rote Armee in der âOperation Jassy-Kischinewâ in RumĂ€nien ein, worauf am 23. August König Michael von RumĂ€nien zurĂŒcktrat und am 24. die rumĂ€nische Armee den Kampf an Deutschlands Seite einstellte. Die Erfolge der Sowjetunion zwangen die Wehrmacht zum RĂŒckzug aus Griechenland, am 13. Oktober rĂŒckten britische Einheiten in Athen ein. Am 5. September nahm die Rote Armee Bulgarien ein; der UnterstĂŒtzung durch die Sowjetunion sicher, fĂŒhrten die bulgarischen Kommunisten am 9. September eine gewaltsame Ănderung der Staatsform herbei und ĂŒbernahmen die FĂŒhrung im Land.
Finnland schloss am 19. September einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion. Am 20. Oktober eroberten sowjetische Einheiten und jugoslawische Partisanen unter Tito die Hauptstadt Belgrad. Im Norden zog sich die Heeresgruppe Nord am 13. Oktober aus Riga nach Kurland zurĂŒck. In OstpreuĂen kam die Offensive der Sowjetunion im Oktober nach anfĂ€nglichen Erfolgen zum Erliegen. In der Schlacht um Budapest wurde die ungarische Hauptstadt belagert, konnte aber erst am 11. Februar 1945 von der Roten Armee eingenommen werden.
Die Rote Armee stieĂ Anfang 1945 von Warschau (Befreiung am 17. Januar) aus nach Norden vor und schnitt damit OstpreuĂen vom Rest des Reiches ab. Zehntausende flohen aus OstpreuĂen ĂŒber das zugefrorene Haff nach Westen. Insgesamt gelangten ĂŒber zwei Millionen FlĂŒchtlinge ĂŒber das Meer nach Westen. Im Zuge der Rettungsaktion wurde am 30. Januar vor Gdynia/Gdingen/Gotenhafen das ehemalige KdF-Schiff âWilhelm Gustloffâ, mit Tausenden von FlĂŒchtlingen an Bord durch ein sowjetisches U-Boot torpediert und ging unter. Gleiches Geschick erlitt wenig spĂ€ter die âGoyaâ. Nach der Anzahl der Opfer gehören beide zu den verlustreichsten Schiffskatastrophen der Geschichte. Königsberg fiel am 9. April endgĂŒltig an die Sowjetunion. Am 27. Januar erreichte die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, das von der SS zuvor aufgegeben worden war. Am selben Tag erreichten erste sowjetische Einheiten KĂŒstrin und damit die Oder.
Nach der sowjetischen Weichsel-Oder-Operation stand die Rote Armee Ende Januar 1945 entlang der Oder und NeiĂe von Stettin bis Görlitz knapp 80 Kilometer vor Berlin. Die Höhen von Seelow bildeten dabei ein steil aufsteigendes, natĂŒrliches Hindernis, und um diese Höhen wurde eine der gröĂten Schlachten des Zweiten Weltkrieges geschlagen. Die Schlacht um die Seelower Höhen begann am 16. April, im Laufe des 18. April errang die zahlenmĂ€Ăig weit ĂŒberlegene Rote Armee die Oberhand. Unterdessen wurde im SĂŒden der sowjetische Belagerungsring um Breslau am 15. Februar geschlossen, welches allerdings erst am 6. Mai in die HĂ€nde der Roten Armee fiel. Am 25. April schloss sich der Belagerungsring um Berlin, am 28. April scheiterte der Versuch der 12. Armee unter General Walther Wenck, die Hauptstadt zu entsetzen, am 30. April tötete Adolf Hitler sich selbst im FĂŒhrerbunker unter der Neuen Reichskanzlei. Am 2. Mai kapitulierten die letzten Verteidiger von Berlin vor der Roten Armee.
Nach dem Scheitern der Plattenseeoffensive im FrĂŒhjahr 1945 war Ungarn am 4. April vollstĂ€ndig von der Roten Armee erobert. Wien fiel am 13. April, von Osten aus wurden Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark erobert. Am 8. Mai erreichte die Rote Armee Graz. Ebenfalls am 8. Mai 1945, dem Tag der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht, besetzte die Rote Armee im Zuge der Prager Operation Dresden, am 10. Mai rĂŒckten sowjetische Einheiten in Prag ein. Bereits am 8. Mai um 23:00 Uhr mitteleuropĂ€ischer Zeit trat die Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht in Kraft. Anfang Mai war die PersonalstĂ€rke der Heeresgruppe Mitte, die unter Generaloberst Schörner in Böhmen und MĂ€hren stand, noch mit 900.000 Soldaten angegeben worden. Die wenigsten erreichten den Westen, die Masse ging in sowjetische Gefangenschaft, auch der tschechische Aufstand forderte, im Zusammenhang mit der anfangs ungeordneten Vertreibung der deutschen Bewohner, eine unbekannte Zahl an Opfern.
Italien 1943 und 1944
Am 10. Juli 1943 landeten die Alliierten in Sizilien (Operation Husky), worauf der GroĂe Faschistische Rat Mussolini Versagen vorwarf. Der Duce wurde daraufhin auf Befehl des italienischen Königs verhaftet. Als neuer MinisterprĂ€sident wurde Pietro Badoglio eingesetzt.
Am 22. Juli konnte die sizilianische Hauptstadt Palermo von den Alliierten besetzt werden. Am 3. September landeten zwei britische Divisionen bei nur minimalem Widerstand der Verteidiger auf dem italienischen Festland. FĂŒnf Tage nach der Landung schloss die neue italienische Regierung einen Waffenstillstand mit den Alliierten, worauf der Fall Achse eingeleitet wurde, in dem die Deutschen alle italienischen VerbĂ€nde entwaffneten und am 10. September Rom besetzten. Am 12. September gelang es einigen deutschen FallschirmjĂ€gern, Mussolini aus seiner Gefangenschaft im Hotel Campo Imperatore zu befreien. Mussolini wurde nach OstpreuĂen gebracht, um wenig spĂ€ter eine Marionetten-Regierung in Norditalien leiten zu können (Republik von SalĂČ) und den Kampf an deutscher Seite fortzusetzen. Nachdem sich die auf der griechischen Insel Kefalonia stationierten italienischen Soldaten ihrer Entwaffnung widersetzten, wurden zwischen dem 18. und dem 23. September etwa 5000 Italiener gefangen genommen und von deutschen GebirgsjĂ€gertruppen erschossen.
Am 13. Oktober erklÀrte die Badoglio-Regierung dem Deutschen Reich den Krieg. An der Seite der offiziellen italienischen VerbÀnde operierte eine kampfstarke Partisanenarmee von 256.000 Frauen und MÀnnern, die 1944 mit ihren Kampfhandlungen zehn Wehrmachtsdivisionen band.
Der Vormarsch der Alliierten erfolgte nur sehr langsam. Die Deutschen verteidigten ihre Stellungen bis zum ĂuĂersten, wĂ€hrend im Hinterland schon die nĂ€chsten Verteidigungsstellungen ausgehoben wurden. Erst wenn der Druck zu stark wurde, zogen sie sich zurĂŒck, um sich wieder neu zu verschanzen.
Die Entscheidung der Alliierten, in Sizilien und nicht gleich bei Rom zu landen, verlĂ€ngerte den Krieg möglicherweise erheblich. Es gibt EinschĂ€tzungen, dass die italienischen VerbĂ€nde und die Partisanen bei einer Landung der Alliierten bei Rom SĂŒditalien selbst hĂ€tten befreien können.
WĂ€hrend sich die Alliierten schwere Gefechte mit den Truppen der Wehrmacht lieferten, konnten sie die Deutschen nach einer Landung bei Anzio (Operation Shingle, 21. Januar) weiter in BedrĂ€ngnis bringen, worauf diese gezwungen waren, zusĂ€tzliche Divisionen nach Italien zu verlegen. Die Alliierten errichteten in Italien eine zweite Front, nutzten aber nicht die Gelegenheit, bis Rom vorzustoĂen.
Am 15. Februar wurde bei der Schlacht um Monte Cassino das von den Deutschen nicht besetzte Bergkloster Monte Cassino, das eine strategische Lage in der Gustav-Linie hatte, bombardiert und zwei Tage spĂ€ter durch Artilleriebeschuss völlig zerstört. Die deutschen Verteidiger, ehemalige FallschirmjĂ€ger von der Landung auf Kreta, verschanzten sich anschlieĂend in den Ruinen des Klosters. Erst drei Monate spĂ€ter, am 18. Mai, nahm das 2. Polnische Korps unter FĂŒhrung von General WĆadysĆaw Anders unter hohen Verlusten nach mehreren Tagen des Angriffs das Kloster ein, nachdem die vorhergehenden Angriffe der Alliierten gescheitert waren.
Nachdem das Hindernis Monte Cassino ĂŒberwunden war, begann der Vormarsch auf Rom. Am 25. Mai vereinten die alliierten KrĂ€fte ihre beiden Fronten und drĂ€ngten die deutschen Truppen auf die âGrĂŒne Linieâ zwischen La Spezia und Rimini zurĂŒck.
Generalfeldmarschall Albert Kesselring, Oberbefehlshaber der HeeresverbĂ€nde in Italien, lehnte es ab, in der âewigen Stadtâ zu kĂ€mpfen und befahl seinen Einheiten, Rom am 4. Juni widerstandslos zu verlassen. Die Hoffnung der Alliierten, die Wehrmacht bis in die Alpen zurĂŒck zu treiben, wurde bei der Apennin-Verteidigungslinie vorerst zerstört, sodass 1944 noch keine Entscheidung in Italien stattfand.
In diesen Zeitraum fallen ebenfalls alliierte Ăberlegungen eines weiteren VorrĂŒckens ĂŒber den Balkan, die jedoch, um Spannungen mit der UdSSR zu vermeiden, verworfen wurden.
Von der Westfront bis zum Kriegsende, 1944/1945
Die Westfront 1944/1945
Mit Jahresbeginn ĂŒbernahm Erwin Rommel den Oberbefehl der deutschen Heeresgruppe B an der Westfront nördlich der Loire. Am 21. Januar 1944 begann die deutsche Luftwaffe wieder mit Angriffen auf London, die bis zum April fortgesetzt wurden.
WĂ€hrend die Alliierten damit beschĂ€ftigt waren, Berge von Versorgungsmaterial anzuhĂ€ufen, verstĂ€rkten die Deutschen ihre KĂŒstenbefestigungen am Atlantikwall.
Am 6. Juni 1944 landeten die Alliierten in der Normandie. Der Plan fĂŒr Operation Overlord fuĂte auf ab 1941 ausgearbeiteten InvasionsplĂ€nen und war vom britischen Lieutenant General (Generalleutnant) Sir Frederick E. Morgan in seiner endgĂŒltigen Fassung erarbeitet worden. Er sah vor, mit vier Armeen zu landen und dann schnell ins Landesinnere vorzustoĂen. Die Deutschen waren schlecht auf die Invasion eingestellt. Der deutsche Planungsstab und Hitler erwarteten die Landung immer im Pas-de-Calais, der engsten Stelle des Ărmelkanals. Das Gebiet von Calvados, wo die Alliierten schlieĂlich an Land gingen, wurde stellenweise nur mit einigen Metern Stacheldraht und ein paar MG-Nestern verteidigt. Aber nicht ĂŒberall, denn trotz der falschen Erwartungen des OKW ĂŒber den Ort der Invasion war die NormandiekĂŒste doch recht schwer befestigt. Das Invasionsgebiet war in fĂŒnf Landungsabschnitte aufgeteilt mit den Decknamen Juno, Gold, Sword (britisch/kanadische Landungsabschnitte), sowie Utah und Omaha (US-amerikanische Landungsabschnitte). Die Bombardierungen der KĂŒste aus der Luft und von See verliefen planmĂ€Ăig, verfehlten bei Omaha jedoch die erste deutsche Linie, und das fĂŒhrte, zusammen mit der Tatsache, dass die Deutschen in Unkenntnis der Alliierten eine zweite Division dort hatten, zu sehr schweren Verlusten der ersten Welle (etwa 70 %).
Am so genannten D-Day waren wĂ€hrend der Operation Neptune, dem eigentlichen Invasionsunternehmen, fast 6.700 Schiffe und ĂŒber 13â000 Flugzeuge beteiligt. Am frĂŒhen Morgen des 6. Juni starteten mehrere Luftlandeeinheiten (die 82. und 101. US-Luftlandedivision) zu ihren EinsĂ€tzen im Hinterland. Wegen Navigationsfehlern und ĂŒberraschend starkem deutschen Flakfeuer erreichten viele Maschinen nicht die vorgesehenen Absprungzonen, sodass die FallschirmjĂ€ger ĂŒber weite Teile der Halbinsel Cotentin verteilt wurden.
Obwohl die Alliierten gewaltige KrĂ€fte aufgeboten hatten, kamen sie stellenweise nur schleppend voran. Doch nicht zuletzt durch die alliierte LuftĂŒberlegenheit und die selbst zerstörten französischen Bahngleise gelang es der deutschen Seite nicht, schnellstmöglich zusĂ€tzliche Einheiten in das Kampfgebiet der Normandie zu verlegen. Cherbourg im Norden der Cotentin-Halbinsel unter Festungskommandant Karl-Wilhelm von Schlieben fiel am 26. Juni nach starkem amerikanischen Artilleriebeschuss und heftigen StraĂenkĂ€mpfen (â Schlacht um Cherbourg).
Die Einnahme von Caen, ein PrimĂ€rziel des ersten Landungstages, erwies sich fĂŒr die alliierten Truppen der Briten und Kanadier an der Ostseite des Normandie-BrĂŒckenkopfes als ungleich schwieriger (â Schlacht um Caen). Erst nach sechs Wochen verlustreicher KĂ€mpfe konnte die Stadt am 19. Juli vollstĂ€ndig besetzt werden.
Am 15. August begann eine zweite Invasion in SĂŒdfrankreich an der CĂŽte dâAzur zwischen Toulon und Cannes (Operation Dragoon, auch bekannt unter Anvil). An der Landung waren 880 alliierte Seeschiffe, darunter vier FlugzeugtrĂ€ger, sechs Schlachtschiffe, 21 Kreuzer und ĂŒber 100 Zerstörer, insgesamt 34 französische Schiffe und 1370 Landungsboote sowie ungefĂ€hr 5000 Flugzeuge beteiligt. Drei amerikanische Divisionen bildeten die Angriffstruppen. Die Franzosen und US-Amerikaner konnten ohne entscheidenden Widerstand zĂŒgig in das Landesinnere vorstoĂen.
In der Normandie unternahmen die US-Amerikaner am 25. Juli einen Ausbruchsversuch aus ihrem BrĂŒckenkopf-Sektor (â Operation Cobra), der in den Folgetagen im Westen zur AbschnĂŒrung der Cotentin-Halbinsel bis nach Avranches fĂŒhrte. Im Osten konnten US-amerikanische Einheiten bei Saint-LĂŽ nach anfĂ€nglicher Verzögerung schnell die deutsche Front durchbrechen. Am 6. August starteten die Deutschen zwar unter dem leitenden OB West, Generalfeldmarschall GĂŒnther von Kluge, eine Konterattacke bei Mortain (â Unternehmen LĂŒttich). Sie wurde aber schon nach zwei Tagen wieder gestoppt, was schlieĂlich mit Hilfe der nördlich kĂ€mpfenden Briten, Schotten und Kanadier zum Kessel von Falaise fĂŒhrte.
Am 25. August wurde Paris befreit (â Schlacht um Paris). Der deutsche Stadtkommandant General Dietrich von Choltitz verweigerte Hitlers Befehl, die Stadt zu zerstören und ergab sich mit seinen Truppen kampflos. Durch die enorme MaterialfĂŒlle und absolute Luftherrschaft konnten deutsche Truppenansammlungen zu jeder Zeit zerschlagen werden und die Alliierten kamen in der Folgezeit recht zĂŒgig voran. Zwar ĂŒberdehnten sie bei ihrem schnellen VorstoĂ zum deutschen Westwall ihre Versorgungslinien, aber durch den Aufbau neuer, schneller Nachschubwege (â Red Ball Express), gelang es vor allem, den in groĂen Mengen benötigten Treibstoff bereitzustellen. Bereits am 3. September fiel BrĂŒssel und am Tag darauf konnte Antwerpen besetzt werden. Einzig bei der Luftlandeoperation Market Garden konnte das II. SS-Panzerkorps den Briten und US-Amerikanern in Arnheim noch einmal eine schwere Niederlage beibringen.
Mit dem Verlust der AtlantikhĂ€fen am Ărmelkanal und vor allem in der Bretagne (â Schlacht um die Bretagne) setzte die deutsche Marine ihren U-Boot-Krieg von Norwegen aus fort. Bis zum 1. September griffen die Deutschen von Abschussrampen in Nordfrankreich aus mit Raketen (V1, V2) London an. Mit Arbeiten an dem Projekt âFriesenwallâ sollte dem direkten Eindringen der Alliierten an der deutschen NordseekĂŒste entgegengewirkt werden. Er wurde jedoch nicht fertiggestellt.
Am 21. Oktober eroberten die Alliierten nach heftigen KĂ€mpfen in der siegreichen Schlacht um Aachen die erste deutsche Stadt. Am 22. November erreichten weiter sĂŒdlich US-amerikanische KrĂ€fte die Festung Metz und StraĂburg. Im Dezember versuchten die Deutschen mit der Ardennenoffensive die Oberhand im Westen zu gewinnen. Das Operationsziel, die Linien der Alliierten zu spalten und in breiter Front nach Belgien vorzustoĂen, misslang jedoch. Es wurden dadurch die letzten offensiven deutschen Reserven verbraucht.
Mit amerikanischer LuftunterstĂŒtzung erobern in der Nacht vom 16. auf den 17. April 1945 französische Truppen unter Befehl von General Jean de Lattre de Tassigny und angefĂŒhrt von Major Christian Marie de Castries die im Schwarzwald zentral gelegene Stadt Freudenstadt und zerstören deren Zentrum beinahe vollstĂ€ndig. Dabei wird auch von zahlreichen Ausschreitungen von Soldaten gegenĂŒber der Zivilbevölkerung berichtet. Daraufhin geht die Truppenbewegung weiter in Richtung Rottweil und Stuttgart.
Alliierte Truppen erreichten am 7. MĂ€rz 1945 die unzerstörte RheinbrĂŒcke von Remagen. Sie errichteten BrĂŒckenköpfe auf rechtsrheinischem Gebiet und kreisten das Ruhrgebiet ein. Die Heeresgruppe B der Wehrmacht unter Feldmarschall Model wurde am 1. April im sogenannten Ruhrkessel eingeschlossen und kapitulierte am 18. April. Am selben Tag nahmen die US-Truppen Magdeburg ein, einen Tag spĂ€ter Leipzig.
Am 25. April trafen sich US-amerikanische und sowjetische Truppen in Torgau an der Elbe (Elbe Day); der letzte Einflussbereich der Deutschen zerfiel jetzt in zwei Teile. Am 26. April fiel Bremen an die Briten, die weiter nach Nordosten zogen. In rascher Folge nahmen sie LĂŒbeck (2. Mai) und Hamburg (3. Mai), wĂ€hrend britisch-kanadische Truppen in Wismar einmarschierten.[13] Der VorstoĂ aus dem Raum Hagenow erfolgte vermutlich auch, um die Rote Armee daran zu hindern, bis Schleswig-Holstein vorzustoĂen. Im spĂ€ten Nachmittag des 2. Mai trafen sich die Alliierten am östlichen Stadtrand Wismars.
Am 5. Mai kapitulierte Generaloberst Blaskowitz, dessen Truppen in Holland eingekesselt waren. WĂ€hrend die britischen Einheiten Norddeutschland eroberten, wandten sich die US-Amerikaner nach SĂŒden. Sie besetzten am 30. April MĂŒnchen. Stuttgart fiel am 22. April an die französische Armee, die nach SĂŒden bis Vorarlberg vordrang. Die US-Armee wandte sich zu den Alpen und traf am 3. Mai am Brennerpass mit ihren Landsleuten zusammen, die von SĂŒden her Oberitalien besetzt hatten.
In Italien fiel Bologna am 19. April an die US-Truppen. Am 25. April fand die Flucht des italienischen Diktators Benito Mussolini vor den Alliierten aus SalĂČ statt, was als Ende der Italienische Sozialrepublik gilt. Am 27. April wurde Genua erobert; einen Tag spĂ€ter ergriffen italienische Partisanen in Dongo den gestĂŒrzten âDuceâ Benito Mussolini und erschossen ihn. Am 2. Mai kapitulierten die deutschen Einheiten in Italien, am selben Tag marschierte die britische Armee in Triest ein.
Das Kriegsende in Europa 1945
Einen Tag bevor Hitler sich am 30. April das Leben nahm, hatte er in seinem politischen Testament GroĂadmiral Karl Dönitz zum ReichsprĂ€sidenten und Oberbefehlshaber der Wehrmacht und Propagandaminister Joseph Goebbels zum Reichskanzler bestimmt. Nachdem Goebbels sich am 1. Mai ebenfalls das Leben genommen hatte, erklĂ€rte Dönitz am gleichen Tag in einer Rundfunkansprache die Fortsetzung des militĂ€rischen Kampfes gegen âden vordrĂ€ngenden bolschewistischen Feindâ. Dönitz wollte die deutschen Soldaten in amerikanisch-britische Gefangenschaft bringen und sie vor sowjetischer Gefangenschaft retten. Nachdem die letzten Einheiten in Berlin am 2. Mai kapituliert hatten, schlug er sein Hauptquartier am 3. Mai im von Deutschen gehaltenen Flensburg auf und benannte eine GeschĂ€ftsfĂŒhrende Reichsregierung unter Graf Schwerin von Krosigk.
Am 4. Mai unterzeichnete der neu ernannte Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg, auf dem Timeloberg eine Urkunde zur bedingungslosen Kapitulation der Wehrmachtseinheiten, die im Nordwesten gegen den britischen Feldmarschall Montgomery gekĂ€mpft hatten â diese Teilkapitulation trat am 5. Mai um 7 Uhr in Kraft.
Nachdem Eisenhower im operativen Hauptquartier der SHAEF in Reims das Ansinnen eines separaten Waffenstillstands mit den Westalliierten zurĂŒckgewiesen hatte, unterzeichnete Generaloberst Alfred Jodl in den Morgenstunden des 7. Mai die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Truppen. Sie trat am 8. Mai, 23:01 Uhr mitteleuropĂ€ischer Zeit in Kraft. In einem weiteren Dokument wurde die Ratifizierung dieser bedingungslosen Kapitulation, dann durch das Oberkommando der Wehrmacht sowie die Oberbefehlshaber von Heer, Luftwaffe und Marine vereinbart. Das geschah durch Unterzeichnung einer weiteren Kapitulationsurkunde im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst. Aufgrund einer Zeitverzögerung war es schon nach Mitternacht, als diese in der Nacht vom 8. zum 9. Mai von Generalfeldmarschall Keitel fĂŒr das OKW und das Heer, Generaladmiral von Friedeburg fĂŒr die Kriegsmarine und Generaloberst Stumpff fĂŒr die Luftwaffe (als Vertreter des Oberbefehlshabers Generalfeldmarschall von Greim) unterzeichnet wurde.
Zum Kriegsende am 8. Mai, dem V-E-Day beziehungsweise Tag der Befreiung, befanden sich im Westen noch die Kanalinseln und die StÀdte Lorient, Saint-Nazaire, La Rochelle sowie die lettische Halbinsel Mazierbe unter Kontrolle der Wehrmacht. Auch in DÀnemark blieb die deutsche Herrschaft bis zur Kapitulation unangefochten. Das Deutsche Reich selbst war weitgehend besetzt, lediglich der Alpenraum, Teile des Protektorats Böhmen und MÀhren und Schleswig-Holstein noch unter Kontrolle deutscher Truppen.
In Norwegen und zum Teil auch in Nordwestdeutschland waren die deutschen Truppen in Gewahrsam der britischen StreitkrÀfte. Sie waren formal Kriegsgefangene, jedoch nicht entwaffnet und in ihrer militÀrischen Gliederung und Kommandostruktur unverÀndert. Sie wurden in Einsatzbereitschaft gehalten und zum Teil auch weiter ausgebildet.[14] Die Truppenteile unterstanden britischem Kommando. WÀhrend der Potsdamer Konferenz wurde bei der 9. Vollsitzung am 27. Juli 1945 der britische Premier Churchill vom sowjetischen Generalissimus Stalin auf diese nicht entwaffneten, sich in Norwegen befindenden 400.000 Soldaten angesprochen.[15]
Am 8. und 9. Mai versuchten ungezĂ€hlte deutsche Soldaten aus dem sowjetischen Machtbereich noch in die von den Westalliierten kontrollierten Gebiete zu gelangen, vor allem solche aus dem böhmisch-mĂ€hrischen Raum. Der ĂŒberwiegenden Mehrheit gelang dies nicht, zumal die US-Armee sich strikt an die Waffenstillstandbedingungen hielt und in ihren Bereich gelangte deutsche Soldaten in Lagern (Pisek) festhielt und den Sowjets ĂŒbergab. Keinerlei Aussicht, der Gefangenschaft zu entgehen, bestand fĂŒr die eingeschlossene Kurlandarmee.
Der Oberste Sowjet hob den Kriegszustand mit Deutschland erst in einer einseitigen ErklÀrung am 25. Januar 1955 auf.[16][17]
Richard von WeizsĂ€cker Ă€uĂerte 1985 in seiner Rede zum 8. Mai, das Kriegsende ginge seit 1985 in der Bundesrepublik Deutschland als Befreiung vom Nationalsozialismus in die nationale Erinnerungskultur ein.[18] DemgegenĂŒber vertritt beispielsweise Michael Wolffsohn die Auffassung, dass der 8. Mai fĂŒr die Ostdeutschen keine Befreiung gewesen sei, da sie âbis 1989 unfreiwillig die braune gegen die rote Unfreiheit [âŠ] tauschten.â â âWie und weshalb hĂ€tten sich die Ostdeutschen befreit fĂŒhlen können â oder gar die 12 Millionen FlĂŒchtlinge und Vertriebenen, die Vergewaltigten und unschuldig Verfolgten?â[19]
Der Krieg in Asien und im Pazifik
Japan war vor dem Zweiten Weltkrieg bereits an mehreren Kriegen beteiligt gewesen. Unter TennĆ Yoshihito kĂ€mpfte Japan an der Seite der Alliierten im Ersten Weltkrieg, in dem Japan Kolonien des deutschen Kaiserreichs ĂŒbernehmen konnte, wie zum Beispiel Qingdao. Etwa zehn Jahre zuvor kam es wegen Streitigkeiten um die Mandschurei zum Russisch-Japanischen Krieg (1904â1905).
Nachdem es nicht gelang, die Wirtschaftskrise ab 1929 im Rahmen der weltwirtschaftlichen Lage einzudÀmmen, wurden verstÀrkt Stimmen laut, die eine territoriale Expansion als Lösung der Probleme sahen.
Ab den 1930er Jahren erlangten MilitĂ€rs verstĂ€rkt Kontrolle ĂŒber die Regierung, einschlieĂlich des Amts des Premierministers, politische Gegner wurden verfolgt, Medien zensiert. Der aggressive Einsatz fĂŒr eine Neuordnung der Pazifikregion hatte vorgeblich zum Ziel, die Hegemonie der asiatischen LĂ€nder und Kolonien durch westliche, europĂ€ische Staaten zu beenden und sie durch eine japanische zu ersetzen (Panasienbewegung).
Das Hauptinteresse der japanischen Expansion galt dem Gebiet der damaligen Republik China. Nach dem Mukden-Zwischenfall am 18. September 1931, der vermutlich von den Japanern selbst erzeugt wurde, kam es zur Mandschurei-Krise und die Guandong-Armee besetzte, angeblich ohne gröĂere RĂŒcksprache mit der japanischen Regierung, die Mandschurei. Am 1. MĂ€rz 1932 wurde dort der Marionettenstaat Mandschukuo ausgerufen, dessen offizieller PrĂ€sident und spĂ€terer Kaiser Pu Yi war. Aufgrund internationaler Proteste ĂŒber das Vorgehen in China trat Japan 1933 aus dem Völkerbund aus, 1936 schloss es sich dem Antikominternpakt an.
Am 7. Juli 1937 landeten japanische Truppen an der KĂŒste Chinas und es kam zum Zwischenfall an der Marco-Polo-BrĂŒcke. Infolgedessen begann nach einem kurzzeitigen Waffenstillstand am 25. Juli 1937 der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg, der bis 1945 andauern sollte und dessen Ausbruch von einigen Historikern sogar als der eigentliche Beginn des Zweiten Weltkrieges angesehen wird.
China stand zu diesem Zeitpunkt vor einem Scheideweg, da die Kommunisten unter Mao Zedong und die Nationalisten der Kuomintang unter Chiang Kai-shek um die Vorherrschaft im Land kĂ€mpften. Die Kommunisten hatten sich nach dem Langen Marsch in das Landesinnere zurĂŒckgezogen und griffen beim Kampf gegen die Japaner nur vereinzelt ein. So errangen sie in der Schlacht von Pingxingguan einen kleinen taktischen Sieg, der als âDer groĂe Sieg von Pingxingguanâ in die Geschichte der kommunistischen Partei einging. Nach der Hundert-Regimenter-Offensive von Mitte bis Ende 1940 kam es zu einem inneren ZerwĂŒrfnis in der Partei und Mao beschloss den Kampf gegen die Japaner gĂ€nzlich den Nationalisten zu ĂŒberlassen und die eigenen Truppen fĂŒr den spĂ€ter wieder ausbrechenden Klassenkampf zurĂŒckzuhalten.
Um den 8. Dezember 1937 erreichten die japanischen Truppen Nanjing, die Hauptstadt der Kuomintang und kesselten sie ein. Bei der Evakuierung von amerikanischen BĂŒrgern aus Nanking beschossen die Japaner am selben Tag von Kampfflugzeugen aus das auf dem Jangtsekiang voll beladen fahrende Kanonenboot USS Panay (â Panay-Vorfall). Das Boot wurde versenkt. Drei Menschen starben und 48 wurden verletzt. Zwar entschuldigte sich die japanische Regierung fĂŒr den Zwischenfall, aber zusammen mit Berichten ĂŒber die Grausamkeiten japanischer Soldaten, die nun an die Ăffentlichkeit kamen, sorgte er dafĂŒr, dass sich das Bild von Japan in den USA zu Ă€ndern begann. Am 13. Dezember besetzten die japanischen Truppen Nanking. In dem darauf folgenden, drei Wochen andauernden Massaker von Nanking wurden vermutlich mehr als 300â000 chinesische Zivilisten ermordet und etwa 20â000 Frauen vergewaltigt. Chiang Kai-shek lieĂ daraufhin die Hauptstadt in das entfernte Chongqing verlagern.
Im MĂ€rz 1938 verabschiedete Japan das Nationale Mobilisierungsgesetz, das im April in Kraft trat. Auf diesem Gesetz war die Bewegung der nationalen geistigen Mobilisierung aufgebaut, in der alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte auf eine effizientere KriegsfĂŒhrung konzentriert wurden. Hoffnungen auf eine friedliche Lösung des Konfliktes mit China kamen auf, als Ugaki Kazushige, ein ehemaliger General und Gegner weiterer Eskalationen, im Mai desselben Jahres AuĂenminister wurde. Doch statt eine Beruhigung der Lage zu erreichen, kam es zu erneuten Streitigkeiten mit der Sowjetunion um die Mandschurei und in der Folge zum Japanischen-Sowjetischen Grenzkonflikt.
Da Japans wirtschaftliche Zukunft vor allem von Rohstofflieferungen aus Kolonien GroĂbritanniens und Frankreichs abhing, nutzte es den Ausbruch des Kriegs in Europa und erpresste von GroĂbritannien die Sperrung der BurmastraĂe, um die chinesischen Truppen vom Nachschub abzuschneiden. AuĂerdem setzte Japan in Nanking Wang Jingwei als Chef einer Marionettenregierung ein (Panasiatismus) und erhielt vom Vichy-Regime die Zustimmung zur Besetzung Vietnams, damals noch Französisch-Indochina. In der Folge verhĂ€ngten die USA und GroĂbritannien ein Embargo und froren die finanziellen Mittel Japans ein.
Am 27. September 1940 unterzeichnete Japan den DreimĂ€chtepakt mit Deutschland und Italien, der den bestehenden Antikominternpakt um gegenseitige militĂ€rische UnterstĂŒtzung erweiterte. Damit verwarf der japanische Kaiser seine noch am 5. September 1939 verkĂŒndete NeutralitĂ€t und unterstrich seine aggressive AuĂenpolitik vor allem gegenĂŒber China.
Die amerikanische Regierung rief daraufhin am 8. Oktober alle Zivilisten im Fernen Osten auf, in die USA zurĂŒckzukehren, da es zu einer indifferenten Lage in diesem Gebiet kĂ€me und verhĂ€ngte am 23. Oktober ein totales Ausfuhrverbot fĂŒr Eisen- und Stahlschrott nach Japan. Am 23. Oktober verlieĂen drei Passagierdampfer die USA um alle Amerikaner aus China und Japan zu evakuieren.
Im April 1941 unterschrieb PrĂ€sident Roosevelt einen Geheimbefehl, der es Reserveoffizieren erlaubte das MilitĂ€r zu verlassen und als Freiwillige nach China zu gehen. Als Folge grĂŒndete Captain Claire Lee Chennault in Kunming die American Volunteer Group (auch Flying Tigers genannt), eine US-amerikanische Fliegerstaffel, die ab 1942 in den aktiven Dienst der US Air Force gesetzt wurde.
1941 begannen verstĂ€rkte BemĂŒhungen der USA und Japan, um den drohenden Krieg zu verhindern. Gleichzeitig nahmen die Kriegs- und EroberungsplĂ€ne der Japaner fĂŒr SĂŒdostasien konkrete Formen an. Den Forderungen der USA, China zu verlassen, kam Japan jedoch nicht nach. Wegen des Embargos GroĂbritanniens und der USA und weil Japan von den Rohstofflieferungen der europĂ€ischen VerbĂŒndeten abgeschnitten war, blieb ein Krieg mit den USA und GroĂbritannien die einzige Alternative zum Verlust des Reiches.
Nachdem Japan die USA mit dem Angriff auf Pearl Harbor empfindlich getroffen hatte und diese ihnen den Krieg erklĂ€rt hatten, drangen die Japaner weiter nach SĂŒden vor und besetzten unter der Propaganda âAsien den Asiatenâ europĂ€ische und amerikanische Kolonien wie Hongkong, die Philippinen und NiederlĂ€ndisch-Indien.
Innerhalb von vier Monaten (DezemberâMĂ€rz) hatten japanische Truppen weite Teile SĂŒdostasiens und einen GroĂteil des Pazifiks mit etwa 450 Millionen Menschen unter ihrer Kontrolle. Dies war die gröĂte Ausdehnung in der Geschichte Japans.
Die wichtigste Eroberung der Japaner fand am 23. Januar 1942 statt, als die kleine australische Garnison in Rabaul an der Nordostspitze auf New Britain ĂŒberwĂ€ltigt und die Hafenstadt eingenommen werden konnte. Damit hatten die Japaner eine hervorragende Ausgangsbasis fĂŒr ein weiteres Vordringen in Richtung Ostpazifik und die SĂŒdsee, die in den folgenden Jahren zu einer regelrechten Festung ausgebaut wurde.
Mitte 1942, nach der Schlacht im Korallenmeer sowie der Schlacht um Midway, bei der die Japaner vier FlugzeugtrĂ€ger und zahlreiche Flugzeuge und erfahrene Besatzungen verloren und damit ihre Flotte empfindlich geschwĂ€cht war, Ă€nderte sich jedoch die Situation. Mit der Landung auf der Salomonen-Insel Guadalcanal am 7. August begannen die Amerikaner die Operation Watchtower, eine der verlustreichsten und verbissensten Schlachten wĂ€hrend des Pazifikkrieges. Sie dauerte bis ins nĂ€chste Jahr an und markierte einen weiteren Wendepunkt zugunsten der Amerikaner. Sie konnten ein weiteres Vordringen Japans verhindern. Damit war eine Isolierung Australiens von Amerika vereitelt und US-Truppen konnten weiter auf japanisch besetztes Gebiet vorrĂŒcken. Weiterhin hatte die japanische Flotte bei diesen Abnutzungsschlachten Verluste zu verzeichnen, die sie im Gegensatz zu ihren Gegnern kaum zu ersetzen vermochte.
Die hĂ€rtesten KĂ€mpfe tobten von Ende 1942 bis Mitte 1944 auf Neuguinea, in der SĂŒdsee auf den Salomonen, den Gilbertinseln, den Marshallinseln und den Marianen. Ein erfolgreiches taktisches Mittel war dabei das so genannte âIsland Hoppingâ, bei dem die Amerikaner die starken japanischen StĂŒtzpunkte, im Besonderen den wichtigen Standort Rabaul mit seinem Hafen und den Flugfeldern, umgingen und Insel fĂŒr Insel in Richtung japanischem Hoheitsgebiet einnahmen.
Zu Beginn des Jahres 1943 gelang es den Amerikanern in vermehrtem MaĂ, japanische Funkcodes zu entschlĂŒsseln. Einer der wichtigsten Codes war der Ultra-Code der Kommandantur des Truk-Atolls. Damit war die Grundlage fĂŒr den Seekrieg gegen die japanischen Fracht- und Nachschubschiffe durch US-U-Boote gelegt, dessen stetig steigende Versenkungsraten einen wesentlichen Anteil am Sieg hatten. Der japanischen Marine gelang es wĂ€hrend des gesamten Krieges nicht, ein wirksames Schutzsystem fĂŒr ihre Transportschifffahrt zu bilden. Dies lag sowohl an der UnterschĂ€tzung der U-Boot Gefahr in der japanischen MilitĂ€rdoktrin, mit der Folge einer ungenĂŒgenden Anzahl von Geleitschiffen bei Kriegsbeginn, sowie an der groĂen technologischen Unterlegenheit Japans im Bereich der Ăberwasser-(Radar)als auch Unterwasserortung (Asdic). Vor allem der daraus resultierende Mangel an Treibstoff beeintrĂ€chtigte einerseits die Ausbildung neuer Piloten extrem, und machte es anderseits erforderlich, FlottenverbĂ€nde weit auĂerhalb der Hauptkampfgebiete, in der NĂ€he von Treibstoffquellen, zu stationieren, was die taktischen strategischen Optionen der Flotte stark einschrĂ€nkte.
Der amerikanischen FunkaufklĂ€rung gelang Mitte April die EntschlĂŒsselung eines Funkspruchs, demzufolge Admiral Yamamoto Isoroku, Oberbefehlshaber der Kaiserlichen Japanischen Marine, den StĂŒtzpunkt auf Bougainville besuchen wollte. Zum Abfangen seines Flugzeugs starteten am 18. April 16 Lightning JĂ€ger von der neuen zweiten Startbahn des Henderson Airfields auf Guadalcanal und nahmen Kurs nach Norden. Bei einem eigenen Verlust gelang ihnen der Abschuss von drei der neun japanischen Begleitflugzeuge und der zwei Transportmaschinen. In einer davon befand sich Yamamoto, der dabei ums Leben kam. Vom Verlust dieser starken FĂŒhrungspersönlichkeit konnte sich die japanische Marine in der Folge nur schwerlich erholen (â Operation Vengeance).
Ab 1944 begann die Erfolgszeit der amerikanischen Task Forces. Die beiden groĂen TrĂ€gerflotten Task Force 38 und 58 wechselten sich bei den VorstöĂen gegen japanisch besetzte Inselgruppen ab und drangen stetig weiter in Richtung der japanischen Inseln vor, obwohl die Japaner mit dem Einsatz von Kamikaze-Fliegern begannen. Die von den Japanern erwarteten hohen Verlustraten bei den amerikanischen Schiffen blieben aber aus. Ebenso blieben die Erfolge der bemannten Kaiten-Torpedos aus.
Nach der ab Mitte Juni begonnenen blutigen Schlacht um Saipan, bei der die Japaner fast alle eingesetzten Flugzeuge mitsamt Besatzungen und durch U-Boote drei FlugzeugtrÀger verloren, kam es Ende Oktober bis Anfang November 1944 wÀhrend der Landungen auf Leyte in den Philippinen zur See- und Luftschlacht im Golf von Leyte. Hier verloren die Japaner mit vier FlugzeugtrÀgern (ohne Flugzeuge), drei Schlachtschiffen, zehn Kreuzern und neun Zerstörern fast ihre komplette Seestreitmacht.
Nach den KĂ€mpfen auf den japanischen Inseln Iwojima und Okinawa warfen die Amerikaner am 6. August 1945 die erste Atombombe auf Hiroshima. Kurz darauf, am 9. August wurde die zweite ĂŒber Nagasaki gezĂŒndet. Sechs Tage spĂ€ter verkĂŒndete der japanische TennĆ im Rundfunk die Kapitulation Japans, die am 2. September in der Bucht von Tokio auf der USS Missouri unterzeichnet wurde.
Strategische Aspekte
Der Strategiehistoriker Colin Gray deutet den Zweiten Weltkrieg mit seinen Operationen auf drei Kontinenten zu Lande, zu Wasser und in der Luft als komplexes Ereignis, das allerdings von einer âeleganten Schlichtheit in seinem Ablauf und seiner Strukturâ durchzogen werde. Gray zufolge waren die beiden wichtigsten KriegsschauplĂ€tze, die Ostfront und der pazifische Raum, grundsĂ€tzlich voneinander unabhĂ€ngig. Allerdings stellten wichtige Ereignisse wie die deutsche KriegserklĂ€rung an die Vereinigten Staaten nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor immer wieder kriegswichtige BezĂŒge her. Ihnen gemeinsam sei vor allem gewesen, dass es sich bei beiden FeldzĂŒgen um âriesige Belagerungsoperationenâ gehandelt habe.[20] DarĂŒber hinaus ordnet Gray den Zweiten Weltkrieg trotz einer im Vergleich zum Ersten Weltkrieg verstĂ€rkten verbundenen GefechtsfĂŒhrung, wie beispielsweise den Blitzkrieg, als Abnutzungskrieg ein.
Luftkrieg
Die deutsche Luftwaffe absolvierte ihren ersten Test im Spanischen BĂŒrgerkrieg.[21] Am 26. April 1937 bombardierten Flugzeuge der Legion Condor die spanische Stadt Guernica. Dieser Luftangriff war der erste Auslandseinsatz der neuen Reichsluftwaffe und der erste Luftangriff auf ein ziviles FlĂ€chenziel in der MilitĂ€rgeschichte. Im Polenfeldzug erlangte die Luftwaffe schnell die Lufthoheit, da die gröĂtenteils veralteten polnischen Jagdflugzeuge nur wenig Widerstand leisten konnten. Der Luftangriff auf Warschau am 15. September 1939 war ein erster Angriff auf vor allem zivile Ziele aus der Luft im Zweiten Weltkrieg. Am 14. Mai 1940 fiel die Innenstadt von Rotterdam einem Angriff der Luftwaffe zum Opfer. Ein Angriff auf Mönchengladbach im Mai 1940 durch die Royal Air Force (RAF) blieb relativ bedeutungslos.
Am 14. November 1940 flog die deutsche Luftwaffe einen schweren Bombenangriff auf Coventry. Neben Industrieanlagen wurden Tausende von WohnhĂ€usern und die mittelalterliche Kathedrale der Stadt zerstört. Ein nĂ€chster Angriff traf die Stadt am 8. April 1941. Die nationalsozialistische Propaganda erfand den Begriff des âCoventrierensâ fĂŒr FlĂ€chenbombardements dieses neuen Typs. Die Angriffe auf Rotterdam und Coventry leitete der vormalige Chef der Legion Condor und Verantwortliche fĂŒr den Angriff auf Guernika.
Als Reaktion auf Coventry intensivierte die Royal Air Force ihre FlĂ€chenbombardements auf deutsche StĂ€dte, was umso erfolgreicher geschehen konnte, als die Luftschlacht um England, August 1940 bis Mai 1941, mit der Niederlage der deutschen Luftwaffe endete. Am 6. April 1941 wurde Belgrad, das nur schwach gegen Luftangriffe verteidigt werden konnte, von der Luftwaffe angegriffen und in weiten Teilen zerstört. Bei dem Ăberfall auf die Sowjetunion spielte die Luftwaffe eine bedeutende Rolle, konnte aber weder die Schlacht um Moskau noch die um Stalingrad fĂŒr die deutsche Seite entscheiden. Ab 1942 flog auch die amerikanische Luftwaffe Angriffe in Europa und im April 1942 einen Bombenangriff auf Tokio.
1942 Arthur Harris Oberkommandierender des RAF Bomber Command. Im Mai begann mit einem Angriff auf Köln das FlĂ€chenbombardement deutscher StĂ€dte, das im Juli 1943 mit der Operation Gomorrha gegen Hamburg einen ersten Höhepunkt erreichte. Hier wurden erstmals TĂ€uschungstechniken eingesetzt. Allerdings gab es auch betrĂ€chtliche Verluste der amerikanischen TagbomberverbĂ€nde, beispielsweise bei Angriffen auf Schweinfurt und Essen. Mit ihren massiven Luftangriffen hofften die Alliierten, Widerstand gegen die FĂŒhrung hervorrufen und den Krieg verkĂŒrzen zu können. Diese Erwartung erfĂŒllte sich in keiner Weise, da sich die deutsche Bevölkerung enger um ihre nationalsozialistische FĂŒhrung sammelte (âZweite Machtergreifungâ).
In den letzten Kriegsmonaten wurden zahlreiche deutsche StĂ€dte groĂflĂ€chig zerstört, darunter Braunschweig, Dresden, Heilbronn, Koblenz, Pforzheim, Hanau und WĂŒrzburg. Mit der Entwicklung der Flugbombe V1 und der Rakete V2 hoffte die nationalsozialistische Seite auf eine âWunderwaffeâ. Da beide Waffen nicht punktgenau eingesetzt werden konnten, waren sie ungeeignet zur gezielten Zerstörung militĂ€rischer Ziele. Ihre Funktion war vor allem die Terrorisierung der Zivilbevölkerung, weshalb sie ungezielt in GroĂstĂ€dte wie London oder Antwerpen geschossen wurden. Zwischen Juni 1944 und MĂ€rz 1945 wurden mit ihnen Ziele in Westeuropa, darunter London angegriffen. Tokio wurde im Februar/MĂ€rz 1945 bei amerikanischen Angriffen erheblich zerstört, unter gleichzeitigen immensen Menschenverlusten. Den Schlusspunkt setzten die amerikanischen AtombombenabwĂŒrfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945. Sie sollten zum einen Japan militĂ€risch zur Kapitulation zwingen und zum anderen ein politisches Zeichen militĂ€rischer StĂ€rke in der aufkommenden Blockkonfrontation setzen.[22]
Atlantik- und U-Boot-Krieg
â Hauptartikel: U-Boot-Krieg (Zweiter Weltkrieg), Unternehmen RheinĂŒbung
Am 14. Oktober 1939 gelang es U 47 mit KapitĂ€nleutnant GĂŒnther Prien, in die Bucht von Scapa Flow, dem HauptstĂŒtzpunkt der Home Fleet der britischen Marine einzudringen und das Kriegsschiff Royal Oak mit 1400 Mann Besatzung zu versenken. Das war zwar vorerst nur ein Propagandaschlag, geplant durch Kommodore Karl Dönitz, aber der Beginn des U-Bootkriegs. Fanden bis zur Mitte des Jahres 1940 hauptsĂ€chlich Aktionen durch einzelne U-Boote statt, konnten nach der Eroberung Frankreichs an der Biskaya in Brest, Lorient, Saint-Nazaire und La Rochelle vorerst provisorische U-BootstĂŒtzpunkte errichtet werden. Die U-Boote konnten dank dieser neuen HĂ€fen wesentlich schneller die Operationsgebiete auf den westlichen Zufahrtswegen zum Ărmelkanal erreichen. Die alliierten Konvois waren aus Mangel an Geleitschiffen nur schwach gesichert. AuĂerdem setzten die U-Bootkommandanten die neue Taktik eines nĂ€chtlichen Ăberwasserangriffs ein, der die nur Unterwasserziele ortenden alliierten SonargerĂ€te (ASDIC) wirkungslos werden lieĂ.
Die jetzt folgenden Siege der deutschen U-Boot-Waffe wurden von der nationalsozialistischen Propaganda bis ins letzte ausgeschlachtet und viele Kommandanten zu Helden hochstilisiert. 1940 gingen ungefÀhr 4,5 Millionen BRT Schiffsraum bei den Alliierten verloren und 1941 ca. 4 Millionen BRT.
Um den Druck auf die britischen Nachschubtransporte zu erhöhen und um den U-Bootkrieg zu unterstĂŒtzen, lief im Mai 1941 ein Geschwader aus Gotenhafen mit Ziel Atlantik aus. Es bestand aus dem gerade erst in Dienst gestellten Schlachtschiff Bismarck, dem sich ebenfalls erst wenige Monate im Dienst befindenden Schweren Kreuzer Prinz Eugen und einigen Zerstörern. Die Aktion bekam den Decknamen Unternehmen RheinĂŒbung, fĂŒhrte zum Untergang des britischen Schlachtkreuzers HMS Hood und endete mit der Versenkung der Bismarck am 27. Mai.
Nach dem Eintritt der USA in den Krieg und der Bindung groĂer amerikanischer KrĂ€fte im Pazifik entsandte Admiral Dönitz Langstrecken-U-Boote zum Unternehmen Paukenschlag nach Amerika, wo sie in den ersten Januartagen 1942 eintrafen. Die zunĂ€chst schlecht organisierte US-KĂŒstenverteidigung stand den Angriffen auf die Handelsschifffahrt hilflos gegenĂŒber. Als die Verteidigung im FrĂŒhjahr zunahm, weiteten die U-Boote ihr Einsatzgebiet in die Karibik und den SĂŒdatlantik aus. KĂŒrzer reichende Boote operierten zur gleichen Zeit im Nordatlantik in Rudeln und konnten so den Druck auf die Konvois aufrechterhalten. Es kam im Laufe des Jahres zu mehreren groĂen Geleitzugschlachten. Im Herbst 1942 steigerten sich die Erfolge der U-Boote noch weiter, da die GeleitkrĂ€fte fĂŒr die Sicherung in Nordafrika benötigt wurden. 1942 wurden ĂŒber 8 Millionen BRT Schiffsraum versenkt.
Ende 1942 gelang es den Alliierten, den Code der deutschen Enigma-VerschlĂŒsselungsmaschine zu brechen. Im Mai 1943 konnten sie ihre LuftĂŒberlegenheit und ihre GeleitkrĂ€fte in vollem MaĂe nutzen, sodass in diesem Monat 43 deutsche U-Boote versenkt wurden. Dönitz stellte daraufhin den U-Bootkrieg vorĂŒbergehend ein und lieĂ die U-Boote zurĂŒckrufen. Die Schlacht im Atlantik hatte sich somit endgĂŒltig gewendet.
Mit der Invasion in Frankreich im Juni 1944 wurden bald auch die deutschen U-BootstĂŒtzpunkte an der französischen AtlantikkĂŒste ĂŒberrannt. Die U-Boote wurden in die Nord- und Ostsee sowie nach Norwegen zurĂŒckgedrĂ€ngt und operierten nun mehr vor der englischen KĂŒste. Bei Bekanntwerden der Kapitulation wurde am 4. Mai 1945 die Operation Regenbogen gestartet: Obwohl Dönitzâ Befehl an diesem Tage lautete, alle Schiffe zu ĂŒbergeben, wurden die meisten in den HĂ€fen liegenden U-Boote versenkt. Die U-Boote, die noch im Einsatz waren, liefen nach dem 8. Mai englische oder amerikanische HĂ€fen an.
Politische Aspekte
Kriegsverbrechen
Da der Zweite Weltkrieg von Deutschland gröĂtenteils aus ideologischen GrĂŒnden gefĂŒhrt wurde, ereigneten sich in dessen Verlauf zahlreiche Kriegsverbrechen, die sich gegen Juden, Sinti und Roma und insbesondere gegen die als âUntermenschenâ betrachteten OsteuropĂ€er richteten, z. B. die Leningrader Blockade mit ĂŒber einer Million Opfern.
Der Roten Armee wird vorgeworfen, in den von ihr eroberten LĂ€ndern Osteuropas Kriegsverbrechen begangen zu haben. Dazu gehören die Vergewaltigungen von europaweit vier Millionen Frauen durch die Soldaten der Roten Armee und deren VerbĂŒndete, davon 1,9 bis 2 Millionen vergewaltigte Frauen in Deutschland (mit 240â000 TodesfĂ€llen in deren Folge) wĂ€hrend des Vormarsches der Roten Armee gegen Kriegsende.[23][24]
Japan ging insbesondere gegen Chinesen mit groĂer BrutalitĂ€t vor. Dabei kam es zu Kriegsverbrechen japanischer Soldaten in China (Massaker von Nanking sowie grausame medizinische Experimente an Gefangenen). Nach chinesischen Angaben sollen zwischen 5 und 10 Millionen chinesische Zivilisten getötet worden sein. Die Bombardierung Shanghais 1937 setzt den Auftakt des japanischen Eroberungsfeldzuges durch SĂŒdostasien. Er kostete bis 1945 insgesamt etwa 20 Millionen Menschen das Leben. Die Einheit 731 fĂŒhrte in Lagern grausame Experimente an Gefangenen durch. Es sind japanische Menschenversuche mit biologischen Krankheitserregern an Chinesen bekannt geworden.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die deutschen Kriegsverbrechen in den NĂŒrnberger Prozessen verhandelt und zahlreiche Personen aus der nationalsozialistischen FĂŒhrung, Ărzte, Juristen und fĂŒhrende Personen aus der Wirtschaft und dem Oberkommando der Wehrmacht verurteilt. Dabei mussten sich erstmals in der Geschichte Politiker, MilitĂ€rs und andere VerantwortungstrĂ€ger persönlich fĂŒr das Planen und FĂŒhren eines Angriffskrieges und fĂŒr Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Diese Prozesse gelten als Grundlage fĂŒr das moderne Völkerstrafrecht, wurden jedoch insbesondere von deutschen Politikern teilweise als Siegerjustiz und VerstoĂ gegen das RĂŒckwirkungsverbot kritisiert. Die groĂe Mehrheit der Kriegsverbrecher aus den Einheiten der SS und der Wehrmacht wurde allerdings nie zur Verantwortung gezogen.
Auch japanische Hauptkriegsverbrecher wurden vom International Military Tribunal for the Far East in den Tokioter Prozessen abgeurteilt.
Massenverbrechen im Hinterland
Die Entrechtung und Verfolgung der jĂŒdischen Minderheit war ein integraler Bestandteil der nationalsozialistischen Politik. In zeitlicher Ăbereinstimmung mit der Ausweitung des Krieges durch den Ăberfall auf die Sowjetunion radikalisierte sich die Haltung gegenĂŒber der Minderheit zur Vernichtungspolitik. Im von der Wehrmacht geschĂŒtzten Hinterland im Osten fĂŒhrten die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD, Polizeireserveeinheiten und Wehrmachtseinheiten flĂ€chendeckende Massentötungen von Juden und Roma durch.[25]
Der âKommissarbefehlâ veranlasste vor allem Wehrmachtseinheiten zur systematischen Tötung kriegsgefangener Rotarmisten mit tatsĂ€chlicher oder angenommener politischer Funktion. Bis Ende 1941 wurde so ĂŒber eine halbe Million Menschen ermordet, neunzig Prozent davon waren Juden. Die deutsche MilitĂ€rverwaltung tolerierte diese Verbrechen, an vielen Orten unterstĂŒtzten Wehrmachtseinheiten logistisch die Einsatzgruppen. So sicherten Einheiten der Wehrmacht beispielsweise die Stadt Kiew und halfen den SS-Einheiten dadurch, in der nahegelegenen Schlucht Babi Jar innerhalb von zwei Wochen ĂŒber 50â000 Juden zu erschieĂen. Es entstanden Vernichtungslager im besetzten Polen, von denen das KZ Auschwitz-Birkenau das gröĂte war, in die aus allen Teilen des nationalsozialistisch besetzten Europa Menschen zu ihrer Vernichtung deportiert wurden. In dem MaĂe, in dem die Rote Armee auf ihrem Weg nach Westen erfolgreich war, konnten die ĂŒberlebenden Lagerinsassen befreit werden. In einigen LĂ€ndern, wie z. B. DĂ€nemark, wo es zur Rettung der dĂ€nischen Juden kam, widersetzten sich die Regierung oder die Bevölkerung der Deportation und Ermordung.
Von der nationalsozialistischen Machtergreifung bis zum Kriegsende wurden etwa 6 Millionen Juden ermordet. Der Vernichtungspolitik fielen insgesamt ĂŒber 10 Millionen Menschen zum Opfer. Die Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 ist in der Bundesrepublik Deutschland offizieller Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.
Siehe auch: TodesmĂ€rsche; So genannte Endphaseverbrechen und deren Strafverfolgung in Deutschland und Ăsterreich nach 1945
FlÀchenbombardierungen
WĂ€hrend sich der Luftkrieg in den ersten Monaten noch gegen ausschlieĂlich militĂ€rische Ziele wie Panzer, Schiffe und auf das Erringen der Lufthoheit richtete, radikalisierte sich das Klima Anfang September 1940, als die deutsche Luftwaffe einen ersten Angriff auf eine britische Stadt (London) flog (âThe Blitzâ). Gleichzeitig griff die Royal Air Force seit Mai 1940 nadelstichartig deutsche StĂ€dte an.
Da konzentrierte Bomberangriffe, bestehend aus wenigen Maschinen, hohe Verlustquoten aufwiesen und ihr Ziel meistens verfehlten, gingen die Alliierten ab Mitte 1942 dazu ĂŒber, groĂe Bomberpulks nach Deutschland zu schicken, um groĂflĂ€chig StĂ€dte zu zerstören. Ziel war es, sowohl MilitĂ€r und Industrie zu vernichten als auch die Moral der Bevölkerung zu brechen. Vorwiegend konzentrierte sich die USAAF bei Tagangriffen auf strategische Ziele, die RAF bei Nachtangriffen auf die StĂ€dte. GroĂstĂ€dte wie Köln und zahlreiche StĂ€dte des Ruhrgebiets, aber auch Hamburg, Braunschweig, Heilbronn, Magdeburg, Pforzheim, Schweinfurt und WĂŒrzburg wurden groĂflĂ€chig zerstört, wobei Zehntausende getötet wurden. Ab 1944 verschob sich die LuftĂŒberlegenheit derart auf alliierte Seite, dass beinahe tĂ€glich BomberschwĂ€rme mit ĂŒber 1000 Maschinen das Reich angreifen konnten. In den letzten Kriegsmonaten wurden tĂ€glich ca. 3000 Tonnen Bomben abgeworfen (USAAF/RAF ca. 1/1). Winston Churchill stellte die flĂ€chigen Bombardements der eigenen Luftwaffe auf deutsche StĂ€dte nach den Luftangriffen auf Dresden in Frage und sparte das britische Bomber Command bei kĂŒnftigen WĂŒrdigungen strikt aus.
Am 9. MĂ€rz 1945 flogen amerikanische Bomber einen der verheerendsten Luftangriffe auf Tokio. Ganze Stadtteile mit in traditioneller Holzbauweise errichteten GebĂ€uden verbrannten durch FeuerstĂŒrme, ĂŒber 100â000 Menschen starben.
Zivilbevölkerung
Die Sowjetunion hatte von allen beteiligten Staaten die meisten zivilen Opfer zu beklagen. Am Beispiel der Stadt Leningrad lassen sich die AusmaĂe des millionenfachen Hungertodes exemplarisch verdeutlichen. Nachdem Leningrad von deutschen Truppen eingekesselt wurde, konnte die Bevölkerung nicht mehr ausreichend versorgt werden. Insgesamt starben in der Leningrader Blockade ungefĂ€hr 470â000 Menschen (andere SchĂ€tzungen nennen 700â000, 1,1 Millionen oder 1,5 Millionen Opfer).
FĂŒr die deutsche Zivilbevölkerung hatte der Kriegsbeginn zunĂ€chst keine direkten Konsequenzen. In den ersten Kriegsjahren gab es keine Hungersnöte, wenngleich im Laufe des Krieges fast alle Waren des tĂ€glichen Bedarfs rationiert wurden. Das lag vor allem daran, dass GĂŒter und Rohstoffe aus den besetzten Gebieten nach Deutschland transferiert wurden, meist zu Ungunsten der dortigen Bevölkerung. Die unmittelbaren Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung begannen erst mit den alliierten Luftangriffen auf deutsche StĂ€dte und mit der zunehmenden Totalisierung der KriegsfĂŒhrung. Ab Oktober 1944 wurde der Volkssturm, das heiĂt âalle waffenfĂ€higen MĂ€nner im Alter von 16 bis 60 Jahrenâ, zum Dienst an der Front einberufen. Der Kulturbetrieb wurde wĂ€hrend des gesamten Krieges aufrechterhalten, insbesondere Filme wie âDie Feuerzangenbowleâ dienten der Zerstreuung und Ablenkung vom Kriegsalltag. FĂŒr die Zivilbevölkerung im Osten des Landes erreichten die Kriegseinwirkungen ihren Höhepunkt mit dem Einmarsch und der Besetzung der Roten Armee. Im Westen wurden die einrĂŒckenden Briten und US-Amerikaner von der deutschen Bevölkerung ĂŒberwiegend mit Erleichterung ĂŒber das Kriegsende begrĂŒĂt.
Propaganda
Deutsche Propaganda
Nachdem nach kurzer Zeit alle Medien gleichgeschaltet waren, hatte Reichspropagandaminister Goebbels alle Instrumente der Meinungslenkung in seinen HĂ€nden. Er nutzte diese Macht von Anfang an, um einen âFĂŒhrerkultâ um Hitler zu inszenieren und bei der deutschen Bevölkerung Hass, insbesondere auf Juden, zu schĂŒren. So entstanden unter GoebbelsâČ Einfluss antisemitische Propagandafilme wie Jud SĂŒĂ und Der ewige Jude. Der Höhepunkt dieser antisemitischen Propaganda war 1938 die von ihm organisierte Reichspogromnacht.
WĂ€hrend des Krieges beschwor Goebbels den Endsieg und glorifizierte die Erfolge der Wehrmacht, indem er zukĂŒnftige Positionen des deutschen Heeres als schon teilweise erreicht darstellte. Auch prognostizierte er die Einnahme von StĂ€dten, die wenige Tage spĂ€ter tatsĂ€chlich eingenommen wurden. Des Weiteren verhöhnte Goebbels die Gegner Deutschlands, so wurde beispielsweise Winston Churchill als Trunkenbold dargestellt.
1941 mussten die nationalsozialistischen FĂŒhrer eine Rechtfertigung fĂŒr den Feldzug gegen die Sowjetunion finden. Sie begrĂŒndeten den Angriff mit der âVerteidigung des Abendlandes gegen den Bolschewismusâ und gegen die âjĂŒdisch-bolschewistischen Untermenschenâ. Dementsprechend gab die SS die BroschĂŒre Der Untermensch heraus, die mit Hetzartikeln und fratzenhaften Bildern die Russen als minderwertig darstellte.
Als der Vormarsch des deutschen Heeres in der Sowjetunion 1942 jedoch endgĂŒltig ins Stocken geriet und die Stimmung in der Bevölkerung zu kippen drohte, setzte Goebbels zunehmend auf Durchhalteparolen. Nach dem Desaster in Stalingrad rief er die deutsche Bevölkerung in der Sportpalastrede zum totalen Krieg auf. Viele Deutsche entschieden sich anschlieĂend zur Mobilisierung ihrer letzten Reserven und unterstĂŒtzten weiterhin die KriegsfĂŒhrung. Im weiteren Verlauf forderte die NS-Propaganda den Widerstandswillen der Bevölkerung âbis zum Endsiegâ, gegen den âangloamerikanischen Bombenterrorâ und die ârasende Rachsuchtâ der Roten Armee immer stĂ€rker, je nĂ€her die Alliierten auf die Reichsgrenzen vorrĂŒckten.
Britische Propaganda
Auch in GroĂbritannien wurde gegen den Kriegsgegner Stimmung gemacht. 1940 gelang es Churchill in mehreren berĂŒhmten Reden, darunter der âBlut-SchweiĂ-und-TrĂ€nen-Redeâ und ihrer Fortsetzung (We Shall Fight on the Beaches), das EinverstĂ€ndnis der britischen Bevölkerung fĂŒr einen Krieg und den Widerstand gegen Deutschland zu gewinnen. Folglich ignorierte er auch das sogenannte Friedensangebot, das Hitler GroĂbritannien in seiner Reichstagsrede vom 19. Juli 1940 machte.
Rundfunkpropaganda
Bei der Suche nach einem geeigneten Mittel, um schnell eine breite Masse anzusprechen, fiel die Wahl auf den Rundfunk, da er ein zuverlĂ€ssiges und ohne merkbaren Zeitverlust funktionierendes Medium darstellt. Vor allem wĂ€hrend des Kriegs nahmen die Anzahl der Propagandasendungen in allen beteiligten LĂ€ndern schnell zu. Auf deutscher Seite wurden der deutschen Politik zugeneigte britische und amerikanische Immigranten eingesetzt, um den Kriegsgegner perfekt in seiner Muttersprache ansprechen zu können. Die bekannteste Moderatorin war âAxis Sallyâ, deren Sendungen vom GroĂdeutschen Rundfunk im Studio Berlin ausgestrahlt wurden. Goebbels lancierte den Auslandsrundfunksender âGermany Callingâ, dessen Moderatoren unter dem geringschĂ€tzigen Spitznamen âLord Haw-Hawâ bekannt wurden.
Der britische Soldatensender Calais war so gut durchorganisiert, dass er ĂŒber einen langen Zeitraum von der deutschen Bevölkerung fĂŒr einen eigenen Wehrmachtssender gehalten wurde.
Auch im pazifischen Raum setzten die Japaner ab 1943 verstĂ€rkt auf Propaganda gegen die Amerikaner, indem sie ĂŒber Radio Tokyo ihre Sendung âThe Zero Hourâ ausstrahlten. FĂŒr die ĂŒberwiegend weiblichen Moderatoren, die Amerikanisch mit einem japanischen Akzent sprachen, bĂŒrgerte sich im GI-Sprachgebrauch der Begriff Tokyo Rose ein.
Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Die deutsche Zivilbevölkerung stand dem Kriegsbeginn zunĂ€chst skeptisch gegenĂŒber, lieĂ sich aber anschlieĂend von den Siegesmeldungen blenden. Aus Angst vor Strafen wagten nur wenige Menschen, sich aktiv gegen den Krieg auszusprechen. Zentren des zivilen Widerstands waren die âWeiĂe Roseâ, der âKreisauer Kreisâ oder die âRote Kapelleâ.
Wenngleich die Wehrmacht prinzipiell hinter Hitlers Ideen stand und seine KriegsfĂŒhrung mittrug, sahen ab 1943 einige GenerĂ€le die zwangslĂ€ufige Niederlage deutlich vor Augen und setzten daher auf einen Waffenstillstand, um der Wehrmacht und der deutschen Bevölkerung Zeit zur Umgruppierung des Heeres und Neuorganisation des Staates zu geben. Am 20. Juli 1944 verĂŒbten einige WiderstĂ€ndler ein Attentat auf Hitler im FĂŒhrerhauptquartier Wolfsschanze. Der Versuch, Hitler zu töten, misslang aber ebenso wie der anschlieĂende Versuch eines Staatsstreichs in Berlin. Die AttentĂ€ter wurden hingerichtet. Einige wenige Soldaten lehnten den Krieg auch aus ideologischen GrĂŒnden ab und versuchten, ihn durch SabotagemaĂnahmen zu verkĂŒrzen. Die ĂŒberwiegende Mehrheit kĂ€mpfte allerdings bis zum Schluss weiter. Zahlreiche deutsche Soldaten und HilfsverbĂ€nde (Polizeireserve etc.) beteiligten sich an Kriegsverbrechen, was den Widerstand der Bevölkerung in den besetzten Gebieten weiter provozierte.
In DĂ€nemark empfand die Bevölkerung die deutsche Besatzung nach den Worten des Königs als âAlpdruckâ. In den Niederlanden mussten die Deutschen die dortige Polizei entwaffnen, weil sie einen Aufstand befĂŒrchteten. Der pro-deutschen Bewegung des Vidkun Quisling in Norwegen folgte keine Massenbewegung der Bevölkerung, die Mehrheit lehnte die Deutschen ab. Die schĂ€rfsten Formen des westeuropĂ€ischen Widerstands traten in Frankreich auf, wo die RĂ©sistance, darunter die Maquis (nach dem mediterranen BuschgestrĂŒpp âmaquisâ benannt), gegen die deutsche Besatzung kĂ€mpfte.
Unvergleichlich stĂ€rker waren dagegen Widerstandsbewegungen in SĂŒdost- und Osteuropa: In der Sowjetunion, in Griechenland (siehe: ELAS), in Albanien und in Jugoslawien (unter Marschall Tito) kĂ€mpften groĂe Partisanenarmeen, meist mit kommunistischer, kommunistisch beeinflusster, sozialistischer oder aber nationalistischer Haltung. Die polnische âHeimatarmeeâ allerdings konnte nur auf wenig UnterstĂŒtzung von auĂen hoffen. Aus dem stĂ€ndigen Kleinkrieg gegen die deutschen Besatzer gingen die Partisanen hĂ€ufig als Sieger hervor. Gegen Ende des Krieges konnten gröĂere Gebiete von den deutschen Besatzern befreit werden, so etwa in Jugoslawien, wo Tito im Anschluss die Macht ĂŒbernahm oder in Griechenland, wo die Hegemonie der ELAS mit britischen Interessen kollidierte und zum Griechischen BĂŒrgerkrieg fĂŒhrte.
Internationale Blockbildung
Mit der Unterzeichnung des Antikominternpaktes zwischen Deutschland und Japan wurde bereits 1936 der Grundstein fĂŒr die spĂ€tere Achse DeutschlandâJapanâItalien gelegt. Durch den Hitler-Stalin-Pakt verschlechterte sich das VerhĂ€ltnis zu Japan zwar zunĂ€chst, da sich Japan jedoch Zugriff auf die britischen und niederlĂ€ndischen Kolonien in Asien erhoffte, wurde 1940 durch den DreimĂ€chtepakt ein neuer Vertrag fĂŒr die militĂ€rische Kooperation geschlossen, dem zahlreiche osteuropĂ€ische Staaten beitraten.
GroĂbritannien jedoch widersetzte sich 1940 einem deutschen BĂŒndnis und vertraute stattdessen auf wirtschaftliche und militĂ€rische UnterstĂŒtzung durch die USA. Insbesondere der amerikanische PrĂ€sident Franklin D. Roosevelt wollte die USA aus machtpolitischen, strategischen und ökonomischen GrĂŒnden zu einem entscheidenden militĂ€rischen Widerpart der ExpansionsplĂ€ne Deutschlands machen. Obwohl die USA offiziell neutral blieben, unterstĂŒtzen sie seit MĂ€rz 1941 GroĂbritannien durch massive RĂŒstungslieferungen. Im August trafen sich die Staatschefs von GroĂbritannien und den USA, um GrundsĂ€tze ihrer gemeinsamen Kriegs- und Nachkriegspolitik festzulegen. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor im Dezember traten die USA offiziell in den Krieg ein.
Alliierte Kriegskonferenzen
- Atlantikkonferenz (9. bis 12. August 1941) auf dem britischen Schlachtschiff Prince of Wales
- Arcadia-Konferenz (22. Dezember 1941 bis 14. Januar 1942) in Washington D. C.
- Casablanca-Konferenz (12. bis 24. Januar 1943) in Casablanca, Marokko
- Konferenz von Moskau (19. Oktober bis 1. November 1943) in Moskau
- Teheran-Konferenz (28. November bis 1. Dezember 1943) in Teheran, Iran
- Jalta-Konferenz (4. bis 11. Februar 1945) in Jalta, Krim, Ukraine
- DreimÀchtekonferenz von Potsdam (17. Juli bis 2. August 1945) in Potsdam
Anfang 1943 einigten sich in Casablanca Roosevelt und Churchill, Deutschland bis zur bedingungslosen Kapitulation zu bekĂ€mpfen. Ende des Jahres fand in Teheran eine erste Konferenz zusammen mit der Sowjetunion statt, die ebenfalls durch massive RĂŒstungslieferungen der USA gestĂŒtzt wurde, auf der ĂŒber die Nachkriegszeit nach einem Sieg ĂŒber Deutschland debattiert wurde. Da jedoch die Alliierten zu keinen konkreten Garantien oder Vereinbarungen mit der Sowjetunion fĂŒr die Nachkriegsordnung in Europa bereit waren, gab es bereits 1944 erste Risse in der Anti-Hitler-Koalition. Die Sowjetunion begann deshalb, in ihrem Einflussbereich kommunistische Regierungen zu etablieren. Der Regierungswechsel in den USA 1945 fĂŒhrte auch zu einem Politikwechsel, Harry S. Truman schlug einen strikt antikommunistischen und antisowjetischen Kurs ein und stĂŒtzte sich dabei auf die wirtschaftliche Ăberlegenheit und spĂ€ter auf das Atomwaffenmonopol.
Diese Konflikte fĂŒhrten in der Folge zum Kalten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion und zur Teilung Deutschlands, die erst durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag 1990 ihr Ende fand.
Opferzahlen und Nachwirkungen
Die Opferzahlen
WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges fanden SchĂ€tzungen zufolge ca. 55 Millionen Menschen den Tod (davon rund 39 Millionen in Europa und ungefĂ€hr 16 Millionen in Asien), darunter nicht nur viele Soldaten, sondern â charakteristisch fĂŒr den âmodernen Kriegâ â auch viele Zivilisten (so beispielsweise in der Schlacht von Stalingrad). Am stĂ€rksten betroffen war die Sowjetunion mit etwa 17 Millionen getöteten Zivilpersonen und 8,6 Millionen Soldaten. In dieser Zahl sind auch die vielen politisch oder rassistisch verfolgten Russen, Serben, Juden, die Sinti und Roma, die Homosexuellen und die sogenannten âAsozialenâ sowie die âWehrkraftzersetzerâ und die Geistlichen enthalten, die in den Vernichtungs- und Konzentrationslagern der Deutschen umkamen. Insgesamt sind von den 5,7 Millionen Kriegsgefangenen der Sowjetarmee 3,3 Millionen verhungert oder in Konzentrationslagern gestorben. Dies bedeutet, dass 56 % der sowjetischen Kriegsgefangenen in deutscher Gefangenschaft umkamen. Von den 3,1 Millionen deutschen Soldaten in sowjetischer Kriegsgefangenschaft kamen nĂ€herungsweise 1,3 Millionen (42 %) um. Die Zahl der in deutscher Kriegsgefangenschaft gestorbenen westalliierten Kriegsgefangenen betrug zirka 3 %.
Zu den vielen Verwundeten mĂŒssen auch zahlreiche als Deserteure verurteilte Soldaten hinzugezĂ€hlt werden, die depressiv oder geisteskrank und deshalb unfĂ€hig zum MilitĂ€rdienst waren, aber trotzdem verurteilt wurden, um die âMoral der Truppe aufrechtâ zu erhalten. Dazu kam es nicht nur in Deutschland und bei den AchsenmĂ€chten, sondern auch in groĂer Zahl bei den anderen kriegsbeteiligten Staaten.
Es gab viele tote Zivilisten durch die Bombardierungen der GroĂstĂ€dte (Köln, DĂŒsseldorf und das Ruhrgebiet, Hamburg, Warschau, Dresden, London, Tokio) beziehungsweise bei deren Zerstörung bei der Eroberung (Stalingrad, Breslau, Königsberg), die Leningrader Blockade, die Aushungerung von Charkow, die Versenkung von FlĂŒchtlingsschiffen (Armenija, Gustloff, Goya, Steuben), die HĂ€rte des Winters, die Straflager in der Sowjetunion und die gewaltsame Vertreibung von Menschen nach dem Krieg (zum Beispiel der Sudentendeutschen als Folge der BeneĆĄ-Dekrete).
Vielen Menschen war es nicht möglich, aus dem nationalsozialistischen Herrschaftsbereich zu fliehen, weil Staaten wie die USA oder die Schweiz teilweise die Grenzen schlossen und auch jĂŒdische FlĂŒchtlinge zurĂŒck in die vom Deutschen Reich beherrschten Gebiete schickten.
Die direkten und indirekten Opfer der AtombombenabwĂŒrfe auf Hiroshima und Nagasaki belaufen sich in die Hunderttausende.
Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter
Insgesamt gerieten 11 Millionen Angehörige der Wehrmacht und der Waffen-SS in Kriegsgefangenschaft, davon 7,7 Millionen auf Seiten der WestmĂ€chte und 3,3 Millionen auf Seiten der UdSSR. Etwa 3,6 Millionen deutsche Kriegsgefangene befanden sich in britischen Lagern in GroĂbritannien, Deutschland, Kanada, Malta, Madagaskar, Ăthiopien und anderen LĂ€ndern. UngefĂ€hr 3,1 Millionen deutsche Gefangene befanden sich in amerikanischen Lagern, zumeist in den Vereinigten Staaten.
Zur Zwangsarbeit unter dem Naziregime wurden zwischen sieben und elf Millionen Menschen fast ĂŒberall im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten eingesetzt. Zum Teil arbeiteten sie in Fabriken neben KZ-HĂ€ftlingen unter Ă€hnlich menschenunwĂŒrdigen Bedingungen, zum kleineren Teil glichen die Lebensbedingungen denen der Arbeit gebenden Handwerker- und Bauernfamilien. Der fĂŒr sie als oberster Verantwortlicher ernannte Gauleiter Fritz Sauckel wurde 1946 im Rahmen der NĂŒrnberger Prozesse zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Siehe auch: Decknamen nationalsozialistischer Geheimobjekte, Liste sowjetischer Kriegsgefangenenlager des Zweiten Weltkriegs
Nachwirkungen
Durch den Zweiten Weltkrieg schieden Deutschland, Italien und Japan aus dem Kreis der militĂ€rischen GroĂmĂ€chte aus. Die westeuropĂ€ischen Staaten (Frankreich, Niederlande, GroĂbritannien) wurden so weit geschwĂ€cht, dass sie nach dem Krieg ihre Kolonialreiche aufgeben mussten. An ihre Stelle traten die USA und die Sowjetunion als neue WeltmĂ€chte, durch die atomare RĂŒstung dann sogar als sogenannte SupermĂ€chte.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa berieten die SiegermĂ€chte im Juli/August 1945 in Potsdam ĂŒber die weitere Zukunft Europas und Deutschlands. Die Zielrichtung der gefassten Potsdamer BeschlĂŒsse hatte sich bereits auf der Konferenz von Jalta im Februar 1945 angedeutet.
Deutschland wurde danach in vier Besatzungszonen eingeteilt; seine Ostgebiete (Pommern, Schlesien, OstpreuĂen) wurden vorbehaltlich einer endgĂŒltigen Friedensregelung der Verwaltung Polens und der Sowjetunion unterstellt.[26] Das durch die Bestimmungen des MĂŒnchner Abkommens von 1938 von Deutschland annektierte Sudetenland fiel an die Tschechoslowakei zurĂŒck, da die Annexion durch das Deutsche Reich nachtrĂ€glich fĂŒr nichtig erklĂ€rt wurde. Polen erhielt dadurch einstweilig eine neue Grenze im Westen (Oder-NeiĂe-Linie) und im Osten. Ăsterreich wurde als unabhĂ€ngiger Staat wiederhergestellt â dies hatten die spĂ€teren SiegermĂ€chte bereits 1943 in der Moskauer Deklaration angekĂŒndigt â, die Zweite Republik gegrĂŒndet und ebenfalls in vier Besatzungszonen eingeteilt, bis sie 1955 mit dem Ăsterreichischen Staatsvertrag neutral wurde.
Japan musste die besetzten pazifischen Inseln an Australien und GroĂbritannien zurĂŒckgeben; es verlor weiterhin Korea, Formosa (Taiwan), SĂŒdsachalin und die Kurileninseln. In einem Teil des britischen Mandatsgebietes PalĂ€stina wurde der Staat Israel gegrĂŒndet.
Aufgrund der durch die SiegermĂ€chte de facto beschlossenen Gebietsverkleinerung Deutschlands wurden nach unterschiedlichen Angaben zwischen 12 und 14 Millionen Deutsche (Sudetendeutsche, Schlesier, Pommern, Polen und OstpreuĂen) aus ihrer angestammten Heimat vertrieben. So kamen noch nach der deutschen militĂ€rischen Kapitulation nach unterschiedlichen Quellen zwischen 2 und 3 Millionen Deutsche zu Tode. Weitere 3,5 Millionen Polen verloren durch die anschlieĂende Westverschiebung der polnischen Grenzen ihre Heimat.
Die deutschen und japanischen Kriegsverbrechen wurden in mehreren Prozessen (u. a. NĂŒrnberger Prozesse) verhandelt. Das Stuttgarter Schuldbekenntnis einiger fĂŒhrender evangelischer Christen zu VersĂ€umnissen in der Zeit des Nationalsozialismus im Oktober 1945 blieb eine seltene Ausnahme im beginnenden, von den Alliierten erzwungenen Entnazifizierungs-Geschehen.
Die zum gröĂten Teil zerstörten StĂ€dte und der Mangel an Lebensmitteln â insbesondere fehlende Rohstoff- und DĂŒngemittel â sorgten bei der Bevölkerung fĂŒr ein Leben in Armut. Weil viele MĂ€nner im Krieg gefallen waren oder in Kriegsgefangenschaft geraten waren, beseitigten âTrĂŒmmerfrauenâ den Schutt in den StĂ€dten. Lebensmittel waren nur ĂŒber Lebensmittelmarken oder aus eigenem Anbau zu haben, weshalb Stadtbewohner massenhaft aufs Land fuhren, um SachgĂŒter gegen Lebensmittel einzutauschen. DarĂŒber hinaus verloren zu damaliger Zeit weltweit fĂŒhrende deutsche Wirtschaftsunternehmen bedeutende Patente und Warenzeichen. Diese Situation Ă€nderte sich erst 1948 mit der WĂ€hrungsreform und durch den bald darauf einsetzenden und vielfach als Wirtschaftswunder bezeichneten rasanten Wirtschaftsaufschwung in den 1950er Jahren.
SpĂ€ter kam es zunehmend zu Spannungen zwischen den einstigen VerbĂŒndeten, den westlichen Alliierten auf der einen und der Sowjetunion auf der anderen Seite. WĂ€hrend die WestmĂ€chte in ihren Einflusszonen die parlamentarische Demokratie installierten, errichtete die Sowjetunion in den Staaten Osteuropas sogenannte Volksdemokratien unter FĂŒhrung der Kommunisten. In der Folge verschĂ€rften sich die Spannungen und fĂŒhrten zu einer unversöhnlichen Gegnerschaft der einstigen VerbĂŒndeten, zur Teilung Deutschlands und Europas und dem Beginn des Kalten Krieges. Mit dem Zusammenbruch der osteuropĂ€ischen Diktaturen und der damit einhergehenden Selbstbestimmung der Menschen wurden weitere Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges beseitigt.
Die BeschĂ€ftigung der europĂ€ischen und der deutschen Ăffentlichkeit mit dem Zweiten Weltkrieg hĂ€lt weiterhin an; sie erfuhr in den letzten Jahren gröĂere Bedeutung. (Siehe dazu Martin Walser, Denkmal fĂŒr die ermordeten Juden Europas.)
Siehe auch: Nachkriegszeit
Der Ăbergang zum Kalten Krieg
Der Zweite Weltkrieg ging sowohl in Europa als auch in Asien relativ nahtlos in den Kalten Krieg ĂŒber. Schon wĂ€hrend des Krieges gab es Differenzen zwischen der Sowjetunion und den westlichen Alliierten, die zugunsten des gemeinsamen Ziels nicht in den Vordergrund gestellt wurden. An diesen Differenzen war nicht allein die Sowjetunion schuld. In diesem Sinne waren Hiroshima und Nagasaki nicht nur die letzten Bomben des Zweiten Weltkrieges, sondern auch die ersten Bomben des Kalten Kriegs. Ebenso waren die gewaltigen Erweiterungen der sowjetischen HemisphĂ€re in den Westen und das bestĂ€ndige kommunistische Vordringen in Asien nicht nur ein Ergebnis des Zweiten Weltkrieges, sondern auch ein Grund fĂŒr den Kalten Krieg.
Der deutsche Satiriker Wolfgang Neuss fragte 1949, ob âwir noch in der Nachkriegszeit oder schon wieder in der Vorkriegszeitâ lebten.
Siehe auch
- MilitÀrische Operationen im Zweiten Weltkrieg
- Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg
- Liste der deutschen Konzentrationslager
- Chronologie des Zweiten Weltkrieges
Literatur
- Pazifikkrieg â siehe: Pazifikkrieg/Literaturliste.
Deutsch
- Winfried Baumgart u. a. (Bearb.): Quellenkunde zur deutschen Geschichte der Neuzeit von 1500 bis zur Gegenwart. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt,
- 6/2 â Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg (1919â1945), 2003, ISBN 3-534-07659-1.
- Winston S. Churchill: Der Zweite Weltkrieg. Mit einem Epilog auf die Nachkriegsjahre. Fischer, Frankfurt/M. 2003, ISBN 3-596-16113-4.
- MilitÀrgeschichtliches Forschungsamt der Bundeswehr: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg (10 BÀnde). DVA, 1978-2008.
- Lothar Gruchmann: Totaler Krieg. Vom Blitzkrieg zur bedingungslosen Kapitulation. Dtv, MĂŒnchen 1991, ISBN 3-423-04521-3.
- Manfred Hildermeier: Die Sowjetunion 1917â1991. In: Grundriss der Geschichte, Oldenbourg, MĂŒnchen 2001.
- David Jordan, Andrew Wiest: Atlas des Zweiten Weltkrieges, Tosa, Wien 2005, ISBN 3-85492-972-2.
- John Keegan: Der Zweite Weltkrieg. Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-87134-511-3.
- Ian Kershaw: Wendepunkte. SchlĂŒsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. DVA, MĂŒnchen 2. Aufl. 2008, ISBN 978-3-421-05806-5.
- Franz Kurowski: LuftbrĂŒcke Stalingrad. M. Pawlak Verlags GmbH, Herrsching 1988, ISBN 3-88199-455-6.
- James Lucas: Die Wehrmacht von 1939 bis 1945. Tosa, Wien 2004, ISBN 3-85492-880-7.
- Rolf-Dieter MĂŒller: Der Zweite Weltkrieg, Klett-Cotta, Stuttgart 2004. (Handbuch der deutschen Geschichte; Bd. 21) ISBN 3-608-60021-3 (Wichtiges Handbuch; auch als âDer letzte deutsche Kriegâ in gekĂŒrzter und bearbeiteter Fassung erschienen. Rezension bei SEHEPUNKTE).
- Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939â1945, Verl. fĂŒr Wehrwissenschaft, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-89340-063-X.
- Bd. 1. â September 1939 bis 31. Dezember 1940
- Bd. 2. â 1. Januar 1941 bis 31. Dezember 1942
- Bd. 3. â 1. Januar 1942 bis 31. Dezember 1943
- Bd. 4. â 1. Januar 1944 bis 31. Dezember 1944
- Bd. 5. â 1. Januar 1944 bis 9. Mai 1945
- Birgit Morgenrath (Hrsg.): Unsere Opfer zÀhlen nicht. Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg, Assoziation A, Berlin 2005, ISBN 3-935936-26-5.
- Richard Overy: Die Wurzeln des Sieges: Warum die Alliierten den Zweiten Weltkrieg gewannen. rororo, Reinbek 2002, ISBN 3-499-61314-X.
- Gerhard Schreiber: Der Zweite Weltkrieg, Beck, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-406-44764-3. (Eine relativ kurze, aber profunde Gesamtdarstellung; Rezensionen bei Perlentaucher.)
- Michael Sontheimer (Hrsg.): Bilder des Zweiten Weltkrieges. DVA, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-421-05872-5.
- Hedley Paul Willmott: Der Zweite Weltkrieg, Gerstenberg Verlag, 2005, ISBN 3-8067-2561-6.
- Adam Tooze: Ăkonomie der Zerstörung. Die Geschichte der Wirtschaft im Nationalsozialismus. Siedler Verlag, 2007, ISBN 978-3-88680-857-1.
- Christian Zentner (Hrsg.): Der Zweite Weltkrieg. Ein Lexikon, Tosa, Wien 2005, ISBN 3-85492-818-1.
- John Zimmermann: Pflicht zum Untergang. Die deutsche KriegsfĂŒhrung im Westen des Reiches 1944/45. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2009, ISBN 978-3-506-76783-7 (Zeitalter der Weltkriege, Bd. 4).[27]
Englisch
- Michael Armitage u. a.: World War II Day by Day, DK Publishing, London 2004, ISBN 0-7566-0296-3
- Robin Cross: World War II, DK Adult, New York 2004, ISBN 0-7566-0521-0
- Jon E. Lewis: The Mammoth Book of Eyewitness World War II, Carroll & Graf, London 2002, ISBN 0-7867-1071-3
- Kelly S. Tunney (Hrsg.): Memories of World War II. Photographs from the archives of the Associated Press, Abrams, New York 2004, ISBN 0-8109-5013-8
- Gerhard L. Weinberg: A world at arms. A global history of World War II., University Pr., Cambridge 2005, ISBN 0-521-85316-8 (Wichtige und detaillierte Gesamtdarstellung.)
Videomaterial
Reportagen
- Global War â Der Zweite Weltkrieg
- Teil 1: Der Faschismus breitet sich aus, 2005
- Teil 2: Das Wiederherstellen der KrÀfte, 2005
- Teil 3: Die Befreiung, 2005
- Der Zweite Weltkrieg â Die EnzyklopĂ€die, 2003
- Zweiter Weltkrieg/Stalingrad-Box, 2003
- Der Zweite Weltkrieg in original Farbaufnahmen 1â3, 2002
Spielfilme
- Siehe: Liste der Kriegsfilme, die den Zweiten Weltkrieg behandeln.
- Auswahl
- Der Untergang, 2004
- Band of Brothers â Wir waren wie BrĂŒder, 2002
- Der Soldat James Ryan, 1998
- Stalingrad, 1993
- Die BrĂŒcke von Arnheim, 1977
- Der lÀngste Tag, 1962
- Pearl Harbor, 2001
- Abbitte, 2007
- Das Boot, 1981
Weblinks
Portal: Imperialismus und Weltkriege â Ăbersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Imperialismus und Weltkriege
Portal: Pazifikkrieg â Ăbersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Pazifikkrieg
- Der Zweite Weltkrieg im Lebendigen virtuellen Museum Online (LeMO).
- Zweiter Weltkrieg in der Virtual Library Zeitgeschichte beim Historischen Centrum Hagen.
- Battle of the Ruhr 1939â1945. Regionalgeschichte des Zweiten Weltkriegs beim Historischen Centrum Hagen
(âeines der Ă€ltesten geschichtswissenschaftlichen Angebote im deutschsprachigen Internetâ). - Der alliierte Bombenkrieg 1939â1945 beim Fachportal historicum.net (Redaktion: Ralf Blank, Historisches Centrum Hagen).
- Collections Online des britischen Imperial War Museum (englisch).
- World War II Multimedia Database; Umfangreiches Bild- und Tonarchiv mit Bildern und Videos (englisch).
- World War II; US-amerikanisches Bild- und Tonarchiv zum Zweiten Weltkrieg auf authentichistory.com (englisch).
- Source List and Detailed Death Tolls; Auflistung der Opfer- und Verlustzahlen auf users.erols.com, November 2005 (englisch).
- 60 Jahre Kriegsende; Berichte russischer Zeitzeugen in deutscher Sprache auf kriegsende.aktuell.ru.
- Germany surrenders unconditionally (1945); Originaldokumente der Kapitulation, Digitalisat auf archive.org, 26. Dezember 2007.
- VerkĂŒndung der Kapitulation der deutschen Wehrmacht, 8. Mai 1945; Originalton (35 Sekunden) im Deutschen Rundfunkarchiv (Real-Audio-Format).
Einzelnachweise
- â Gerhard Schreiber: Der Zweite Weltkrieg. 2. Auflage, C. H. Beck, MĂŒnchen 2004, S. 8.
- â Gabriel Kolko: Das Jahrhundert der Kriege. S. Fischer, Frankfurt am Main 1999, S. 183.
- â Colin Gray, War, Peace and International Relations â An Introduction to Strategic History, Routledge, Oxon 2007, S. 156ff.
- â Colin Gray, War, Peace and International Relations â An Introduction to Strategic History, Routledge, Oxon 2007, S. 170.
- â AbkĂŒrzung fĂŒr Oberbefehlshaber der Kriegsmarine
- â Akten zur Deutschen AuswĂ€rtigen Politik 1918â1945, Serie D, Band VII M 70604, S. 397, 1946; hrsg. v. Beauftragten der SiegermĂ€chte USA, GB und Frankreich
- â Vgl. Alexander LĂŒdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 69.
- â Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. KriegfĂŒhrung und Politik, 7. Auflage, dtv, MĂŒnchen 1982 (1967), S. 87/88.
- â Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. KriegfĂŒhrung und Politik, 7. Auflage, dtv: MĂŒnchen 1982 (1967), S. 99â100.
- â Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. KriegfĂŒhrung und Politik, 7. Auflage, dtv: MĂŒnchen 1982 (1967), S. 96â98.
- â Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. KriegfĂŒhrung und Politik, 7. Auflage, dtv: MĂŒnchen 1982 (1967), S. 95-96.
- â Heather Williams, Parachutes, Patriots and Partisans: The Special Operations Executive and Yugoslavia, 1941â1945, C. Hurst & Co., 2003, ISBN 1-85065-592-8, S. 36.
- â âAm 2. Mai 1945 ist in Wismar der Krieg zu Ende. Britisch-kanadische Truppen, aus Richtung Gadebusch kommend, besetzten kampflos die Stadt. Sie errichteten auf Höhe des Soldatenfriedhofs an der Rostocker StraĂe einen Schlagbaum zur Abgrenzung gegen das von sowjetischen Truppen eroberte Gebiet. Die sowjetischen Truppen erreichen aus Richtung BĂŒtzow-Warin am Nachmittag des gleichen Tages die Stadtgrenze und setzen bei Kritzowburg ihren Schlagbaum.â Aus: Wismarer BeitrĂ€ge â Schriftenreihe des Stadtarchivs Wismar, Bd. 6; Wismar 1990, S. 6
- â Aus der Personalakte eines Bundeswehroffiziers: âVom 9.05.45 bis 30.09.45 Teilnehmer am 8. Generalstabslehrgang in Osloâ.
- â Alexander Fischer: âTeheran â Jalta â Potsdamâ, Die sowjetischen Protokolle von den Kriegskonferenzen der âGroĂen Dreiâ, mit FuĂnoten aus den Aufzeichnungen des US Department of State, Köln 1968, S. 322 und 324.
- â http://www.dhm.de/ausstellungen/kalter_krieg/zeit/z1955.htm Text der Einseitigen ErklĂ€rung der Sowjetunion
- â ErlaĂ des PrĂ€sidiums des Obersten Sowjets der UdSSR (russischer Text).
- â Richard von WeizsĂ€cker: Rede zum 8. Mai 1985.
- â Publikationen von Prof. Dr. Michael Wolffsohn
- â Colin Gray, War, Peace and International Relations â An Introduction to Strategic History, Routledge, Oxon 2007, S. 127.
- â Im Folgenden siehe u. a.: Wolfgang Benz/Hermann Graml/Hermann WeiĂ, EnzyklopĂ€die des Nationalsozialismus, MĂŒnchen 1998, 3. Aufl.
- â Der Forschungsdiskurs bewegt sich um die Frage, welches Gewicht welches Motiv hatte. Ein guter Ăberblick und Literaturhinweise finden sich bei http://www.uni-muenster.de/PeaCon/wuf/wf-95/9520301m.htm. JĂŒngste Literatur: Tsuyoshi Hasegawa, Racing the Enemy. Stalin, Truman and the Surrender of Japan, Cambridge (Mass.) 2005.
- â Helke Sander/Barbara Johr: BeFreier und Befreite, Fischer, Frankfurt 2005
- â Seidler/Zayas: Kriegsverbrechen in Europa und im Nahen Osten im 20. Jahrhundert, Mittler, Hamburg Berlin Bonn 2002
- â Im Folgenden siehe z. B.: Hannes Heer/Klaus Naumann (Hrsg.), Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944, Frankfurt/M. 1997; Christopher R. Browning, Ganz normale MĂ€nner. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die âEndlösungâ in Polen, Reinbek 1993; Walter Manoschek (Hrsg.), Die Wehrmacht im Rassenkrieg. Der Vernichtungskrieg hinter der Front. Wien 1996.
- â Helmut MĂŒller: Schlaglichter der deutschen Geschichte, Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung (bpb), Bonn 1990, S. 305; Eckart Thurich: Die Sieger in Deutschland, in: Die Teilung Deutschlands 1945â1955, aus: Informationen fĂŒr die politische Bildung Nr. 232, 1991, S. 9
- â Vgl. Wigbert Benz: Rezension zu: Zimmermann, John: Pflicht zum Untergang. Die deutsche KriegfĂŒhrung im Westen des Reiches 1944/45. Paderborn 2009. In: H-Soz-u-Kult, 5. Februar 2010.
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